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Ventrikuläre Tachykardie - Kammertachykardie

Die ventrikuläre Tachykardie oder Kammertachykardie stellt eine sehr ernst zu nehmende Herzrhythmusstörung dar. Die Herzhauptkammern schlagen auch in Ruhe regelmäßig oder unregelmäßig extrem schnell.

Der Ausgangspunkt dieser schnellen Herzschläge sind die erregungsleitenden Fasern der Herzkammern (Tawara Schenkel, Myokard). Die Kammertachykardie kann innerhalb kürzester Zeit - vor allem bei herzkranken Menschen - zu Herz-Kreislaufversagen und Herzstillstand führen. Ventrikuläre Tachykardien kommen vor allem bei bereits herzkranken Menschen vor und sind häufig Ausdruck einer akuten Herzerkrankung, wie eines Herzinfarkts.

Ursachen

Die Ursachen der Kammertachykardie sind:
  • Herzkrankheiten (ein akuter oder bereits überstandener Herzinfarkt, die koronare Herzkrankheit, Kardiomyopathie, WPW-Syndrom, Herzmuskelentzündung (Myokarditis));
  • Störungen des Elektrolythaushalts (Kalium!);
  • Medikamentennebenwirkungen (bsp. Digitalisüberdosierung).

Symptome

Die Ausprägung der Beschwerden einer Kammertachykardie kann unterschiedlich sein. Es ist davon abhängig, in welchem Ausmaß der Herzschlag erhöht ist, wie viel Blut noch in den Kreislauf gepumpt wird und ob der Betroffene bereits an einer Herzkrankheit leidet.

Folgende Krankheitszeichen können auftreten:
  • Herzrasen, das mit Angst und Schwäche verbunden ist;
  • Schwindel;
  • Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit aufgrund einer kurzen Mangeldurchblutung des Gehirns (Synkope);
  • Herzinsuffizienz;
  • Lungenödem;
  • Kardiogener Schock (lebensbedrohlich!).

Diagnose

Neben den offensichtlichen Krankheitszeichen und einer Kammerfrequenz von 150 bis 200 Schlägen pro Minute sind im EKG typische Veränderungen sichtbar (Schenkelblockbild, P-Wellen mit langsamer Frequenz und unabhängig vom QRS-Komplex, capture beats usw.).

Behandlung

Vor allem bei Herzkranken kann die Herzrhythmusstörung innerhalb kürzester Zeit zum Herzstillstand führen. Eine schnelle Therapie kann daher notwendig werden, vor allem wenn ein Kreislaufschock droht. In diesem Fall wird der behandelnde Arzt eine kurze Narkose einleiten und mit einem elektrischen Stromstoß den Herzrhythmus wieder normalisieren (= Kardiokonversion).

Wichtig ist die Nachbehandlung der ventrikulären Tachykardie. War der Auslöser der Herzrhythmusstörung ein akuter Herzinfarkt oder eine Entgleisung der Blutsalze, so ist ein erneutes Auftreten nicht sehr wahrscheinlich. Das Behandlungsaugenmerk liegt in diesen Fällen auf der Behandlung der Grunderkrankung und Vermeidung der auslösenden Faktoren.

Besteht die Gefahr von Wiederholungen der Extrasystolen - beispielsweise bei Herzmuskelkrankheiten oder fortgeschrittener koronarer Herzkrankheit -, werden verschiedene Therapiewege beschritten, die häufig sogar miteinander kombiniert werden:
  • Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmikum),
  • Ablationsbehandlung; hierbei werden bei einer speziellen Herzkatheterbehandlung mithilfe eines Stromstoßes die Strukturen beseitigt, die zu den Herzrhythmusstörungen führen. Der Behandlungserfolg ist sofort feststellbar und in der Regel dauerhaft.
  • Einsetzen eines automatischen Kardioverter-Defibrillators. Hierbei handelt es sich um einen implantierbaren, kleinen, batteriebetriebenen Computer, der die elektrische Herzfunktion permanent überwacht. Im Falle einer lebensbedrohlichen Tachykardie sendet er einen oder mehrere Elektroimpulse bzw. -schocks aus und bringt das Herz wieder in den normalen Rhythmus.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 27.10.2007


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