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Kleinkinder Schlafstörungen

Kleinkinder leiden normalerweise nicht an Schlafstörungen. Häufig haben aber Eltern falsche Vorstellungen davon, wie viel Schlaf ein Kind braucht und wie es schläft. Kleinkinder unter vier Jahren schlafen nachts nämlich meist nicht durch und wecken Ihre Eltern durchschnittlich zweimal pro Nacht. Außerdem sind die Schlafgewohnheiten von Kleinkindern sehr unterschiedlich. Manche müssen tagsüber ein oder zwei Stunden schlafen, bis sie vier oder fünf Jahre alt sind, andere benötigen keinen Mittagsschlaf, schlafen nachts nur acht Stunden und wachen frühmorgens auf.

Dennoch werden in der Literatur Durchschnittswerte für die Schlafdauer von Kleinkindern angegeben. Mit etwa 1½ Jahren schläft ein Kind nachts 10 bis 12 Stunden und benötigt tagsüber 1½ bis zwei Stunden Schlaf. Je aktiver ein Kind ist, desto höher kann das Schlafbedürfnis sein. Zudem gibt es jahreszeitliche Schwankungen.

In der Regel brauchen auch Kleinkinder, die als Babys wenig geschlafen haben, wenig Schlaf.

Schlafphasen eines Kleinkindes

Wie andere Menschen auch durchlaufen Kleinkinder verschiedene Schlafphasen, die sich bis zu fünfmal in der Nacht wiederholen. Aufgrund der wechselnden Schlafzustände wachen Kinder - Erwachsene übrigens auch - bis zu fünfmal nachts auf. Während dieser kurzen Wachperioden grummeln sie manchmal vor sich hin, drehen sich um, schlagen mit dem Arm um sich oder setzten sich kurz auf, um dann weiterzuschlafen. All diese Verhaltensweisen können als normales Schlafen und nicht als Kleinkinder Schlafstörungen bewertet werden.

Kleinkinder Schlafstörungen

1. Schlafwandeln

Schlafverhalten, das in Richtung Kleinkinder Schlafstörungen geht, ist das Schlafwandeln. Dieses kann sich lediglich als Sprechen im Schlaf äußern. Schlafwandeln im klassischen Sinne, bei dem das Kind schlafend durch die Wohnung geht, ist eine Art bewegliches Träumen. Dabei hat das Kind die Augen nicht geschlossen und auch die Hände sind nicht weit vorgestreckt. Seine Augen sind offen, aber es schläft. Das Kind erkennt seine Eltern nicht, hört sie auch nicht. Versuchen Sie Ihr Kind in einer solchen Situation nicht zu wecken, sondern führen Sie es langsam und sanft in sein Bett zurück.

Viele Kinder machen eine kurze Phase des Schlafwandelns durch, aber diese geht vorbei. Gehen Sie zum Arzt, wenn es häufig vorkommt und sie ernstere Ursachen vermuten. So kann das Schlafwandeln mit Albträumen in Zusammenhang stehen und Ihr Kind macht sich überaus große Sorgen um etwas.

Schlafwandeln wird für gewöhnlich nicht als gefährlich eingestuft, außer das Kind ist körperlich gefährdet. Sie können Ihr Kind schützen, indem Sie beispielsweise nachts ein Gitter vor die Treppe setzten und peinlich genau auf versperrbare Fenster und Terrassentüren achten. Manche Eltern binden ihren Kindern vor dem Schlafengehen auch ein Glöckchen um das Fußgelenk, damit sie sie hören, wenn das Kind durch die Wohnung wandelt.

2. Pavor nocturnus (Nachtschreck)

Eine erschreckend Anzusehende, aber als harmlos eingestufte Schlafstörung bei Kleinkindern ist der Pavor nocturnus. Er kommt bei ungefähr 15 Prozent der Kinder zwischen zwei und sechs Jahren vor, sogar bei Säuglingen oder Einjährigen kann er auftreten. Nach einschneidenden Erlebnissen oder während der Einschulungszeit taucht er besonders häufig auf.

Diese Schlafstörung beginnt meist zwei bis drei Stunden nach dem Einschlafen. Das Kind schreit gellend, ist verwirrt und steht oder sitzt im Bett mit weit aufgerissenen Augen und geweiteten Pupillen. Kalter Schweiß bedeckt das Gesicht, der Puls ist stark beschleunigt. Das Kind führt bestimmte Bewegungen wiederholt aus oder gestikuliert wild. Auf beruhigende Ansprache der Eltern reagiert es nicht. Der Nachtschreck kann nach 10 Minuten vorbei sein, aber auch bis zu einer Stunde andauern. In den allermeisten Fällen beruhigt sich das Kind selbst wieder und schläft weiter. Eine Erinnerung an das Ereignis besteht am nächsten Morgen nicht mehr. Medizinisch gesehen, zählt der Nachtschreck zu den harmlosen Kleinkinder Schlafstörungen. Das Kind schreckt plötzlich aus einer Nicht-Traum-Phase hoch und schafft es nicht von einer Tiefschlafphase in eine Leichtschlafphase zu wechseln. Es schläft, wirkt aber nicht so. Das Auftreten des Pavor nocturnus hängt wahrscheinlich mit Reifungsprozessen des Gehirns zusammen.

