Kreatinin / Kreatinin-Clearance

Bei Diabetikern wird regelmäßig eine Überprüfung der Nierenfunktion durch eine Albuminmessung aus dem Urin oder eine Kreatininbestimmung aus einer Blutprobe durchgeführt. Die Ermittlung der Werte dient dazu, um die diabetische Nephropathie – eine Folgeerkrankung des Diabetes mellitus – rechtzeitig aufzudecken und zu behandeln sowie deren Verlauf zu kontrollieren.

Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels und wird zum Teil auch mit der Nahrung aufgenommen. Die Substanz ist nur in geringen Mengen im Blut zu finden und wird fast vollständig über die Nieren ausgeschieden. Sie stellt daher einen ausgezeichneten Parameter zur Überprüfung der Nierenfunktion dar. Bei Diabetikern reicht die Ermittlung des Kreatininwertes zur alleinigen Kontrolle der Nierenfunktion nicht aus. Die Werte steigen erst deutlich, wenn die Nierenfunktion schon über 50 Prozent abgenommen hat. Um eine beginnende Störung der Nieren zu erkennen, ist daher eine zusätzliche Messung der Albuminausscheidung im Urin anzuraten.

Steigt der Kreatininspiegel im Blut an, so deutet dies in den meisten Fällen auf eine Einschränkung der Nierenfunktion hin. Jedoch werden erhöhte Kreatininwerte auch durch andere Substanzen im Blut, wie Ketonkörper, vorgetäuscht. Starke Muskelarbeit oder Muskelerkrankungen führen ebenso zu einer Erhöhung der Kreatininkonzentration, da der Kreatininwert auch von der Muskelmasse des Einzelnen abhängig ist.

Die Referenz-/Normalwerte für Kreatinin im Blutserum liegen in folgenden Bereichen:

  • Frauen: 0,5 – 0,9 mg/dl
  • Männer: 0,5 – 1,1 mg/dl.

Werte von > 1,3 bis 2,5 mg/dl gehen mit einem Verlust von 30 bis 50 Prozent der Nierenfunktion einher, ein Wert zwischen 2,5 bis 5 mg/dl korreliert mit einer Einschränkung von 50 bis 70 Prozent. Ab Werten von 8 bis 10 mg/dl muss mit der Dialyse angefangen werden.

Zu hohe Kreatininwerte deuten auf folgende Erkrankungen hin:

Zu niedrige Werte zeigen sich bei:

Die Werte werden neben der Muskelmasse und der Funktionstüchtigkeit der Nieren auch noch von den Ernährungsgewohnheiten und dem Alter beeinflusst. So kann ein exzessiver Verzehr von Fleisch zu einem Anstieg der Kreatininkonzentration im Blut führen.

Kreatinin-Clearance

Bei dieser Untersuchungsmethode kann eine Funktionseinschränkung der Nieren sehr früh erkannt werden, das heißt, auch dann, wenn die Kreatininwerte im Blut noch normal sind. Bei der Untersuchung wird der Urin über 24 Stunden gesammelt und aus dem Harn und dem Blut der Kreatininwert bestimmt. Aus beiden Werten lässt sich die Kreatininausscheidung der Niere pro Minute bestimmen.

Die Referenz- bzw Normalwerte liegen bei der Kreatinin-Clearance bis zum 30. Lebensjahr bei folgenden Werten:

  • Frauen: 95 ml/min
  • Männer:110 ml/min

Nach dem 30. Lebensjahr fällt die Kreatinin-Clearance mit jedem Lebensjahrzehnt um ca. 10 ml/min.

Erhöhte Werte deuten auf das Anfangsstadium des Diabetes mellitus oder eine Schwangerschaft hin. Erniedrigten Werten kann ein akutes Nierenversagen, chronische Niereninsuffizienz (siehe oben) oder eine langfristige Behandlung mit nierenschädigenden Medikamenten (z.B. Cimetidin = Magensäurehemmer oder diverse Entwässerungsmittel) zu Grunde liegen.

Die Kreatinin-Clearance wird nur bei besonderen gesundheitlichen Fragestellungen durchgeführt, da die Untersuchung sehr aufwendig ist.

Diese Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für ärztliche Beratung angesehen werden.
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