Behandlung (Therapie) von Herzrhythmusstörungen

Wichtig für den Therapieweg sind unter anderem die Art, Häufigkeit und Schwere der Herzrhythmusstörung. Außerdem spielt es eine wichtige Rolle, ob noch andere Herzerkrankungen oder Grunderkrankungen bestehen.

Liegen weitere Herzerkrankungen vor, so werden in der Regel diese und die Herzrhythmusstörungen behandelt. Bei Grunderkrankungen, wie einer Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes oder einer Anämie, kann die HRST durch eine konsequente Therapie dieser Erkrankungen die HRST von selbst vergehen oder gemindert werden.

Herzgesunde Menschen, bei denen durch ihre Lebensweise (Stress, übermäßiger Konsum von Genussmitteln) eine Rhythmusstörung entsteht, müssen ihre Lebensgewohnheiten ändern.

Die Bandbreite anderer Behandlungsmethoden reicht von Entspannungstechniken, bestimmten Medikamenten (Antiarrhythmatika) bis hin zu chirurgischen Eingriffen.

Medikamente

Verschiedene Antiarrhythmatika beeinflussen über unterschiedliche Wirkmechanismen die Erregungsleitung am Herzen. Eine genaue Dosierungsanpassung und Nutzen-Risiko-Abwägung aufgrund der Nebenwirkungen muss beachtet werden. Antiarrhythmatika umfassen vier Gruppen:

  • Natriumkanalblocker (Klassen: IA, IB, IC): Einsatzgebiete sind bestimmte Formen von Tachykardien (reentry) und Vorhofflimmern.
  • Betablocker: Sie sind sinnvoll bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit und Herzinfarkt, da die Pumpkraft und -frequenz gesenkt wird.
  • Kalziumkanalblocker: Einsatzgebiete sind anfallartige (paroxysmale) Tachykardien aus den Vorhöfen und Vorhofflimmern.
  • Kaliumkanalblocker: Mit ihnen werden verschiedene Tachykardieformen therapiert.

Ein weiteres häufig verordnetes Medikament ist Digitalis (Herzglykosid). Seine Anwendungsgebiete sind Herzschwäche und Vorhofflimmern. Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen werden zudem blutverdünnende Medikamente (Marcumar) verabreicht, um Blutgerinnseln vorzubeugen, die beispielsweise zu einem Schlaganfall führen können.

Sonstige Techniken

  • Herzschrittmacher: Künstliche Herzschrittmacher sind kleine, implantierbare Geräte, die veranlassen, dass sich das Herz ordnungsgemäß zusammenzieht. Sie fangen Defizite bei einer krankhaften Reizbildung und -weiterleitung auf. Einsatzgebiete sind eine Sinusbradykardie (= der Sinusknoten sendet zu selten Impulse aus) und Blockierungen der Erregungsleitung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Erregung von den Vorhöfen auf die Herzkammern nicht einwandfrei funktioniert (AV-Block). In diesem Fall übernimmt der Herzschrittmacher die Anregung der Herzkammern.
  • Katheterablation: Bei dieser Methode werden über einen Herzkatheter Gewebeareale am Herzen zerstört, welche die Rhythmusstörungen verursachen. Einsatzgebiete sind supraventrikuläre (= aus den Vorhöfen) Tachykardien und das WPW-Syndrom.
  • Implantierbarer Kardioverter/Defibrillator (ICD): Hierbei handelt es sich um einen kleinen, batteriebetriebenen Computer, der die elektrische Funktion des Herzens genau überwacht. Das Gerät sendet bei bedrohlichen Tachykardien Elektroimpulse bzw. -schocks aus, um das Herz wieder in den Normalrhythmus zu bringen. Diese Geräte werden bei ventrikulären (= von der Herzkammer ausgehend) Tachykardien eingesetzt.
  • Operationen: Auch mithilfe offener chirurgischer Operationen kann beispielsweise Herzgewebe entfernt werden, das die Rhythmusstörungen auslöst. Dieses Verfahren wurde jedoch durch die minimal-invasive Technik der Katheterablation größtenteils verdrängt.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 27.10.2007

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