Akute Nebenhodenentzündung

Bei einer akuten Nebenhodenentzündung handelt es sich in der Regel um eine durch Bakterien hervorgerufene Infektion der Nebenhoden. Früher war der häufigste Auslöser einer Nebenhodenentzündung der Tripper. Heutzutage ist die Erkrankung, besonders bei Männern unter 35 Jahren, eher auf Chlamydien, also bakterienähnliche Mikroorganismen zurückzuführen. Diese Keime werden in der Regel durch sexuellen Kontakt übertragen. Die Erkrankung kann auch die Folge einer nicht richtig ausgeheilten Harnwegsinfektion oder Prostataentzündung sein. In diesem Fall sind die Keime weitergewandert und haben den Nebenhoden infiziert. Eine Hodenentzündung ist nicht dasselbe wie eine Nebenhodenentzündung obwohl Hoden und Nebenhoden eng miteinander verbunden sind. Der Hoden kann zusätzlich entzündet sein. Die Nebenhoden verbinden den Hoden zum Samenleiter. Die Nebenhoden liegen an der Rückseite der Hoden.

Symptome

Im Hodensack aber auch in der Leistengegend und im Unterbauch können starke Schmerzen auftreten. Der Nebenhoden schwillt zunehmend an, die Haut rötet sich und ihre Fältelung hebt sich auf. Diese Symptome werden in der Regel von einem hohen Fieber, sogar bis 40°C begleitet, der Erkrankte fühl sich im Allgemeinen schwach. Es kann auch ein Wasserbruch, also eine Ansammlung seröser Flüssigkeit im Bereich des Hodensacks vorkommen. Bei einer Nebenhodenentzündung können in seltenen Fällen weitere Komplikationen wie eine Eiteransammlung (Abszessbildung) oder sogar eine Blutvergiftung (Sepsis) auftreten. Eine chronische Nebenhodenentzündung tritt bei etwa 15 bis 20 Prozent der Fälle auf, und sie ist in der Regel eine Folge- oder der Endzustand einer akuten Entzündung.

Diagnose

Zunächst tastet der Arzt vorsichtig die Hoden und Nebenhoden ab. Dieser Vorgang kann sehr schmerzhaft sein. In einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit sind Hoden und Nebenhoden nicht mehr abzugrenzen. Die Erreger der Nebenhodenentzündung können mit einem Abstrich aus der Harnröhre ermittelt werden. Außerdem wird ein Urin- und Bluttest durchgeführt.

Therapie

Die Nebenhodenentzündung wird mit Bettruhe und Antibiotika therapiert. Außerdem müssen die Hoden hochgelagert und gekühlt werden. Während der Therapie empfiehlt es sich eng anliegenden Hosen statt Boxershorts zu tragen. In der Regel ist der Patient nach zwei bis drei Wochen geheilt. Es kann allerdings mehrere Monate dauern, bis die geschwollenen Hoden ihre Ursprungsgröße erreichen. Um sicher zu gehen, dass alle Erreger der Entzündung abgetötet worden sind, muss eine Nachfolgeuntersuchung erfolgen. Die Partnerin muss mitbehandelt werden um die gegenseitige Wiederansteckungen zu vermeiden.

Diese Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für ärztliche Beratung angesehen werden.
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