Wie wird das Karpaltunnelsyndrom (CTS) behandelt?

         

Wie wird das Karpaltunnelsyndrom (CTS) behandelt? Themen

  • Karpaltunnelsyndrom
  • Anatomie
  • Ursachen
  • Symptome
  • Diagnose
  • Therapie
  • Es werden zwei Wege der Therapie angeboten, die je nach Ausprägung der Symptome oder den zu Grunde liegenden Ursachen eingeschlagen werden.

    Die konservative Therapie wird durchgeführt bei Gefühlsstörungen und Schmerzen, Ungeschicklichkeit der Hand, verstärkter Empfindlichkeit und positiven Provokationstests durch den Arzt.

    Die Hauptpfeiler der konservativen Therapie sind die Ruhigstellung des Handgelenks mit einer Lagerungsschiene und eine lokale Therapie mit Ultraschall. Für Begleiterkrankungen – Entzündung der Beugesehnen der Finger – werden entzündungshemmende Medikamente verordnet. Daneben gibt es eine Reihe von Empfehlungen, die die Schmerzen lindern bzw. dem Karpaltunnelsyndrom vorbeugen (bsp. Vermeidung von starkem Druck auf Daumen und Zeigefinger beim Greifen oder von starker Überstreckung oder Beugung usw.)

    Indikationen für eine operative Therapie sind anhaltende Beschwerden nach kontinuierlicher konservativer Therapie, ein Karpaltunnelsyndrom nach Bruch der Handwurzelknochen oder des Unterarms sowie nach einem Tumor oder Abszess oder, wenn es zu einem Kraftverlust im Bereich des Daumenballens gekommen ist.

    Die Operation kann unter Vollnarkose oder mit lokalen Anästhesieverfahren durchgeführt werden. Es gibt zwei operative Möglichkeiten, die offene Karpaltunnelspaltung und die minimal-invasive Variante (endoskopische Karpaltunnelspaltung). Die offene Karpaltunnelspaltung findet vor allem bei rheumatischen Händen und nach Unfällen Anwendung. Der Karpaltunnel wird dabei durch das Dach des Tunnels von der Handfläche her mit einem mehr oder weniger großen Schnitt durchtrennt. Dabei können begleitend vielerlei operative Eingriffe durchgeführt werden, wie beispielsweise die Entfernung von Fettgewebsschwülsten oder Knochenvorsprüngen nach Handgelenksbrüchen. Ziel aller operativen Manipulationen ist es, dass keine neuerliche Einengung stattfindet.

    Bei der endoskopischen Karpaltunnelspaltung wird das Dach des Karpaltunnels von innen nach außen gespalten. Dazu wird das entsprechende Instrumentarium über einen kleinen Schnitt in der Handgelenksfalte in den Karpaltunnel eingeführt und unter Videoüberwachung das Dach des Karpaltunnels gespalten. Auf Grund des kleineren Schnitts erfolgt die Erholung der Hand nach dem Eingriff schneller als bei der offenen Spaltung. Beide Techniken haben eine gute Prognose. Die Wahl der Technik richtet sich nach der Ursache des Karpaltunnelsyndroms und muss in einem individuellen Gespräch mit dem Operateur besprochen werden.

    med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
    Aktualisierung 3.9.2007