In dieser Situation kann man als Elternteil nicht viel tun, außer darauf zu achten, dass sich das Kind nicht selbst verletzt, bei ihm zu bleiben, ein gedämpftes Licht anzustellen und abzuwarten. Selbst sollte man nicht unruhig werden und auch nicht versuchen, das Kind wachzurütteln. Treten diese Attacken sehr häufig auf oder bestehen sie auch noch nach dem 6. Lebensjahr, so sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden.

Tipps

Grundsätzlich sind gelegentliche Probleme beim Ein- oder Durchschlafen nichts Ungewöhnliches bei Kleinkindern und man muss nicht gleich an manifeste Kleinkinder Schlafstörungen denken. Man kann aber einiges tun, damit ein entspanntes Schlafverhalten bei den Kleinkindern gefördert wird. Dazu einige Tipps:

  • Lüften Sie das Kinderzimmer vor dem Schlafengehen. Die Raumtemperatur sollte nicht zu hoch sein (18 Grad Celsius genügen). Ideal ist eine Luftfeuchtigkeit von 50 bis 60 Prozent.
  • Lassen Sie dem Kind Objekte, mit denen es sich selbst trösten kann (Puppe, Stofftier, Schnuller oder ein Kissen).
  • Bieten Sie keine falschen Einschlafhilfen, wie Flasche, Brust oder Anwesenheit der Eltern bis zum Einschlafen an. Sie sind unter anderem deshalb ungünstig, weil das Kind in den kurzen nächtlichen Wachphasen danach sucht und sie nicht findet. Dadurch wacht es richtig auf. Besser sind die oben aufgeführten Objekte, mit denen es sich selbst trösten kann.
  • Viele Kinder haben Angst im Dunklen. Ein kleines Orientierungslicht kann hier Abhilfe schaffen.
  • Einschlafrituale erleichtern das Einschlafen. Ein Lied, eine Geschichte, beruhigende Musik oder ein Nachtgebet sind gute Einschlafhilfen. Ängstliche Kinder sollten gruselige oder bedrückende Geschichten am Abend nicht mehr hören.
  • Lassen Sie Ihr Kind tagsüber viel an der frischen Luft herumtoben (auch im Winter). Das ermüdet für die Nacht.
  • Lassen Sie Ihr Kind nicht in Unfrieden einschlafen. Sensible Kinder wachen in der Nacht auf, wenn sie am Tag geschimpft werden. Deshalb sollte man so früh wie möglich seine Konflikte lösen, und dem Kind zeigen, dass man es lieb hat.
  • Benutzen Sie das Zubettgehen nicht als Strafmaßnahme. Sonst setzt das Kind Schlafen mit Bestrafung gleich und geht noch unwilliger ins Bett.
  • Manchmal genügt auch das Verschieben des Bettes in eine andere Ecke. Schon manches Kind konnte dann schlafen. Der Schlafplatz sollte vertraut und gemütlich sein.
  • Legen Sie das Kind in ein gesundes Bett (bei Allergie gefährdeten Kindern bsp. Latex) und wählen Sie Bettwäsche aus Baumwolle, Naturseide oder bei wärmebedürftigen Kindern aus kuscheligen Naturmaterialien. Das Bettzeug sollte warm, aber leicht sein.
  • Vermeiden Sie Reizüberflutung oder Lärm. Aufregende Spiele, Fernsehsendungen oder Geschichten kurz vor dem Schlafengehen sollten nicht sein. Günstiger sind Beschäftigungen des Kindes mit Basteln, Handarbeiten oder Zeichnen.
  • Verzichten Sie auch darauf zu spät und zu üppig zu essen. Eine überreiche Nahrung ist für den Schlaf nicht förderlich, da die Verdauungsorgane überlastet werden.
  • Versagen alle diese Maßnahmen, so ist laut Literaturangaben gelegentlich auch die Gabe von beruhigenden pflanzlichen Mitteln erlaubt, die in Form von Tees erhältlich sind (Achtung: Baldrian kann zur Gewöhnung führen!). Oft genügt auch die warme Tasse Milch mit etwas Honig.

Quellen:
Kinderkrankheiten, Dr. med. Helmut Keudel, GU
Das große Buch der Kinderkrankheiten, Dr. Miriam Stoppard, Weltbild
Endlich wieder Schlafen, Heinz Scholz, Kneipp-Verlag
Knaurs Buch der Kinderkrankheiten, Gunhild Kilian-Kornell, Jeanette Stark-Städele, Knaur

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 26.09.2011


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