Erste Hilfe bei akutem Abdomen

Bei der häufig lebensbedrohlichen Situation muss eine rasche Diagnosestellung erfolgen, die in 75% der Fälle allein aufgrund der schnell verfügbaren Symptome (Abwehrspannung, Loslassschmerz, Kreislaufsituation, typische Schmerzen, Atemnot) gestellt wird. Diese Diagnose kann die Entscheidungsgrundlage für eine Notoperation darstellen.

Die Patienten werden direkt aufgefordert nichts mehr zu essen. Sie erhalten eine Venenkanüle und Infusionen. Nach der körperlichen Untersuchung auch Schmerzmittel, unter anderem um der Gefahr eines schmerzbedingten Schocks zu begegnen.

Die Schmerzmittel werden erst nach der Untersuchung gegeben, da sie die Abwehrspannung reduzieren können und dadurch die Diagnose des akuten Abdomens verschleiern. Auch führen sie dazu, dass die Schmerzen hinsichtlich ihres Charakters und ihrer Lokalisation nicht mehr eindeutig wahrgenommen werden.

Wichtige diagnostische Hinweise auf die Ursache der Erkrankung gehen so verloren. Ebenso kann eine rapide Verschlechterung des Krankheitszustandes durch die Schmerzmittel verborgen bleiben.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 3.9.2007

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