Stumpfe Augen – Verletzungen (Augenprellung)

Bei einer stumpfen Verletzung wird das Auge gewaltsam in die Augenhöhle gedrückt. Oberflächenstrukturen, also das Augenlid, die Binde-, Leder- und Hornhaut sowie die Linse, und Strukturen am Augenhintergrund (Netzhaut und Nerven) können in Mitleidenschaft gezogen werden. Schlimmstenfalls können die das Auge umgebenden Knochen brechen. Ausgelöst werden stumpfe Verletzungen beispielsweise durch einen Schlag oder Stoß auf das Auge, durch Fußball-, Tennis- oder Squashbälle, Sektkorken oder Steine (bsp. beim Rasenmähen), Stürze auf die Augengegend und das Anrennen auf stumpfe Gegenstände.

Die knochige Augenhöhle wird in den meisten Fällen das Auge selbst schützen, jedoch entsteht in den ersten 24 Stunden nach der Verletzung oft das „blaue Auge“. Es erscheint durch das Blut, welches in die Augen umgebende Haut sickert. Platzt ein Blutgefäß auf der Augenoberfläche, sieht es blutunterlaufen und rot aus. Eine solche Blutung ist meist harmlos.

Es können jedoch auch – je nach Schwere der Gewalteinwirkung – Verletzungen aller Augenstrukturen auftreten. Dabei wiegt ein Schaden im Inneren des Auges meist schwerer als an der Oberfläche. Eine häufige Komplikation sind sogenannte Netzhautödeme, die zu einer Ablösung der Netzhaut führen können. Der Patient nimmt dies als „Rußregen“, „Bienenschwarm“, „Wolke“, „Schatten“ oder Lichtblitze wahr. Nach anfänglichem Verschwommensehen nimmt die Sehschärfe dann immer mehr ab.

Auf ein „blaues Auge“ können zur Abschwellung und Linderung der Schmerzen Eisbeutel aufgelegt werden. Kleine Schnittwunden am Augenlid oder der das Auge umgebenden Haut können genäht werden. Ist die Lidkante verletzt, sollte die Operation möglichst ein Augenchirurg durchführen, damit der vollständige Lidschluss erhalten bleibt. Auch Beeinträchtigen der Tränengänge können durch den Augenchirurgen versorgt werden. Bei Kratzwunden im Auge werden Schmerzmittel, pupillenerweiternde Medikamente und Antibiotika gegeben. Bei schweren Verletzungen kann – trotz Operation – eine Sehminderung eintreten.

Bei verletzungsbedingten inneren Blutungen am Auge ist Bettruhe einzuhalten. Zusätzlich müssen bisweilen auch Medikamente verordnet werden, um den Augeninnendruck zu senken (bsp. Azetazolamid) und die Blutung zu stillen (Aminocapronsäure). Personen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen (bsp. Heparin oder Acetylsalizylsäure) sollten ihren behandelnden Arzt davon informieren. Eventuell müssen die Blutungen operativ gestoppt werden.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 23.9.2007

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