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Prolactin (PRL)

Prolaktin ist ein Hormon, das im Vorderlappen der Hypophyse (= Hirnanhangdrüse) gebildet wird. Es aktiviert bei Frauen die Produktion von Muttermilch und die Aufrechterhaltung der Milchsekretion in der Stillphase. Auch ist es neben den Sexualhormonen für die Entwicklung der Brust zuständig. Indirekt steuert es zudem den weiblichen Zyklus und unterdrückt den Eisprung. Bei Männern beeinflusst es die Fruchtbarkeit.

Erhöhte Konzentrationen von Prolaktin finden sich bei stillenden Frauen. Ansonsten haben Frauen geringfügig höhere Konzentrationen von Prolactin im Blut als Männer.

Was kann Anlass der Prolaktin - Bestimmung sein?

Symptome, die den Mediziner zu einer Prolactin-Bestimmung veranlassen, sind meist auf eine Überproduktion von Prolaktin zurückzuführen. Ursächlich dafür kann ein gutartiger Tumor der Hypophyse, ein sogenanntes Prolaktinom sein. Diese Tumorform macht bis zu 30 Prozent aller Hypophysentumoren aus. Auch bei Verdacht auf Erkrankungen des Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) wird eine Prolactin-Bestimmung durchgeführt.

Folgende Symptome können Anlass zur Untersuchung sein:

bei Frauen:
  • Zyklusstörungen (bsp. Ausbleiben der Regel oder sehr lange Zyklen);
  • Milchfluss ohne Schwangerschaft;
  • Akne in Verbindung mit Vermännlichungserscheinungen;
  • verminderte Knochendichte (Osteopenie).

Die Prolactin-Bestimmung wird zudem im Rahmen einer Hormonanalyse zur Abklärung einer Sterilität durchgeführt.

bei Männern:
  • Libido- und Potenzstörungen;
  • Milchfluss;
  • Hypogonadismus;
  • Verlust der Schambehaarung;
  • verminderte Knochendichte (Osteopenie).

Was sind die Referenz- Normalwerte des Prolaktins?

Prolactin wird aus dem Blutserum bestimmt. Die Werte variieren je nach Alter und Geschlecht.

Folgende Werte werden als normal angesehen:

Frauen:          3,8 – 23,2 µg/l oder 91 – 557 mIU/l
Männer :         3,0 – 14,7 µg/l oder 72 – 353 mIU/l

Was können verminderte Prolaktin - Werte bedeuten?

Zu niedrige Werte können auf eine Unterfunktion der Hirnanhangdrüse hindeuten oder finden sich bei der Einnahme bestimmter Medikamente (Dopaminagonisten).

Was können erhöhte Prolaktin - Werte bedeuten?

Bei erhöhten Prolactin-Werten spricht man von Hyperprolaktinämie. Die Ursachen dafür können physiologisch bedingt sein, einen krankhaften Hintergrund haben (pathologische Hyperprolaktinämie) oder durch Pharmaka hervorgerufen werden.

Zu den physiologischen Ursachen zählen:

  • Schwangerschaft und Stillzeit.
  • körperliche Anstrengung und Stress, beispielsweise nach einer Operation.
  • Erkrankungen die eine Hyperprolaktinämie verursachen sind:
  • hormonproduzierende Tumoren des Gehirns, wie ein Prolaktinom;
  • Sarkoidose;
  • Schilddrüsenunterfunktion;
  • Niereninsuffizienz;
  • Herpes-zoster Enzephalitis (sehr selten).

Arzneimittel, die zu erhöhten Prolactin-Werten führen, sind beispielsweise Antidepressiva, Neuroleptika (Chlorpromazin), Antiemetika (Antibrechmittel, wie Domperidon) und Cimetidin, ein Magensäureblocker.

Quelle: Thomas, Labor und Diagnose
med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner

Aktualisierung 20.02.2009


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