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Fehlsichtigkeit

Bei einer Fehlsichtigkeit (Ametropie) bündelt das „optische System Auge“ die einfallenden Lichtstrahlen nicht in optimaler Weise. Die Sehschärfe ist herabgesetzt.

Wie funktioniert das Sehen?

Man bezeichnet die Fähigkeit einfallende Lichtstrahlen zu bündeln als Brechkraft. Sie wird in Dioptrie gemessen. Das Auge kann die Brechkraft der jeweiligen Entfernung eines Gegenstandes anpassen (Akkommodation) und auf der Netzhaut ein scharfes Bild erzeugen. Kommt ein fixierter Gegenstand näher, so verengt sich die Pupille, die Linse wölbt sich und die Brechkraft nimmt zu. Bei schwachem Licht und größerer Entfernung weitet sich die Pupille, die Linse wird schlaffer und die Brechkraft nimmt ab. Bei einem Normalsichtigen stimmt die Achsenlänge (= Abstand von der Hornhautmitte zur Netzhautmitte) genau mit der Brechkraft des Auges überein. Ein Bild entsteht exakt auf der Netzhaut.

Welche Formen der Fehlsichtigkeit kann man unterscheiden?

Auf drei Arten der Fehlsichtigkeit wird im Folgenden eingegangen. Dazu zählen: Weitsichtigkeit

Menschen, die weitsichtig sind, sehen Entferntes scharf, Nahes unscharf. Die einfallenden Lichtstrahlen werden von der Linse so gebündelt, dass sie hinter der Netzhaut zusammentreffen. Das Bild entsteht also hinter der Netzhaut. Meistens ist bei den Betroffenen schon bei der Geburt der Augapfel zu kurz. Häufig wächst er aber noch während der Entwicklung in die Länge und die Weitsichtigkeit schwächt sich ab oder verschwindet. Etwa 55 Prozent der Bevölkerung sind weitsichtig. Aber nicht alle sehen so schlecht, dass sie eine Brille brauchen. Junge Augen können die Weitsichtigkeit ausgleichen. Diese Anstrengung des Linsenmuskels führt rasch zu Kopfschmerzen, Augenschmerzen oder Einwärtsschielen (kann ohne Sehhilfe bestehen bleiben). Zur Korrektur der Beschwerden sollte eine Brille mit konvexen Gläsern angepasst werden oder es können Kontaktlinsen getragen werden.

Kurzsichtigkeit

Kurzsichtige können, in Abhängigkeit von der Dioptrienzahl, in der Nähe scharf sehen, weiter Entferntes sehen sie ungenau. Die Ursache dafür kann ein zu starker Brechwert von Hornhaut und Linse sein (Brechungsmyopie), meistens ist jedoch der Augapfel zu lang (Achsenmyopie). Bei Kurzsichtigen werden die einfallenden Lichtstrahlen vor der Netzhaut gebündelt. Das Bild, welches sie betrachten, entsteht vor und nicht auf der Netzhaut. Es werden zwei Arten der Kurzsichtigkeit unterschieden. Bei der benignen Myopie verstärkt sich die Kurzsichtigkeit in der Schulzeit bis circa zum 25. Lebensjahr. Sie bleibt meist unter -6 Dioptrien. Bei der malignen progressiven Myopie schreitet die Dehnung des Augapfels bis ins höhere Alter fort. Medikamente (beispielsweise Sulfonamide), Prellungen und Blutzuckeranstieg können vorübergehend kurzsichtig machen. Die Hormonumstellung in der Schwangerschaft kann zu bleibender Kurzsichtigkeit führen.

Selbst kann man die Kurzsichtigkeit gut feststellen: Durch ein Zusammenkneifen der Augenlider sieht man in der Ferne schärfer. Bis zu einer Dioptrienzahl von -0,75 empfinden viele Kurzsichtige das unscharfe Sehen in der Ferne nicht als störend und tragen keine Brille. Bei der Teilnahme im Straßenverkehr sollte jedoch auch diese gering ausgeprägte Fehlsichtigkeit korrigiert werden. Kurzsichtigkeit wird durch konkav geschliffene Gläser ausgeglichen, auch Kontaktlinsen sind geeignet.

Stabsichtigkeit (Astigmatismus)

Bei dieser Form der Fehlsichtigkeit sieht man unscharf, wie unter Wasser. Ein Punkt erscheint wie eine verzerrte Linie. Stabsichtige sind meist noch weit- oder kurzsichtig. Stabsichtigkeit ist eine Hornhautverkrümmung und wird vererbt. Hornhautnarben nach Verletzungen oder Entzündungen, sowie eine extreme Hornhautvorwölbung, können eine Stabsichtigkeit entstehen lassen. Die einfallenden Strahlen werden nicht in einem Brennpunkt vereinigt. Formstabile Kontaktlinsen korrigieren diese Form der Fehlsichtigkeit besonders gut. Astigmatismus wird auch durch Zylindergläser oder in schweren Fällen operativ durch eine Keratotomie therapiert.

Weitere Möglichkeiten zur Korrektur der Fehlsichtigkeit

Es gibt eine Reihe von operativen Verfahren zur Korrektur der Fehlsichtigkeit. Wie bei allen Operationen sind Nebenwirkungen möglich. Welche Methode gewählt wird, hängt von der Art und Stärke der Fehlsichtigkeit ab. Die Kassen tragen die Kosten nicht, wenn Fehlsichtigkeit auch mit einer Brille oder Kontaktlinsen ausreichend korrigiert werden kann.

Seit einigen Jahren ist das so genannte Lasik-Verfahren anerkannt. Dabei wird mit einem computergesteuerten Laser eine Hornhautschicht abgehoben und die darunter liegende Hornhautebene abgetragen. Der Hornhautdeckel wird wieder aufgelegt. Die Operationsmethode ist schmerzarm und das Operationsergebnis stellt sich sofort ein. Bei ein bis drei Prozent der Behandelten treten Nebenwirkungen auf. Diese Methode eignet sich für Kurzsichtige und Weitsichtige bis zu einer bestimmten Dioptrienzahl. Der Eingriff kann ambulant durchgeführt werden.


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