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Jodmangel

Jod gehört zur Gruppe der Mineralstoffe und ist ein essentielles Spurenelement. Der Körper kann es nicht selbst herstellen, sondern muss es mit der Nahrung aufnehmen. Bei einem Jodmangel bekommt der Körper über die Nahrung oder das Trinkwasser nicht genügend Jod.

Im menschlichen Körper ist das Jod insbesondere zum Aufbau der Schilddrüsenhormone (T3 ->Trijodthyronin) und T4 -> Thyroxin)nötig. Damit spielt es indirekt eine Rolle bei der Regulation des Grundumsatzes. Das ist die Geschwindigkeit, mit der die Körperzellen im Ruhezustand aus Nahrung Energie erzeugen und verbrauchen. Eine hohe Konzentration an Schilddrüsenhormonen bewirkt viel Energieverbrauch, wenige Schilddrüsenhormone bedingen wenig Energieumsatz.

Was ist der Jodbedarf des menschlichen Körpers?

Ein Erwachsener benötigt mindestens 150 µg Jod täglich. Die Schilddrüse kann bei guter Versorgung 10 Milligramm Jod speichern. Der Jodbedarf von drei Monaten ist damit gedeckt. Je nach Lebensalter und –situation variiert der Jodbedarf. So empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung folgende Tagesdosen:

Säuglinge 50 – 80 µg
Kinder bis zum 9. Lebensjahr 100 -140 µg
Jugendliche und Erwachsene 180 – 200 µg
Schwangere 230 µg
stillende Mütter 260 µg.

Wann spricht man von Jodmangel?

Die Schilddrüse ist in der Lage circa 40% des mit der Nahrung zugeführten Jods aufzunehmen und zu speichern. Das übrige Jod wird über die Nieren ausgeschieden. Die tägliche Menge an Jod, die sich im Urin findet, ist ein Maß dafür, wie gut der Organismus mit Jod versorgt ist. Der Messwert der täglichen Jodausscheidung wird auf Kreatinin bezogen. Es handelt sich dabei um ein Stoffwechsel-Abfallprodukt, das auch mit dem Urin ausgeschieden wird. Der Sollwert beträgt 150 µg/g Kreatinin. Die Welt Gesundheitsorganisation legt folgende Werte für den Jodmangel fest:

Kein Jodmangel: > 150 µg Jod / g Keratinin im Urin
Jodmangel Grad 0: 100 – 150 µg /g
Jodmangel Grad I: 50 – 100 µg /g
Jodmangel Grad II: 25 – 50 µg /g
Jodmangel Grad III: < 25 µg /g

Was sind die Ursachen des Jodmangelns?

In Mitteleuropa liegt fast immer ein so genannter alimentärer Jodmangel vor. Das bedeutet, dass über die Nahrung nicht genügend Jod aufgenommen wird. Nur etwa neun Prozent der Bundesdeutschen sind ausreichend mit Jod versorgt (Studie 1995, Hampel et al.). Dies gilt flächendeckend für ganz Deutschland. Die Bewohner der Küstenregionen waren nicht besser mit Jod versorgt als die Einwohner Süddeutschlands oder der Mittelgebirge.

Welche Nahrungsmittel begünstigen eine ausreichende Jodversorgung?

Alle Nahrungsmittel, die aus dem Meer stammen, sind jodidreich. Dazu zählen verschiedene Fischarten (Schellfisch roh 240 µg / 100 g, frischer Hering 60 µg / 100g) oder die japanischen Algen Arame oder Kombu (Gewürze). Eine Seefischmahlzeit in der Woche deckt den Jodbedarf aber noch nicht. Ein Liter Milch pro Tag (7 µg / 100 g), Heil- oder Mineralwasser und jodiertes Speisesalz können einen nennenswerten Beitrag zur Deckung des Tagesbedarfs leisten.

Wie wirkt sich Jodmangel aus?

Geringfügiger Jodmangel verursacht zunächst keine Symptome. Dauert er aber Jahrzehnte an, verursacht er Kropfbildung, Schilddrüsenknoten oder eine krankhaft erhöhte Hormonproduktion. Ausgeprägter Jodmangel führt zu einer Unterproduktion der Schilddrüsenhormone. Die Folgen sind gerade während einer Schwangerschaft gravierend. Es kann zu Fehlgeburten oder kindlichen Missbildungen kommen. Kleinkinder zeigen schwere Entwicklungsstörungen (Kretinismus).

Wie wird dem Jodmangel vorgebeugt?

Reines Jodid kann dem Jodsalz zugefügt werden. In Deutschland enthält Jodsalz 20 µg Jod pro Gramm Salz in Form von Kaliumjodat. Jodid wird Milchprodukten, Fleischereiwaren, Fertiggerichten und Kantinenessen auf freiwilliger Basis zugesetzt. Durch die zunehmende freiwillige Verwendung von Jod-angereichertem Speisesalz in Haushalten, Großküchen und der Nahrungsmittelindustrie hat sich die Jodversorgung nach neueren Studien (Hampel et al. 2001) verbessert.

Welche Probleme können sich bei der Salzjodierung ergeben?

In Ländern mit gesetzlich vorgeschriebener Salzjodierung sind in den ersten Jahren nach der Einführung vermehrt bestimmte Schilddrüsenentzündungen und Schilddrüsenüberfunktionen (Morbus Basedow) beobachtet worden. Nach 20 Jahren regelt sich die Erkrankungsrate aber wieder ein.


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