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Malaria

Malaria, auch Sumpf- oder Wechselfieber, ist eine Tropenkrankheit, die durch einzellige Parasiten (Protozoen) der Gattung Plasmodium ausgelöst wird. Die Ansteckung mit den Plasmodien geschieht in der Regel durch den Stich einer weiblichen Stechmücke der Gattung Anopheles (auch Gabel-, Fieber- oder Malariamücke). Außerdem ist eine diaplazentare (über den Mutterkuchen) Übertragung von der Mutter auf das Ungeborene, sowie über verseuchte Blutkonserven möglich. Das einzige Erregerreservoir sind der Mensch und die Anophelesmücken.

Es gibt verschiedene Plasmodienspezies, die drei Arten von Malaria verursachen:

Malaria tropica:
Hierbei handelt es sich um die gefährlichste Variante der Malaria. Ohne Behandlung führt sie in 30% der Fälle zum Tod. Der Erreger ist Plasmodium falciparum.

Malaria tertiana:
Diese Malariaart führt zu erheblichen Beeinträchtigungen des Gesundheitszustandes, jedoch verläuft sie nur selten tödlich. Die Erreger sind Plasmodium vivax und Plasmodium ovale.

Malaria quartana:
Sie gilt als die schwächste Form von Malaria. Plasmodium malariae ist der Erreger.

Wo kommt die Malaria vor und wie viele Menschen erkranken?

Malaria ist eine tropentypische Krankheit und weltweit eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten. Sie tritt endemisch in allen tropischen und subtropischen Regionen aller Kontinente (Ausnahme Australien!) in etwa 100 Ländern auf. Schätzungsweise leben ungefähr 3 Billionen Menschen in Malaria-Endemiegebieten. Dort erkranken nach Schätzungen der WHO 300 bis 500 Millionen Menschen jedes Jahr. Weltweit versterben 1,5 bis 2,7 Millionen Menschen jährlich an Malaria. Dabei sind etwa die Hälfte Kinder unter fünf Jahren. Die Infektion mit dem Parasiten erfolgt für gewöhnlich in Ländern Afrikas, Südamerikas und Asiens, wobei Afrika mit 90% der Fälle am meisten betroffen ist. Außerhalb der Endemiegebiete kann die so genannte Flughafenmalaria auftreten. Bei ihr wird die Infektion durch importierte Mücken in einem Flugzeug, auf einem Flughafen oder in dessen unmittelbarer Umgebung übertragen. In Deutschland werden pro Jahr ungefähr 1000 Malaria-Fälle erfasst. Dabei wird die Erkrankung meist aus afrikanischen Ländern mitgebracht.

Welchen Entwicklungszyklus machen die Plasmodien durch?

Wie viele Parasiten machen die Plasmodien einen komplizierten Entwicklungszyklus durch. Die geschlechtliche Vermehrung (Sporogonie) findet in der Anophelesmücke statt, der ungeschlechtliche Zyklus (Schizogonie) im Menschen. Der Wechsel von geschlechtlicher und ungeschlechtlicher Fortpflanzung heißt Generationswechsel.

Der Vermehrungszyklus in der Anophelesmücke ist bei allen Plasmodienarten gleich. Die Insekten nehmen die so genannten Gametozyten durch Blutsaugen bei einem Menschen auf. Aus ihnen entwickeln sich im Magen der Mücke weibliche und männliche Gameten. Es schließt sich die Befruchtung an. Nach einigen Entwicklungsstufen (Zygote, Ookinet, Oozyste) entstehen Sporozoiten. Sie wandern in die Speicheldrüsen der Mücken und können bei einem erneuten Stich den Menschen infizieren.

Für die sexuelle Entwicklung benötigen die Plasmodien je nach Außentemperatur zwischen 8 bis 16 Tage. Eine Mindesttemperatur von 15ºC ist für den Vermehrungszyklus zwingend. Der ungeschlechtliche Entwicklungszyklus im Menschen ist bei den einzelnen Plasmodienarten unterschiedlich und führt daher zu verschiedenen Krankheitsbildern. Die Sporozoiten im Menschen gelangen über die Blutbahn in die Leber, penetrieren die Leberzellen und entwickeln sich zu Schizonten. In ihnen findet eine massenhafte Vermehrung der Parasiten zu den Merozoiten statt. Der Schizont platzt und Merozoiten gelangen in die Blutbahn. Die freigesetzten Merozoiten befallen die roten Blutkörperchen und es entstehen über Zwischenstufen neue Merozoiten. Ein Teil von ihnen entwickelt sich zu Geschlechtsformen (Gametozyten), die durch einen Stich in die Mücke gelangen können. Bei Plasmodium vivax und Plasmodium ovale verbleiben ein Teil der Schizonten über Monate oder Jahre in einem Ruhestand in der Leber. Aus ungeklärten Gründen entwickeln sich später Merozoiten und führen zu den typischen Rückfällen der Malaria tertiana.

