Impfen bei HIV und AIDS

Menschen, die mit dem HI-Virus infiziert oder bereits an AIDS erkrankt sind, haben ein sehr hohes Risiko an Infektionen zu erkranken, die durch Schutzimpfungen abgewendet werden können. Eine Risiko-Nutzen-Abschätzung für Impfungen wurde aber bisher noch nicht veröffentlicht. Es wird empfohlen, Impfungen frühzeitig, also noch bei relativ guter Immunfunktion, vornehmen zu lassen.

Nach einigen Impfungen konnte eine vorübergehende Erhöhung der Viruslast (= Virusanzahl) festgestellt werden, jedoch wurde noch kein Fortschreiten der Erkrankung beobachtet, das auf eine Impfung zurückzuführen wäre. Inwieweit eine Impfung schützt, ist vom jeweiligen Immunstatus des Patienten abhängig. HIV-Positive ohne Immunschwäche können die meisten Impfungen erhalten.

Liegt bereits eine AIDS-Erkrankung vor, so sind Lebendimpfungen ausgeschlossen, denn in diesem Fall sind die Krankheitserreger zwar stark abgeschwächt, jedoch noch in der Lage sich zu vermehren. Einem immungeschwächten Körper können sie daher unter Umständen Schaden zufügen.

Übersicht über die Impfungen

Impfstoff

HIV-Infektion mit Symptomen

HIV-Infektion ohne Symptome

Cholera Ja Ja

Diphtherie (in Risikogebieten Auffrischimpfungen)

Ja Ja FSME Ja Ja Gelbfieber Nein Ja Hepatitis A Ja Ja Hepatitis B (evtl. noch zusätzliche 4. Dosis) Ja Ja Hib Ja Ja Influenza (Grippe) Ja Ja Keuchhusten Ja Ja

Kinderlähmung (Totimpfstoff)

Ja Ja Masern Nein (bei Maserngefährdung ja) Ja Meningokokken Ja Ja Mumps Nein Ja Pneumokokken Ja Ja Röteln Nein Ja Tollwut Ja Ja Typhus (Totimpfstoff) Ja Ja Typhus (Lebendimpstoff) Nein Ja

Varizellen (Windpockenerreger)

Nein

Möglich, wenn der Anteil der CD4-Zellen an der Gesamt-lymphozytenzahl größer als 25 Prozent; zwei Impfungen im Abstand von drei Monaten

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 30.10.2009

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