Wie erfolgt die Diagnose der Arthritis?

Ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch bildet die Grundlage der weiteren Diagnostik. So sind die Dauer, die Lokalisation, der Schmerzcharakter und der Zeitpunkt der Beschwerden wichtige Punkte, die angesprochen werden. Von Bedeutung sind auch außergewöhnliche Belastungen, denen das Gelenk ausgesetzt ist (Sport, Unfall, Beruf, Übergewicht) sowie Grunderkrankungen, wie Gicht oder eine Schuppenflechte.

Bei der körperlichen Untersuchung kann der Arzt Rötungen, Schwellungen oder Überwärmungen feststellen. Außerdem überprüft er die Beweglichkeit.

Blutuntersuchungen lassen weitere Rückschlüsse zu, die der Ursachenfindung dienen. So sind häufig die Entzündungsparameter (Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BKS), Leukozyten und C-reaktives Protein) erhöht. Bei Gicht ist der Harnsäurewert kritisch, bei der rheumatoiden Arthritis finden sich so genannte Rheumafaktoren. Bei juvenilen Arthritisformen stellen bestimmte Antikörper, so genannte antinukleäre Antikörper (ANA-positiv) ein wichtiges Diagnosekriterium dar. Die Röntgendiagnostik lässt bisweilen weitere Schlüsse auf die zu Grunde liegende Erkrankung zu (knöcherne Aufbauten, Stauchungen, Knochenabbauprozesse (pencil-in-cup) usw.).

Bei spezifischen Fragestellungen gibt es eine ganze Reihe von Untersuchungsmethoden, die jedoch nicht zum normalen Untersuchungsprozedere gehören, da sie kostenintensiv sind. Zu denken ist hier an eine Punktion des Gelenks zur Entnahme von Gelenkflüssigkeit oder eine Gelenkspiegelung. Eine Gelenk- und Knochenszintigraphie kann Aufschluss über versteckte Entzündungsherde geben. Ein MRT mit Kontrastmittelapplikation in die betroffenen Gelenke zeigt ein sehr genaues Bild über den Zustand der Gelenkinnenhaut, des Knorpels und der Knochen.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 3.9.2007

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