Neurose (engl. neurosis)

         

Neurose (engl. neurosis) Der Begriff „Neurose“ wird im (medizinischen) Sprachgebrauch uneinheitlich verwendet und wird daher auch nicht mehr in Klassifikationssystemen für Krankheiten (bsp. DSM-IV oder ICD-10) verwendet. Stattdessen hat sich eine differenzierte Aufteilung in verschiedene Störungsgruppen etabliert.

Die früher gebräuchliche Definition bezeichnete als Neurose eine psychische oder psychosoziale Störung ohne nachweisbare organische Grundlage. Im Gegensatz zur Psychose wurde angenommen, dass der Realitätskontakt wenig oder gar nicht gestört ist.

Diese Definition ist schon alleine aus dem Grunde nicht haltbar, da man heutzutage davon ausgeht, das mehrere Faktoren für die Entstehung psychischer Störungen verantwortlich sind. Es wird ein Zusammenspiel von körperlichen Einflüssen, wie etwa einer gewissen genetischen Disposition, in Kombination mit psychischen Faktoren, wie sehr belastenden Lebenssituationen, ausgegangen.

Die Aufsplittung der neurotischen Störungen in verschiedene Krankheitsbilder lässt auch eine bessere, genau abgestimmte Therapie zu. So wird beispielsweise eine Angststörung ganz anders behandelt, als die Hypochondrie. Die Symptome, Diagnose und Behandlung werden bei den einzelnen psychischen Störungen behandelt.

Der Begriff „Neurose“ wird – bisweilen noch immer – für folgende Störungen verwendet:

Im weiteren Sinne versteht man darunter lebensgeschichtlich bedingte psychische Störungen, wie Persönlichkeitsstörungen, psychosomatische Störungen oder sexuell abweichendes Verhalten. Im engeren Sinne ist damit ein Oberbegriff für Persönlichkeitsstörungen und so genannte Systemneurosen gemeint. Hierunter fallen Angstneurosen, Herzneurosen und die somatoformen Störungen, also Störungen bei denen die Patienten über körperliche Probleme oder ihr Aussehen klagen, aber psychische Probleme abstreiten. Schließlich handelt es sich auch noch um eine psychoanalytische Bezeichnung für bestimmte Befindlichkeits-, Verhaltens- und Persönlichkeitsstörungen.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 20.04.2008

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