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Hühnereiweißallergie und Impfungen

Nur die Vakzine gegen Gelbfieber und Influenza (Grippe) sind auf eine Impfstoffproduktion in bebrüteten Hühnereiern angewiesen. Hier kann eine Hühnereiweißallergie eine Kontraindikation für die Impfung sein. Laut internationalen Studien kann davon ausgegangen werden, dass bei Vorhandensein einer Hühnereiweißallergie bei 2,8 Prozent der mit diesen Impfstoffen Geimpften mit klinischen Symptomen zu rechnen ist (Daten 2000 und 2003). 2007 nun ist es gelungen einen Grippeimpfstoff herzustellen und zuzulassen, für den man nur Zellkulturen braucht. Er kann auch bei bestehender Hühnereiweißallergie gegeben werden.

Bei der Impfstoffherstellung gegen Maser-Röteln-Mumps (MMR) sowie Tollwut und FSME werden die Viren ebenfalls in Zellkulturen (Fibroblasten) produziert, die aus Hühnerembryonen gewonnen werden. Bei dieser Herstellungsmethode finden sich allerdings kaum nachweisbare Spuren von Hühnereiweiß. Sie sind ohne allergische Potenz. Die so hergestellten Impfstoffe können daher auch bei einer klinisch manifesten Hühnereiweißallergie verimpft werden. Die Hühnereiweißallergie wird in nationalen und internationalen Studien nicht mehr als Kontraindikation genannt.

Die Mehrheit der allergischen Reaktionen beim MMR-Impfstoff (Masern-Mumps-Röteln) tritt bei Kindern auf, die keine Hühnereiweißallergie haben. Andere allergene Stoffe sind hier für die allergische Reaktion verantwortlich. Eine Hühnereiweißallergie sollte nicht dazu führen, eine Masern-Impfung zu verzögern oder gänzlich zu unterlassen.

Unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen im Krankenhaus sollten Kinder gegen Masern geimpft werden, wenn sie bereits bei einer vorhergehenden Impfung eine lebensbedrohliche, allergische Reaktion gezeigt haben, eine aktive chronische Asthma-Erkrankung besteht oder eine sehr schwere Hühnereiweißallergie (bsp. anaphylaktischer Schock nach dem Verzehr geringster Mengen an Hühnereiweiß) vorhanden ist.

Quellen:
rki.de (2003)
Arzneitelegramm 2000, Jg. 31, Nr.11

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 30.10.2009


Impfungen

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