Wie stellt sich das Krankheitsbild der Malaria dar?

Die Krankheit beginnt plötzlich – nach einer Inkubationszeit von durchschnittlich 12 Tagen – mit Kopf- und Rückenschmerzen und hohem Fieber. Dabei haben die Patienten beim Fieberanstieg Schüttelfrost und Schweißausbrüche im Fieberanfall. Die Fieberanfälle treten – je nach Malariaart – in bestimmten Abständen auf. Für Malaria tertiana sind Fieberschübe alle 48 Stunden charakteristisch, bei Malaria quartana alle 72 Stunden. Bei Malaria tropica ist keine typische Fieberrhythmik vorhanden (Achtung Fehldiagnosen!). Der Fieberanfall tritt beim Freisetzen der Merozoiten aus den Schizonten auf.

Im weiteren Krankheitsverlauf treten durch die Schädigung der roten Blutkörperchen eine Anämie, später Gelbsucht auf. Der massive Zerfall der roten Blutkörperchen kann auch zu extrem dunklen Urin führen (Schwarzwasserfieber!), da die Nieren mit Blutpigmenten überschwemmt werden. Bei der Malaria tropica, der gefährlichsten Malariavariante, sind innerhalb weniger Tage schwerwiegende Komplikationen möglich. Gefürchtet ist die „zerebrale“ Malaria. Bei ihr kommt es zunächst zu Bewusstseinsstörungen. Die Erkrankten können ins Koma fallen und versterben. Ebenso können Lähmungen und Krampfanfälle auftreten. Schädigungen des Herzens, der Nieren, des Magendarmtraktes (Durchfall) und der Lunge (Ödem) sind weitere Komplikationen.

Wie erfolgt die Diagnose der Malaria?

Die Malariaerreger werden mikroskopisch aus dem Blut (Blutausstrich, Dicker Tropfen) nachgewiesen. Das Präparat sollte zu Beginn des Fieberanfalls angefertigt werden. Rhythmisch auftretende Fieberanfälle nach Reisen in Tropengebiete sollten immer ein Warnsignal sein!

Wie wird die Malaria behandelt?

Optimal ist es, wenn die Behandlung der Malaria schon bei den ersten Anzeichen durchgeführt wird. Je nach Malariaart stehen verschiedene Antimalariamittel zur Verfügung (Chloroquin, Primaquin, Chinin, Sulfadoxin-Pyrimethamin, Doxycyclin, weitere). Die Resistenz der Plasmodienarten gegen die Mittel schreitet voran, daher ist es unbedingt nötig, die neuesten Empfehlungen der Tropeninstitute zu beachten. Bei der Malaria tropica kann sogar eine Austauschtransfusion (Erythrozytopherese) nötig sein.

Wie kann der Malaria prophylaktisch begegnet werden?

Eine wichtige Schutzmaßnahme ist die Expositionsprophylaxe (körperbedeckende Kleidung, insektenabweisende Mittel für die nackte Haut, Moskitonetze in Schlafräumen, usw). Weiterhin kann mit Medikamenten der Malaria vorgebeugt werden. Eine Auskunft darüber, welche Präparate für welches Malariagebiet aktuell zu empfehlen sind, kann bei Tropeninstituten oder Hygieneinstituten der Universitäten erfragt werden. In einer umfangreichen Beratung sollte auch auf die Nebenwirkungen und eine eventuelle Notfallbehandlung eingegangen werden. Wichtig ist es zu wissen, dass die Medikamente für die Malariaprophylaxe bereits zwei Wochen vor Reiseantritt, während des Aufenthalts und vier Wochen nach der Rückkehr aus dem Malariagebiet, eingenommen werden müssen.


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