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Ganglion

Bei einem Ganglion oder Überbein handelt es sich um eine gutartige Geschwulstbildung (Weichteiltumor). Es tritt einzeln oder zu mehreren auf. Das Überbein ist eine ballonartige Zyste, die unter der Haut liegt und sich im Bereich der Gelenkkapsel oder des Sehnengleitgewebes bildet. Man muss sich den Weichteiltumor als eine erbsen- bis kirschgroße Kammer (Zyste) vorstellen, die eine Verbindung zur Gelenkkapsel hat und mit klarer zäher Flüssigkeit (Hyaloronsäure, Muzin) gefüllt ist. Umgeben ist diese Kammer von einer dünnen Gewebeschicht.

Wer ist besonders von einem Ganglion betroffen?

Bei Frauen kommt das Ganglion bis zu dreimal häufiger vor als bei Männern. Der Altersgipfel liegt zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.

Was sind die Ursachen eines Ganglions?

Der Grund für die Entstehung ist häufig unbekannt. Eine Überbelastung der betroffenen Strukturen und chronische Reizzustände werden angenommen. Daraus resultierend bildet sich vermehrt "Gelenkschmiere" (Synovialflüssigkeit), die sich in einer stilförmigen Zyste - dem Ganglion - wieder findet.

An welchen Körperstellen kommt das Ganglion vor?

Das Ganglion kommt hauptsächlich an den Händen vor. Am meisten betroffen ist die Rückseite (Streckseite) des Handgelenks. Die zweithäufigste Stelle liegt auf der Beugeseite des Handgelenks, genau da, wo der Puls getastet werden kann. Das Ganglion kann auch an den Fingergrundgliedern sowie den Fingermittel- und Endgliedern lokalisiert sein. Seltener findet sich der gutartige Weichteiltumor in der Kniekehle oder auf dem Fußrücken. In einzelnen Fällen ist er auch im Bereich des Ellbogens oder der Schulter anzutreffen.

Welche Beschwerden treten bei einem Ganglion auf?

Die Symptome eines Ganglions können sich unterschiedlich darstellen. Der Tumor kann keine Beschwerden machen oder starke Schmerzen verursachen. Besonders an den Fingern besteht Druckempfindlichkeit. Die Beweglichkeit und die Griffstärke der Hand können eingeschränkt sein. Drückt das Ganglion auf Nerven, so entstehen Taubheitsgefühl und Kribbeln.

Wie wird das Ganglion diagnostiziert?

Die Diagnose wird allein schon durch die Form und den Ort des Auftretens gestellt. Meist lässt sich ein prallelastischer Tumor in der Nähe von Gelenken und Sehnenscheiden tasten. Die Haut über dem Überbein ist verschiebbar, auf der gegenüber liegende Seite besteht eine Verbindung zur Gelenkkapsel oder der Sehnenscheide. Bei unklarem Befund können eine Röntgenaufnahme oder eine Ultraschalluntersuchung die Diagnose bestätigen.

Wie wird das Ganglion behandelt?

Verursacht das Ganglion mäßige Beschwerden, so sollte zunächst konservativ therapiert werden. Allein durch die Ruhigstellung der betroffenen Region bildet sich das Ganglion oft zurück. Bei erneuter übermäßiger Beanspruchung kommt es aber oft zu Rezidiven (= erneute Bildung des Ganglions).

Eine „manuelle Zerdrückung“ des Ganglions kann ebenso zum Erfolg führen. Dabei wird versucht, die Synovialflüssigkeit wieder in das Gelenk zu drücken. (Bitte keine Selbstversuche unternehmen und keinesfalls einen harten Gegenstand auf das Ganglion schlagen!!!). Eine weitere, heute üblichere Methode ist die Punktion des Ganglions durch den behandelnden Arzt. Bei leichter Instabilität de Handgelenks kann auch Krankengymnastik hilfreich wirken.

Bei starken Beschwerden oder bei Versagen der konservativen Therapie sollte ein operativer Eingriff erfolgen. Dabei wird das Ganglion gänzlich entfernt und die Verbindung zur Gelenkkapsel unterbunden. Nach der Operation erfolgt keine Ruhigstellung der betroffenen Region, sondern eine sofortige aber vorsichtige Mobilisierung.


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