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Mikrosporie (engl. microsporum infection)

Bei der Mikrosporie handelt es sich um eine Infektion der Haut, die durch Pilze der Gattung Microsporum hervorgerufen wird. Die Fadenpilze sind hornliebend. Ihre bevorzugten Biotope auf dem Menschen sind daher die Haut, die Haare und die Nägel, an denen es zu typischen Erscheinungen kommt. Betroffen sind häufig Kinder, die mit infizierten Katzen oder Hunden spielen. Man geht von circa 10 000 Erkrankungsfällen im Jahr aus.

Erreger, Ansteckungsmöglichkeiten

Die auslösenden Keime sind Pilze der Gattung Microsporum, die zur Gruppe der sogenannten Fungi imperfecti gehören. Im Mikroskop erkennt man die Erreger an speziellen ungeschlechtlich gebildeten Sporen, den mehrzelligen Makrokonidien. Erreger der Mikrosporie sind die Arten Microsporum audouinii (hochinfektiös, heute aber selten, am ganzen Körper), Microsporum canis (tierpathogen) und Microsporum gypseum (befällt eher Hand und Fuß).

Die Pilze werden vor allem von streunenden Katzen oder Hunden auf den Menschen, speziell auf Kinder, übertragen. Die Infektionen treten häufig nach Reisen in südliche Länder auf, wo die Pilzerkrankung unter den Tieren noch weiter verbreitet ist. Die Tiere selbst müssen keine typischen Krankheitszeichen tragen. Hat sich ein Mensch infiziert, so ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich.

Des Weiteren sind auch einige die Infektion begünstigende Faktoren bekannt. Zu ihnen zählen Grunderkrankungen, wie ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), die Einnahme von bestimmten Medikamenten (Antibiotika, Kortison), starke Transpiration und Durchblutungsstörungen.

Symptome

Besonders auf dem Kopf bilden sich runde, schuppende Areale, bei denen kurz über der Kopfhaut die Haare abgebrochen sind. Auf der Kopfhaut finden sich feine Schuppen. Am Körper (Gesicht, Rumpf, Arme und Beine, Füße) lassen sich oft juckende, randbetonte, hellrote, schuppende Hautgebiete beobachten. Die Erkrankung entwickelt sich immer von einem Zentrum aus, das sich langsam nach außen ausbreitet.

Diagnose

Ein erster Verdacht für die Infektion ergibt sich aus den typischen, runden Hauterscheinungen. Unter einer speziellen Lampe - dem Wood-Licht - fluoreszieren die betroffenen Hautareale grün. Mikroskopische Untersuchungen und das Anlegen von Kultur dienen der genauen Identifizierung der Erreger.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Pilzinfektion. Kleine Areale werden mit antimykotischen Salben oder Lösungen behandelt, die über eine längere Zeit (circa vier Wochen) auf die betroffene Haut aufgebracht werden müssen.

Bisweilen kann es auch nötig sein, ein Antipilzmittel (= Antimykotika) zum Einnehmen zu verordnen.

Um erneuten Infektionen vorzubeugen, sollten die infizierenden Personen, Tiere oder Gegenstände ausgemacht werden. Eine Übertragung über Gegenstände ist selten, trotzdem sollten die Kleider oder beispielsweise Kuscheldecken heiß gewaschen oder mit Wäsche desinfizierenden Mitteln behandelt werden.

Haus- oder Nutztiere sollten dem Tierarzt vorgestellt werden. Für Hunde, Katzen und Pferde ist auch eine Impfung gegen die Erreger verfügbar, die sowohl vorbeugend als auch heilend wirkt. Auch die Tiere können mit entsprechenden Antimykotika therapiert werden.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 15.06.2008


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