PTT (partielle Thromboplastinzeit) – auch aktivierte PTT (aPTT oder APTT)

Die partielle Thromboplastinzeit, die abgekürzt auch PTT genannt wird, ist ein Funktionstest, um einen bestimmten Teil der Blutgerinnung (intrinsisches System und gemeinsame Endstrecke) zu überprüfen.

Eine verminderte Funktion oder Störung der Gerinnungsfaktoren I (Fibrinogen), II und V sowie VIII bis XII (nicht Faktor VII) kann mit dem Test erfasst werden.

Zum Einsatz kommt fast ausschließlich die sogenannte aktivierte partielle Thromboplastinzeit APTT (Oberflächenaktivator wird bei der Analyse zugesetzt). Die Begriffe PTT und APTT werden synonym verwendet.

Was kann der Anlass der Untersuchung auf Thromboplastinzeit sein?

Der Test wird vor allem vor operativen Eingriffen zum Ausschluss oder der Diagnose von Gerinnungsstörungen durchgeführt. Zudem wird er zur Diagnose und bei der Therapiekontrolle der Bluterkrankheit (Hämophilie A und B) eingesetzt.

Eine wichtige Rolle spielt die PTT auch bei der Überwachung einer Behandlung mit Heparin, einem Wirkstoff, der die Blutgerinnung hemmt. In der Praxis stellt eine Heparintherapie die häufigste Ursache für eine PTT-Verlängerung dar.

Was sind die Referenz-/Normalwerte?

Für die Untersuchung wird Blutplasma benötigt, welches mit Citrat versetzt wird. Der Zusatz der Natriumcitratlösung verhindert die Gerinnung. Diese wird erst im Labor herbeigeführt. Dazu setzt man dem Patientenplasma einen Oberflächenaktivator, ein Phospholipid (Thrombozytenersatz) und Kalzium zu. Gemessen wird die Zeitspanne von der Gerinnungsauslösung bis zum Eintritt der Gerinnung.

Für Erwachsene liegt der Referenzbereich zwischen 26 – 36 sec (Sekunden). Dieser Normalwert ist stark methodenabhängig. Bei Erwachsenen unter Heparin-Therapie ist die PTT zwei- bis dreifach verlängert, also 60 – 80 sec.

Was kann eine verlängerte partielle Thromboplastinzeit bedeuten?

In folgenden Fällen ist die PTT verlängert:

  • Therapie mit Heparin; Behandlung mit Cumarinen;
  • angeborener Mangel an den Gerinnungsfaktoren II, X, XI und XII sowie Hämophilie A und B (Bluterkrankheit; Faktor-VIII- oder IX-Mangel); von-Willebrand-Syndrom;
  • Bildung von Hemmfaktoren gegen einzelne Gerinnungsfaktoren.

Was beeinflusst die PTT?

Eine zu lange venöse Stauung oder ein zu schnelles Abziehen des Blutes bei der Probenentnahme verändern die Werte. Medikamente, wie Penicillin (vor allem bei Kindern) und Valproinsäure (Epilepsiemittel) verlängern die APTT.

Quelle: Thomas, Labor und Diagnose
med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 02.01.2009

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