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Erfrierung (engl. congelation, frost bite)

Als Erfrierung oder Congelatio wird eine (lokale) Kälteschädigung von Gewebe bezeichnet. Exponierte Stellen, wie die Nase, Ohren, Finger und Zehen sind besonders betroffen. Die Entstehung der Erfrierungsschäden wird durch die Einwirkung von Feuchtigkeit und Wind, sowie durch nasse, eng anliegende Kleidung gefördert. Auch individuelle Faktoren wie vorhandene Fettpolster, Ermüdung, Verletzung, Erschöpfung oder Akklimatisation spielen eine Rolle.

Was sind die Ursachen der Kälteschäden?

Um die Wärmeabgabe bei anhaltender Kälte zu reduzieren, ergreift der Körper Schutzmaßnahmen. Die peripheren Blutgefäße werden verengt und das Blut wird in den Körperstamm abgezogen. Die lebenswichtigen Organe werden somit ausreichend versorgt. Allerdings führt die Drosselung der Blutzufuhr in den Extremitäten zu einer Minderdurchblutung und einem Sauerstoffmangel in den vom Rumpf weit entfernten Körperregionen (Nase, Ohren, Finger und Zehen). Der Sauerstoffmangel verursacht einen Gewebeschaden, der bis zum Absterben der Zellen führen kann.

Was sind die Symptome?

Erfrierungen werden in drei verschiedene Schweregrade eingeteilt:

Grad I: Charakteristisch sind blasse Hautfarbe und Gefühllosigkeit. Nach dem Wiedererwärmen kommt es zu Schmerzen und Juckreiz. Blasenbildung ist möglich. Die betroffenen Hautstellen können bräunlich verfärbt sein. Für gewöhnlich heilen die betroffenen Areale folgenlos ab.

Grad II: Sofort oder nach einigen Stunden entstehen Blasen. Sie können ohne Narbenbildung abheilen. Eine eher günstige Prognose besteht bei hellen Blasen. Sind sie blutig gefärbt, ist meist mit einem längeren Heilungsverlauf zu rechnen. Zerreißen die Blasen, besteht eine erhöhte Infektionsgefahr, da Bakterien über die offenen Hautstellen eindringen können.

Grad III: Hierbei handelt es sich um die schwerste Form der Erfrierung. Typisch sind trockene Nekrosen (abgestorbenes Gewebe) mit schwarzer Haut und hartem Unterhautzellgewebe. Blaurote Blutblasen lassen erst nach ihrem Platzen nasse Nekrosen verschiedener Tiefe sichtbar werden. Meist sind die Körperregionen betroffen, die neben der extremen Kälte auch noch Druck – beispielsweise durch enges Schuhwerk - ausgesetzt sind. Die betroffenen Körperregionen sind auch nach dem Auftauen durch völlige Gefühllosigkeit gekennzeichnet.

Wie werden die Erfrierungen behandelt?

Bei der Behandlung von Erfrierungen muss man in Erste-Hilfe-Maßnahmen und Behandlungen durch den ersteintreffenden Arzt oder im Krankenhaus unterscheiden. Sofortmaßnahmen sind:
  • Den Körper durch zusätzliche Decken und Kleidung wärmen;
  • Erneute Kälteeinwirkung vermeiden, nasse Kleidungsstücke durch trockene ersetzen;
  • Druck auf die betroffenen Hautareale vermindern (Schuhe öffnen);
  • Bei oberflächlichen Erfrierungen die Körperteile langsam erwärmen (bsp. warme Hände des Helfers, keine trockene Hitze wie Feuer), die Extremitäten bewegen. Massagen oder Einreibungen mit Schnee unterlassen.
  • Bei tiefergehenden Erfrierungen sofort den Notruf verständigen; den Erkrankten passiv abtransportieren!
  • Heiße, gezuckerte Getränke zu trinken geben (keinen Alkohol);
  • Blasen mit keimfreier Wundabdeckung verbinden, dabei jedoch keinen Druck ausüben.
  • Die betroffenen Körperstellen nicht durch Atemhauch erwärmen, es entsteht Verdunstungskälte, welche die Erfrierung nur noch fördert.
  • Nikotinkonsum vermeiden, da dadurch die peripheren Gefäße noch mehr verengt werden.
Ersthilfsmaßnahmen durch einen Arzt können die Injektion von Schmerzmitteln oder das Legen einer Infusion sein. Zur Erwärmung des Körpers in der Klinik können vorgewärmte Infusionen oder eine künstliche Niere eingesetzt werden. Der Eindickung des Blutes wird durch die Verabreichung von Acetylsalicylsäure entgegengewirkt. Unter sterilen Bedingungen können die Blasen geöffnet und mit Salben behandelt werden. Eventuell müssen bei schwerwiegenden Schädigungen Amputationen vorgenommen werden.

Was können Folgeschäden sein?
  • Hautatrophien (Gewebeschwund der Haut),
  • Fehlpigmentierungen der Haut,
  • Parästhesien (Fehlempfindungen des Tastsinns; können sich in Kribbeln oder „Pelzigsein“ äußern),
  • Verhornungsstörungen und Verdickungen der Hornschicht.


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