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Meningitis – Hirnhautentzündung

Die Hirnhäute sind drei Membranen, die das Gehirn und Rückenmark bedecken und schützen. Eine Entzündung der Hirnhäute (Meningen) wird als Meningitis bezeichnet. Dabei kann in eine Entzündung der harten (Pachymeningitis) oder weichen (Leptomeningitis) Hirnhaut bzw. der Rückenmarkhäute (Meningitis spinalis) unterschieden werden. Meistens sind jedoch alle Meningen (Meningitis cerebrospinalis) betroffen. Bei der Meningitis handelt es sich um eine meldepflichtige Erkrankung. Sie ist ein medizinischer Notfall, der umgehend behandelt werden muss.

Welche Ursachen kann die Hirnhautentzündung haben?

Die häufigste Ursache für die Entzündung sind Infektionen mit Bakterien oder Viren (bsp FSME). Jedoch können auch Pilze oder Parasiten (Protozoen -> Toxoplasmose) dazu führen. Sehr seltene Gründe sind Krebserkrankungen oder autoimmunologische Prozesse. Je nach Ursache kann sich der Verlauf der Erkrankung akut oder chronisch gestalten. Die Infektion kann auch immer wieder Beschwerden machen.

Im Vordergrund stehen die bakteriellen Hirnhautentzündungen. Sie werden im Wesentlichen durch Meningokokken (Neisseria meningitidis), Haemophilus influenzae Typ B (HIB), Pneumokokken, Streptokokken oder Staphylokokken verursacht.

Häufigkeit

In Deutschland werden pro Jahr ca. 700 Meningokokken-Fälle gemeldet. Diese Form der Erkrankung tritt überall auf und betrifft Kinder und Erwachsene. Haemophilus influenzae–Infektionen zählen vermehrt zu den Auslösern bei Kindern. Bei Erwachsenen sind Verlaufsformen mit unterschiedlichem Ausprägungsformen oft auf Pneumokokken zurückzuführen.

Wie kommt es zu der Infektion?

Die verschiedenen bakteriellen Erreger werden über Nasen- oder Rachensekrete beim Küssen oder Husten übertragen. Eine Übertragung über die Luft oder durch einen weniger engen Kontakt ist nicht wahrscheinlich. Eine länger währende Exposition, beispielsweise bei Bewohnern desselben Hauses oder durch Kinder in einem Klassenzimmer, erhöht die Infektwahrscheinlichkeit. Bei einem Erkrankungsfall gelten diese Personen als gefährdet. Die Bakterien können über Infektionen des Mittelohres, der Nasennebenhöhlen oder aus anderen Körperregionen über die Blutbahn zu den Meningen gelangen. Auch traumatische Ereignisse (Schädelhirntrauma) können ursächlich sein.

Was sind die Symptome?

Die ersten Symptome können sich sehr rasch entwickeln, da sich Bakterien explosionsartig vermehren können. Zu ihnen zählen Erbrechen und starke Kopfschmerzen, die aufgrund der Hirnhautentzündung und der erhöhten Liquorproduktion (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit) entstehen. Ein spezifisches Merkmal ist die Nackensteifigkeit. Bei Kleinkindern kann der Kopf sogar nach hinten überstreckt sein. Die Druckerhöhung kann unbehandelt zum Koma und Tod führen. Weitere Symptome sind mäßiges bis hohes Fieber, Krampfanfälle, Lichtempfindlichkeit, Lethargie und Kollaps. Bei Kindern unter zwei Jahren lässt sich eine vorgewölbte Fontanelle beobachten. Fieber kann bei ihnen das einzige Symptom vor dem kritischen Stadium sein. Ein roter Ausschlag auf dem ganzen Körper ist möglich.

Wie erfolgt die Diagnose?

Geben die körperlichen Symptome auch nur den geringsten Verdacht auf eine Meningitis, so wird eine Lumbalpunktion durchgeführt. Aus dem entnommenen Liquor kann der infizierende Keim festgestellt und eine Unterscheidung zwischen eine Gehirn- oder Hirnhautentzündung getroffen werden. Ohne die Frühdiagnose können Lähmungen, Gehirnschäden und Taubheit die Folge sein. Schwere Verlaufsformen führen zum Tod.

Wie wird behandelt?

Die erkrankten Personen werden intensivmedizinisch überwacht. Sind die Erreger identifiziert, erfolgt eine spezifische Chemotherapie. Besteht der Verdacht auf eine bakterielle Meningitis, so werden bestimmte Antibiotika (Penicilline und Cephalosporine) vor der genauen Erregeridentifizierung gegeben. Bei einer Meningokokken-Meningitis werden auch die Kontaktpersonen prophylaktisch mit Antibiotika behandelt.

Wie kann vorgebeugt werden?

Gegen einige Erregerstämme gibt es wirkungsvolle Impfstoffe und zwar für Haemophilus influenzae (HIB), einige Meningokokkenarten und Stämme von Streptococcus pneumoniae. Die HIB-Impfung wird bereits Babys vor dem 6. Lebensmonat in Teildosen verabreicht. Eine Auffrischung erfolgt zwischen dem12. und 16. Lebensmonat. Ein Impfstoff gegen Meningokokken der Gruppe C erzeugt sowohl bei Babys. Kindern und Teenagern eine ausreichende Immunantwort. Eine Impfung gegen Pneumokokken wird nur einem bestimmten Personenkreis empfohlen, beispielsweise Menschen, denen die Milz entfernt werden musste oder Personen mit einem geschwächten Immunsystem oder chronischen Nieren-, Leber- und Herzkrankheiten.


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