Gesundheit Lexikon
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Drei-Tage-Fieber (Roseola infantum, Exanthema subitum)

Das Drei-Tage-Fieber ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die jedoch weitgehend harmlos verläuft. Die typischen Krankheitsmerkmale sind das plötzlich auftretende hohe Fieber (40º), das kontinuierlich drei bis vier Tage anhält, bis ein Hautausschlag, der vom Rumpf ausgeht, erscheint. Als Komplikation können Fieberkrämpfe auftreten. Hauptsächlich von der Infektion betroffen sind Kinder im Alter zwischen 6 und 36 Monaten.

Die Erkrankung ist weltweit verbreitet und hat Ihren Altersgipfel bereits im Säuglings- und Kleinkindalter, selten erkranken Kinder, die älter als drei Jahre sind. Die meisten Erwachsenen haben Antikörper gegen das Virus.

Der Erreger des Drei-Tage-Fiebers ist das humane Herpesvirus 6 (HHV 6) aus der Gattung Roseolovirus. Es gehört zur Gruppe der Herpesviren. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, also durch Niesen, Husten, Sprechen. Eine überstandene Infektion mit dem Erreger hinterlässt eine lebenslange Immunität. Viele Kinder machen die Infektion stumm durch, das heißt ohne erkennbare Krankheitszeichen. Sie tragen natürlich auch zur Verbreitung des Virus bei. Es kann davon ausgegangen werden, dass fast alle Kinder bis zum Ende ihres dritten Lebensjahres diese Infektionskrankheit durchgemacht haben.

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Ansteckung und den ersten Krankheitssymptomen, beträgt 3 bis 15 Tage.

Das Krankheitsbild stellt sich folgendermaßen dar:
Die Erkrankung beginnt mit plötzlich einsetzendem hohem Fieber (40ºC). Es dauert drei bis vier Tage an. Meist ist das Allgemeinbefinden dabei wenig beeinträchtigt. Für das hohe Fieber sind die Kinder erstaunlich fit. Leichte Erkältungssymptome (beispielsweise entzündeter Rachen oder geschwollene Lymphknoten am Hals) können hinzukommen. Bei Säuglingen ist häufig die Fontanelle gespannt oder vorgewölbt. Nach den drei Tagen fällt die Temperatur schlagartig und es tritt der typische blassrote Ausschlag (rubeoliformes Exanthem) auf, der charakteristischerweise vom Rumpf ausgeht und sich über den ganzen Körper ausbreitet. Nur das Gesicht bleibt ausgespart. Der Ausschlag verschwindet nach 1 bis 3 Tagen wieder ohne weitere Nebenwirkungen. Das Drei-Tage-Fieber ist nach einer Woche überstanden.

Das Drei-Tage-Fieber wird als eine harmlose Erkrankung eingestuft, rufen Sie aber sofort Ihren Arzt, wenn Ihr Kind einen Fieberkrampf hat.

Ihr Arzt wird folgendermaßen vorgehen:

  • Die genaue Diagnose kann Ihr Arzt erst dann stellen, wenn das typische Hautexanthem nach der Entfieberung auftritt. Die Erkrankung kann dann deutlich von einer Masern- oder Rötelninfektion unterschieden werden. Vor dem Auftreten des Ausschlags, also in der Fieberphase, wird Ihr Arzt eventuell durch einen Urintest eine Blasen- oder Nierenbeckenentzündung ausschließen (auch hier ist lang anhaltendes hohes Fieber ein charakteristisches Krankheitssymptom). Hinweisgebend sind auch Blutbildveränderungen mit Verschiebungen im weißen Blutbild.
  • Da die Krankheit symptomatisch behandelt wird, wird er Ihnen Fiebermittel verordnen. Neigt Ihr Kind zu Fieberkrämpfen, so wird er Ihnen ein krampflösendes Medikament verschrieben, so genannte Diazepam-Rectinolen (weitere Infos dazu auch im Kapitel Fieber, Erste Hilfe bei einem Fieberkrampf).

Folgende Maßnahmen sollten Sie selbst ergreifen:

  • Geben Sie Ihrem Kind reichlich zu trinken, denn durch das Fieber verliert es vermehrt Flüssigkeit über die Haut und dabei auch Salze.
  • Senken Sie das Fieber mit Wadenwickeln oder Fieberzäpfchen. Fieberzäpfchen sind bei bekannter Neigung zu Fieberkrämpfen auf jeden Fall notwendig.
  • Bleiben Sie mit Ihrem hoch fiebernden Kind in jedem Fall zu Hause, bis der Ausschlag auftritt und damit die Diagnose gesichert ist.
  • Fühlt Ihr Kind sich trotz des hohen Fiebers fit, so kann es durchaus aufstehen.

Zur Prophylaxe gibt es keinen Impfstoff. Das Virus ist sehr ansteckend. Der Besuch von anderen Kindern oder Personen sollte vermieden werden.


Kinderkrankheiten Übersicht

Diese Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für ärztliche Beratung angesehen werden. Der Inhalt von medhost.de kann und darf auf keinen Fall verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Selbstbehandlung durchzuführen.

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