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Glaukom (engl. glaucoma)

Hinter den Begriffen Glaukom oder Grüner Star verbirgt sich eine Vielzahl von verschiedenen Erkrankungen. Ihnen gemeinsam ist, dass Nervenzellen der Netzhaut und der Sehnerv geschädigt werden. Die Folge davon sind Gesichtsfeldausfälle und schlimmstenfalls die Erblindung. Die Hauptrisikofaktoren für die Erkrankung sind ein erhöhter Augeninnendruck und eine schlechte Durchblutung des Sehnervs. Etwa 2% der deutschen Bevölkerung sind von dieser Erkrankung betroffen. Der Grüne Star kann in jedem Lebensalter vorkommen, jedoch steigt der Anteil der Betroffenen mit zunehmendem Lebensalter. In den Industrieländern stellt der Grüne Star die häufigste Erblindungsursache dar.

Wie kommt es zum Glaukom?

Für die Entstehung eines Glaukoms können viele Faktoren ursächlich sein. Ein erhöhter Augeninnendruck und eine gestörte Durchblutung am Sehnerv sind die wichtigsten Risikofaktoren für das Auftreten eines Glaukoms. Der so genannte Augeninnendruck ist nötig, damit die kugelige Form des Auges erhalten bleibt. Verantwortlich dafür ist das Kammerwasser. Diese klare Flüssigkeit zirkuliert zwischen Hornhaut, Iris und Linse. Sie wird im Ziliarkörper, der hinter der Iris liegt, gebildet. Durch ein feines Kanalsystem (Trabekelmaschenwerk und Schlemm-Kanal) kann es wieder aus dem Auge transportiert werden.

Kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss des Kammerwassers, so kann ein erhöhter Augeninnendruck die Folge sein. Eine schleichende Erhöhung macht zunächst keine Beschwerden. Der ständige Druck auf den Sehnerv kann jedoch zu einem Nachlassen der Sehkraft führen. Jedoch bestehen individuelle Unterschiede bei der Entwicklung eines Glaukoms. Bei manchen Patienten entwickelt sich ein Glaukom auch ohne Erhöhung des Augeninnendrucks, andere Patienten bekommen kein Glaukom, obwohl sie erhöhte Werte aufweisen. (Als normal gilt ein Wert von 10 bis 21 mmHg.) Diese Beobachtungen deuten darauf hin, dass noch weitere Risikofaktoren, bei der Entstehung und dem Voranschreiten des Glaukoms, eine Rolle spielen.

Dies sind im Einzelnen: Welche Arten von Glaukomen werden unterschieden?

Zunächst kann eine Unterscheidung in primäre und sekundäre Glaukome erfolgen. Bei einem Primärglaukom ist keine andere Augenerkrankung die Ursache für den Grünen Star. Das Sekundärglaukom lässt sich auf andere Erkrankungen, wie beispielsweise Entzündungen, Verletzungen und Tumoren zurückführen. Die häufigste Glaukomform ist das so genannte primäre Offenwinkelglaukom (Weitwinkelglaukom). Der Augeninnendruck ist bei dieser Form leicht erhöht (meist zwischen 25 und 40 mm Hg), der so genannte Kammerwinkel ist aber offen. Der Kammerwinkel befindet sich im vorderen Augensegment zwischen Iris und Hornhaut, das Kammerwasser kann dort abfließen. Wahrscheinlich führt eine Abflussstörung im Trabekelmaschenwerk zu der Erhöhung des Augeninnendrucks. Allerdings kann auch ein normaler Druck bei schlechten Durchblutungsverhältnissen des Sehnervs zum Glaukom führen (Normaldruckglaukom).

Diese Form des Glaukoms manifestiert sich häufig erst in höherem Lebensalter. Im frühen Stadium machen sich keine oder nur geringe Symptome bemerkbar. Mit der Zeit kommt es jedoch zu einem Absterben der lichtempfindlichen Zellen und ihrer Nervenfasern. Zunächst ist nur das periphere Gesichtsfeld betroffen. Der Erkrankte entwickelt einen so genannten Tunnelblick, doch kann das Sehvermögen völlig verloren gehen.

Das primäre, akute Winkelablockglaukom (Glaukomanfall) entwickelt sich aus einer Störung des Augenwasserabflusses. Dabei verschließt entweder die Irisbasis den Kammerwinkel oder Linse und Iris legen sich aneinander. Die Druckwerte steigen rapide an (50 bis 80 mm Hg). Im Anfangsstadium kommt es zu Sehen von Nebeln und Regenbogenfarben. Der Anfall kann von heftigen Kopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen begleitet sein, zunehmende Sehverschlechterung tritt auf. Der Glaukomanfall ist ein akuter Notfall und muss sofort augenärztlich behandelt werden.

Bei angeborenen und frühkindlichen Glaukomen liegt meist eine Entwicklungsstörung im Bereich des Kammerwinkels vor. Das Augenwasser kann nicht ausreichend abfließen. Der erhöhte Augeninnendruck kann dann zu einer ein- oder beidseitigen Vergrößerung des Augapfels führen. Eine sofortige Behandlung durch einen Augenarzt und eine frühzeitige Therapie können eine dauerhafte Sehverschlechterung verhindern.

Wie wird das Glaukom behandelt?

Obwohl ein Glaukom nicht ursächlich heilbar ist, kann der Verschlechterung der Sehkraft entgegengewirkt werden. Bereits bestehende Gesichtsfeldausfälle können aber nicht behoben werden. Mit Medikamenten (Miotika, Carboanhydrasehemmer) kann der Augeninnendruck gesenkt werden. Sie werden häufig in Form von Augentropfen mehrmals täglich angewendet. Der Druck kann auch durch verschiedene Operationen gesenkt werden. Dabei kann mit Lasertechnik der Abfluss des Augenwassers verbessert werden oder die OPs schaffen einen neuen Abfluss.

Um einer Schädigung der Netzhaut entgegenzuwirken ist eine frühzeitige Erkennung der Erkrankung nötig. Es wird vorgeschlagen, dass jeder ab dem 40. Lebensjahr (besonders Personen mit familiärer Vorbelastung und Menschen über 60 Jahren) einmal jährlich zur Früherkennungsuntersuchung gehen sollte. Das Glaukomscreening sollte eine Messung des Augeninnendrucks, Sehtests, die Bestimmung des Gesichtsfelds und eine Spiegelung des Augenhintergrunds beinhalten. Die Ergebnisse der Untersuchung lassen auch Schlüsse darüber zu, ob die Augen bereits geschädigt wurden.


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