Gesundheit Lexikon
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Impfung gegen den Pesterreger

Was löst die Pest aus? Wie kann man sich infizieren?

Die Pest ist die schlimmste Infektionskrankheit, mit der die Menschheit bisher konfrontiert war. Auch heute noch werden weltweit circa 2.500 Fälle im Jahr gemeldet. Erreger der Erkrankung ist das Bakterium Yersinia pestis.

Das eigentliche Reservoir der Pesterreger sind Nagetiere, vor allem Ratten. Durch einen Rattenbiss oder durch Stiche der Rattenflöhe kann sich der Mensch infizieren. Auch andere wild lebende Nagetiere - wie Erdhörnchen oder Murmeltiere - können Zwischenwirte sein. Dies ist vor allem im Südwesten der USA der Fall.

Die Pest kann auch von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen werden (Husten eines Lungenpesterkrankten). Die Ansteckungsfähigkeit ist sehr hoch, daher werden die Erkrankten isoliert.

Wo ist die Pest auch heute noch anzutreffen?

Hauptsächlich kommt die Erkrankung noch im südlichen und östlichen Afrika vor sowie in Vietnam, Indonesien und Burma. Betroffen sind auch Indien, China und die Mongolei. Weitere Erkrankungsfälle wurden aus dem Iran, Mittelamerika und dem Südwesten der USA gemeldet.

Wie lange dauert es von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung?

Die Inkubationszeit beträgt bei der Bubonenpest zwei bis sechs Tage, bei der Lungenpest ein bis zwei Tage.

Wie sehen die Krankheitsbilder aus? Was sind die Komplikationen?

Die häufigste Form der Pest ist die sogenannte Bubonenpest (= Beulenpest). Die Krankheit beginnt unvermittelt mit Schüttelfrost, hohem Fieber, Schwindelgefühl sowie Kopf- und Gliederschmerzen. An den Leisten finden sich blaurote, schmerzhafte Schwellungen, die sogenannten Bubonen. Sie können Gänseei groß werden. Der Tod tritt durch die Überschwemmung des ganzen Organismus mit den Bakterien ein (Blutvergiftung = Sepsis). Die Sterblichkeit ist hoch (unbehandelt 60 Prozent).

Auch die Lungenpest beginnt stürmisch mit Schüttelfrost, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Abgeschlagenheit und Schmerzen. Dann treten Husten mit blutigem Auswurf, Brustschmerzen und Atemprobleme auf. Auch Durchfälle, Leibschmerzen und Erbrechen werden beobachtet. Schließlich mündet die Erkrankung in einem Lungenödem und Kreislaufversagen. Die Lungenpest kann auch das Endstadium der Bubonenpest sein. Hochinfektiös sind die hustenden Kranken. Ohne entsprechende Medikamente endet die Lungenpest fast immer tödlich.

Überlebt man die Erkrankung, besteht eine lebenslange Immunität.

Wie wird behandelt?

Möglichst sofort wird mit einer Reihe von Antibiotika therapiert. Dazu gehören Tetrazykline, Streptomycin, Gentamycin, Ciprofloxacin und Streptomycin; bei Lungenpest versucht man auch Chloramphenicol.

Personen mit einem engen Kontakt zu den Erkrankten erhalten für eine Woche eine Chemoprophylaxe. Zur Verfügung stehende Medikamente sind Doxycyclin, Ciprofloxacin und Trimethoprim-Sulfamethoxazol.

Die Impfung

Die Impfung wird örtlich begrenzt dort durchgeführt, wo Nagetiere möglicherweise infiziert sind und Tierkontakte bestehen (Jäger, Fallensteller).

Geimpft wird mit US-amerikanischen, britischen und australischen Totimpfstoffen. Die Impfung erfolgt zweimal im Abstand von ein bis vier Wochen. Alle sechs Monate muss aufgefrischt werden. Aussagen über die Effizienz können nicht gemacht werden.

Unerwünschte Nebenwirkungen sind aufgrund fehlender Studien derzeit nicht bekannt. Lediglich Beschwerden an der Einstichstelle werden sicher erwähnt.

Auch Kontraindikationen sind bisher nicht bekannt. Impfstofferfahrungen bei Schwangeren sind nicht vorhanden.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 30.10.2009


Impfungen

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