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Weicher Schanker

Der Weiche Schanker oder Ulcus molle ist eine Erkrankung, die fast ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Das Bakterium Haemophilus ducreyi löst die Erkrankung aus und führt zu schmerzhaften Geschwüren an den Genitalien. Der Weiche Schanker kommt hauptsächlich in Afrika, Südostasien und Lateinamerika vor, sporadisch auch in Europa.

Männer sind fünfmal häufiger von der Erkrankung betroffen als Frauen, wobei beschnittene Männer wesentlich seltener infiziert werden. Als Risikogruppe gelten Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, die ungeschützten Geschlechtsverkehr praktizieren. Die Ansteckungsgefahr ist auch bei Menschen erhöht, deren Immunsystem geschwächt ist. Außerdem begünstigen auch andere sexuell übertragbare Krankheiten, wie Feigwarzen, Herpes genitalis, Syphilis oder Gonorrhö, die Infektion mit der Erkrankung. Der Weiche Schanker gehört zu den meldepflichtigen Erkrankungen.

Was sind die Symptome und mögliche Folgen der Erkrankung?

Nach einer Inkubationszeit von drei bis fünf Tagen entstehen – bei den Männern meist an der Eichel und der Vorhaut, bei Frauen an den Schamlippen – weiche, linsen- bis eurostückgroße, flache, schmerzhafte Geschwüre mit überhängenden hellroten und zackigen Rändern. Sie bluten leicht und sind sehr schmerzhaft, vor allem wenn sie mit Urin in Kontakt kommen. Unbehandelt heilen diese Geschwüre nach Wochen von selbst ab. Der Erreger ist jedoch weiterhin im Körper und kann durch Eigeninfektion auch andere Schleimhäute befallen.

Wenige Tage nach Auftreten der Geschwüre schwellen die benachbarten Leistenlymphknoten schmerzhaft an. Sie können vereitern und durch die gerötete Haut brechen. Weitere Folgen der Erkrankung können eine Entzündung der Harnröhre oder eine Vorhautverengung sein.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Der Hautarzt stellt die Diagnose aufgrund der typischen Symptome. Zur Identifizierung des Erregers erfolgt ein Abstrich aus dem Geschwürrand. Es werden Kulturen angelegt und die Abstiche im Mikroskop betrachtet. Im mikroskopischen Präparat ist eine fischzugartige Anordnung der Erreger zu sehen. Da auch gleichzeitig weitere Infektionen erfolgt sein können, sind weitergehende Untersuchungen zum Beispiel auf HIV, Syphilis und Herpes genitalis sinnvoll.

Wie erfolgt die Behandlung des weichen Schanker?

Die Behandlung der Erkrankung erfolgt durch Antibiotika. Zum Einsatz kommen vornehmlich Sulfonamide mit Langzeitwirkung und Cotrimoxazol (Kombipräparat). Durch die Antibiotika werden die Krankheitskeime abgetötet und die schmerzhaften Geschwüre heilen schneller ab. Bis zur völligen Ausheilung der Erkrankung ist sexuelle Enthaltsamkeit unabdingbar, um den/die Sexualpartner zu schützen. Auch die Geschlechtspartner sollten sich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen, um festzustellen, ob sie sich infiziert haben und ob auch sie mit Antibiotika behandelt werden müssen.

Wie kann der Erkrankung vorgebeugt werden?

Die Ansteckung kann durch die Verwendung von Kondomen vermieden werden.


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Diese Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für ärztliche Beratung angesehen werden. Der Inhalt von medhost.de kann und darf auf keinen Fall verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Selbstbehandlung durchzuführen.

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