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Nierenkrebs (engl. renal tumors)

Bösartige Tumoren des Nierengewebes werden als Nierenkrebs bezeichnet. Bei 85% der Nierentumoren im Erwachsenenalter handelt es sich um das so genannte Nierenzellkarzinom oder Hypernephrom. Bei Kindern ist das Nephroblastom oder der Wilms-Tumor der häufigste Nierenkrebs. Kinder unter 7 Jahren oder Kinder mit angeborener Nierenfehlbildung sind vorwiegend betroffen.

Tumoren der Niere zählen zu den seltenen Erkrankungen. Sie machen ungefähr 3% der Krebserkrankungen bei Erwachsenen aus. Häufig ist nur eine Niere betroffen. Das Nierenzellkarzinom tritt bei Männern ungefähr doppelt so oft auf wie bei Frauen. Es hat seinen Altersgipfel zwischen dem 45. und 75. Lebensjahr.

Was sind die Ursachen des Nierenkrebses?

Die genauen Entstehungsmechanismen dieser Krebsart sind nicht bekannt. Es gibt jedoch eine Reihe von Risikofaktoren, die die Erkrankungswahrscheinlichkeit erhöhen.

Dazu zählen:
  • Nikotinmissbrauch,
  • langfristige Einnahme von phenacetinhaltigen Schmerzmitteln,
  • Berufe, bei denen häufig Kontakt zu Asbest, nierenschädigenden Lösungsmitteln und Petroleumprodukten besteht;
  • hormonelle Faktoren.
Was sind die Symptome?

Eine Frühsymptomatik kommt meist nicht vor. Viele Tumoren werden bei anderen Untersuchungen des Bauchraums (Ultraschall, Computertomographie, usw) entdeckt. Oft treten erst Beschwerden auf, wenn der Tumor schon recht weit entwickelt ist. Ein wichtiges Symptom ist Blut im Urin. Daneben können auch Blutarmut und Bluthochdruck auftreten. Bei vielen Patienten sind Allgemeinsymptome wie Fieber, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust zu beobachten. Eventuell besteht ein Druckschmerz in der Nierengegend. Knochenschmerzen weisen auf eine Ausbreitung des Tumors hin. Beim schnell wachsenden Nephroblastom ist ein aufgetriebener Bauch erkennbar. Ein großer, weicher Tumor kann im Bauch des Kindes ertastet werden.

Wie erfolgt die Diagnosestellung?

Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren wie der Computertomographie (CT), der Sonographie (Ultraschall) und der Magnetresonanztomographie (MRT) kann der Tumor dargestellt werden. Blut- und Urinuntersuchungen bringen oft keine eindeutigen Ergebnisse. Hinweise auf die Erkrankung kann auch eine Röntgenuntersuchung der Nieren mit Kontrastmitteln liefern.

Der Tumor hat in einem weiter fortgeschrittenen Stadium die Fähigkeit über das Blut Tochtergeschwülste (Metastasen) auszubilden. Die Metastasen setzen sich vor allem in der Lunge, dem Skelett, dem Gehirn, der Leber und in den Lymphknoten fest. Eine Knochenszintigraphie, ein Ultraschall der Leber und eine Röntgenuntersuchung dienen zum Aufspüren von Metastasen.

Wie wird therapiert?

Die Behandlungsstrategie hängt von der Größe und Lokalisation des Tumors und von seiner Ausbreitung in andere Organe ab. Die bösartigen Tumoren werden operativ entfernt. Meist wird eine so genannte Nephrektomie durchgeführt, bei der die befallene Niere vollständig entfernt wird. Die verbleibende, gesunde Niere kann ihre Funktion übernehmen. Hat das Nierenzellkarzinom bereits gestreut, so kommen eine Strahlenbehandlung und Zytostatika zum Einsatz. Eine ergänzende Immuntherapie mit Interleukin-2 ist möglich.

Wie sieht die Prognose aus?

Die Prognose ist ganz wesentlich vom Tumorstadium abhängig. Im Frühstadium sind Heilungsraten von über 80% möglich. Hat der Tumor noch nicht gestreut, so liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate für das Nierenzellkarzinom bei 50%.

Welche Nachsorgemaßnahmen werden durchgeführt?

Die Nachsorgeuntersuchungen finden nach der operativen Tumorentfernung zunächst im Abstand von drei Monaten statt. Später erfolgen die Kontrollen halbjährlich oder nur einmal im Jahr. Die Kontrolltermine umfassen eine gründliche körperliche Untersuchung, Blutanalysen und eine Sonographie des Bauchraums. Auch eine regelmäßige Röntgenaufnahme der Lunge gehört zur Nachsorge.


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