Deafferenzierungsschmerz

Deafferenzierungsschmerz Diese Schmerzform entsteht bei der Durchtrennung von peripheren Nerven oder Nervenwurzeln. Dies ist beispielsweise bei Amputationen der Fall. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom so genannten Stumpf- oder Phantomschmerz. Dabei empfindet der Betroffene beim Phantomschmerz Schmerzen im nicht mehr vorhandenen abgetrennten Glied. Diese Missempfindung wird auf vielfältige Ursachen zurückgeführt („Abbild“ vom abgetrennten Glied in der Hirnrinde, Schmerzgedächtnis, das genau die ehemals schmerzende Stelle beschreibt). Stumpfschmerz gehen vom am Körper verbleibenden Glied aus. An den Nervenstümpfen bilden sich Neurome (Nervengeschwülstchen), die sehr empfindlich auf Berührung, Wetterveränderungen oder Wärme reagieren.

Ein typisches Beispiel für diese Art von Schmerzen ist der Kriegsveteran, der in seinem Beinstumpf die nahende Schlechtwetterfront spürt. Diese Form der Schmerzen kann aber auch nach „harmlosen“ chirurgischen Eingriffen – wie einer Entnahme von Lymphknoten – auftreten. Es besteht eine abnorme Erregbarkeit und Aktivität bestimmter Strukturen des zentralen Nervensystems. Patienten beschreiben den Schmerzcharakter als brennend, juckend, elektrisierend oder krampfartig. Bisweilen wird diese Schmerzart auch den neuropathischen Schmerzen zugeordnet. Die Behandlung erfolgt auf medikamentöser Seite vorwiegend mit Analgetika. Zur Schmerzreduktion haben sich aber auch psychologische Therapieverfahren, wie Hypnose oder Biofeedback, bewährt.

Amputation
Phantomschmerzen
Neuropathische Schmerzen

 

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