Diagnose des akuten Abdomens (akuter Bauch)

Erst wenn die akute Gefahr (bsp. Kreislaufschock) gebannt ist und die genaue Ursache des akuten Abdomens nicht feststeht, kommen weiterführende diagnostische Maßnahmen zum Einsatz.

Meist schon im Rahmen der „schnellen Sofortanamnese“ erfragt der Arzt im Vorfeld die Krankengeschichte, die unbedingt auch ähnliche Symptome bei Familienmitgliedern sowie Reisen einschließen sollte (Hinweis auf Infektionen).

Die genaue Schilderung der Schmerzen gibt weitere wichtige Hinweise auf die Ursache der Erkrankung. Dumpfe, schlecht lokalisierbare Schmerzen deuten auf eine Beteiligung innerer Organe (bsp. Leber, Bauchspeicheldrüse) hin. Krampf- und kolikartige Schmerzen gehen häufig von muskulären Hohlorganen aus (Gallenblase, Darm).

Bisweilen strahlen bestimmte Organe auch in entfernte Körperregionen (Schulter) aus (siehe dazu auch Schmerztypen im Kapitel Bauchschmerzen). Durchblutungsstörungen (Darminfarkt) oder Durchbrüche von Organen führen anfänglich zu einem sehr starken Schmerz, der vorübergehend nachlässt, um sich dann auf einem hohen Niveau einzupendeln. Ist das Bauchfell in den Krankheitsprozess involviert, so können die Schmerzen meist gut lokalisiert werden.

Der Schmerzcharakter wird als brennend oder schneidend empfunden. Typisch für bestimmte Erkrankungen sind auch die Verhaltensweisen des Patienten (Einnehmen von Schonhaltungen, unruhiges Herumwälzen oder ständige Lageänderungen).

Weitere Untersuchungen können sein:

  • Labor: Blutuntersuchungen können Hinweise auf Entzündungen geben und ob die Gallenblase, die Leber oder die Bauchspeicheldrüse ursächlich für die Beschwerden sind. Blut im Urin deutet unter anderem auf Verletzungen der ableitenden Harnwege hin, Entzündungszellen und Eiweiß im Urin auf entzündliche Prozesse im Bereich der Nieren.
  • Apparative Techniken: Mögliche eingesetzte Untersuchungsmethoden sind: Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane, Röntgenaufnahmen (meist mit Kontrastmittel), Computertomographie und Darstellung der Gefäße (Angiographie).
  • Laparoskopie: Mit dieser Methode kann minimal-invasiv eine Untersuchung des Bauchraums und der Organoberflächen erfolgen. Die Untersuchung wird mit einem optischen Gerät vorgenommen. In einigen Fällen können auch einige Ursachen des akuten Abdomens gleich chirurgisch behandelt werden (Entfernung des Wurmfortsatzes oder der Gallenblase).

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 3.9.2007

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