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Schlafapnoe-Syndrom (engl. sleep apnea syndrome)

Das Schlafapnoe-Syndrom (kurz: SAS) zählt zu den medizinisch krankhaften Schlafstörungen. Es zeichnet sich durch eine gestörte Atemregulation mit wiederholtem Atemstillstand während des Schlafes aus. Definitionsgemäß sind die Atempausen mindestens 10 Sekunden lang und kommen mehr als 10-mal pro Schlafstunde vor. Das typische Anzeichen des SAS ist lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit Atempausen. Im Wesentlichen sind zwei Ursachen für die Erkrankung verantwortlich: eine Blockade der Atemwege (obstruktive Schlafapnoe) und eine Funktionsstörung durch Gehirn- oder Rückenmarkschäden (zentrale Schlafapnoe). Letzteres ist selten die Ursache des SAS. In Deutschland sind circa 1-2% der Frauen im mittleren Lebensalter von einer obstruktiven Schlafapnoe (kurz: OSAS) betroffen, die Anzahl der Männer im selben Lebensabschnitt beziffert sich doppelt so hoch. 80% der Patienten haben Übergewicht.

Was passiert beim OSAS?

Durch die Atemstillstände, die länger als 10 Sekunden andauern, fällt der Sauerstoffgehalt des Blutes ab, der Kohlendioxidgehalt steigt. Die Folge ist eine unzureichende Sauerstoffversorgung des Gewebes. Durch diese Umstände wird eine kurzzeitige (zentralnervöse) Weckreaktion des Körpers veranlasst, die Atmung setzt wieder ein. Der Patient nimmt dies nicht bewusst wahr, jedoch wird die physiologische Struktur des Schlafes unterbrochen und seine Erholungsfunktion unterbleibt.

Was sind die Ursachen des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms?

Der häufigste Grund für das OSAS ist die Einengung der Atemwege durch das Übergewicht der Patienten. Oft kommt noch eine behinderte Nasenatmung durch Polypen oder eine Nasenscheidewandverkrümmung hinzu. Ebenso kann eine starke Entspannung der Rachenmuskeln und der Zunge bei Menschen nach Alkohohl- und Schlafmittelkonsum zum OSOS führen. Auch eine Vielzahl von angeborenen anatomischen Gegebenheiten (fliehendes Kinn) können ursächlich sein.

Was sind die Symptome der Schlafapnoe?

Das Hauptsymptom ist lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit Atemaussetzern. Durch die mangelnde Erholung im Schlaf klagen die Betroffenen über eine unnatürliche Tagesmüdigkeit. Außerdem leiden sie unter Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Weiterhin zu beobachten sind Persönlichkeitsveränderungen, morgendlicher Kopfschmerz und Potenzstörungen. Bei einer klinischen Untersuchung kann eine Zunahme der roten Blutkörperchen festgestellt werden. Dies kann auf den nächtlichen Sauerstoffmangel zurückgeführt werden. Weitere Folgen sind Gefäßverengungen in der Lunge (erhöhter Lungendruck), die durch den erhöhten Lungenwiderstand zu einer Rechtherzvergrößerung und Rechtsherzschwäche führen, dem so genannten Cor pulmonale. Seine Kennzeichen sind anfänglich schneller Herzschlag, Luftnot unter Belastung, die später auch in Ruhe auftritt. In einem fortgeschrittenen Stadium des Cor pulmonale sind Beinödeme und Leberschwellung zu beobachten. Weitere Folgen des SAS können Depressionen oder das gehäufte Auftreten von Stresserkrankungen, wie Tinnitus oder Magengeschwüren, sein. Ebenso soll das Schlafapnoe-Syndrom Diabetes vom Typ II negativ beeinflussen. Eine rechtzeitige Behandlung des auslösenden SAS kann daher (lebens)wichtig sein.

Wie erfolgt die Diagnose?

Erste Hinweise auf die Erkrankung ergeben sich für den behandelnden Mediziner oft schon aus der Schilderung der Krankheitsanzeichen des Patienten. Eine Blutanalyse, EKG-Veränderungen und Prüfung der Lungenfunktion geben weitere Anhaltspunkte. Eine sehr aufwendige Diagnostik, die aber eindeutige Ergebnisse liefert, bietet ein Schlaflabor. Hier verbringt der Patient eine Nacht. Während seines Schlafes werden die Atemfrequenz, der Sauerstoffsättigung des Blutes und das Atemgeräusch festgehalten. Des Weiteren können ein EKG (Echokardiogramm) und ein EEG (Hirnstromkurve) aufgezeichnet werden. Aus den Werten lässt sich unter anderem der so genannte Schlafapnoe-Index (AHI) ermitteln. Er ergibt sich aus der Anzahl von Atempausen pro Mess-Stunde.

Wie wird das Schlafapnoe-Syndrom behandelt?

Zunächst wird eine ursächliche Therapie angestrebt. Bei übergewichtigen Patienten bringt eine Reduzierung des Gewichts entscheidende Besserung. Beim chronischen Schnarchen in Rückenlage schafft eine Lagerung auf die Seite bereits Abhilfe. Auf abendlichen Alkoholgenuss oder Schlafmittel sollte verzichtet werden, regelmäßige Schlafzeiten sollten angestrebt werden. Probleme im HNO-Bereich (bsp. vergrößerte Rachenmandeln) müssen oft chirurgisch angegangen werden. Fruchten diese Maßnahmen nicht, so wird dem Patenten eine nasale Überbeatmung empfohlen (CPAP). Dabei trägt der Patient währen des Schlafes eine Kunststoffmaske, über die Raumluft mit einem bestimmten Druck zugeführt wird. Ein "Kollaps" der oberen Luftwege wird damit verhindert. Der normale Schlafrhythmus stellt sich wieder ein.


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