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CFS

CFS ist die Abkürzung von chronic fatigue syndrom. Die Übersetzung aus dem Englischenbedeutet chronisches Erschöpfungssyndrom. Als synonymer Begriff findet sich in der Literatur auch CFIDS (chronic fatigue and immune dysfunction syndrom).

Was ist das chronische Erschöpfungssyndrom?

CFS wird in die Gruppe der chronischen Multisystemerkrankungen eingegliedert. Das markanteste Krankheitsmerkmal ist ein chronischer Erschöpfungszustand, der über ein halbes Jahr andauert. Die Betroffenen haben das permanente Krankheitsgefühl eines nahenden grippalen Infekts. Genaue physische Ursachen lassen sich oft nicht ausmachen. Ausreichende Nachtruhe und Schonung bewirken keine Änderung der Erkrankung. Neuere Erkenntnisse lassen vermuten, dass CFS eine neuroimmunologische Regulationsstörung ist. Das Zusammenspiel des Immun-, Nerven-, und Hormonsystems gerät aus dem Gleichgewicht.

Wie häufig kommt das chronische Erschöpfungssyndrom vor?

Von der Krankheit betroffen sind in Deutschland circa 300 000 bis 1 Million Menschen. Diese Angaben sind nur Schätzungen, da das Krankheitsbild unterschiedlich beurteilt wird.

Was sind die Ursachen des chronischen Erschöpfungssyndroms?

Die genauen Ursachen sind bis jetzt nicht bekannt. Die Erforschung der Erkrankung steckt noch im Anfangsstadium. CFS wurde bis jetzt auch noch nicht eindeutig wissenschaftlich definiert. Das Krankheitsbild ist in der Fachwelt nicht allgemein bekannt.

Als Ursachen werden Immunfehlfunktionen, chronische Infekte (beispielsweise mit Herpes-Viren), hormonelle Störungen, Giftbelastungen, psychische Faktoren, anhaltende Stresssituationen und Fehlernährung diskutiert. Eine Erschöpfung oder permanente Aktivierung des Immunsystems scheint die zentrale Rolle zu spielen.

Wie stellt sich das Krankheitsbild bei chronischem Erschöpfungssyndrom dar?

Die Krankheitssymptome beim chronischen Erschöpfungssyndrom sind sehr vielfältig. Die Krankheit kann plötzlich auftreten, oder allmählich schleichend beginnen. Zu den Leitsymptomen der Erkrankung zählt die über ein halbes Jahr andauernde bleierne Müdigkeit, die auch durch ausreichenden Schlaf nicht vergeht. Die Betroffenen reduzieren ihre Aktivitäten und ziehen sich zurück. Der Aktivitätsverlust kann nicht auf andere physische und psychische Krankheiten zurückgeführt werden. Die verminderte Leistungsfähigkeit geht mit vielfältigen körperlichen Beschwerden einher, die auch für andere Krankheiten charakteristisch sind. Die Diagnose ist daher sehr aufwendig. Zu der nicht vollständigen Liste der Begleitsymptome zählen: Muskelschwäche und –schmerzen, starke und ungewohnte Erschöpfung nach einer Anstrengung, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, leichtes Fieber, Halsschmerzen, Lymphknotenschwellungen, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen sowie neurologisch-psychatrische Beschwerden wie Gesichtsfeldausfall, Lichtempfindlichkeit, Vergesslichkeit, Verwirrtheitszustände, Konzentrationsschwäche, Depressionen usw.

Wie erfolgt die Diagnose des chronischen Erschöpfungssyndroms?

Die Erkrankung wird von Medizinern und Betroffenen oft nicht erkannt. Es gibt keine Untersuchungen, die klinisch auswertbare Ergebnisse liefern. Die Diagnose erfolgt per Ausschlussdiagnostik. Umfassende Laboruntersuchungen klären, ob Stoffwechselerkrankungen, Entzündungen, Autoimmunerkrankungen, Allergien, Infektionen oder Tumore vorliegen. Bestehen diese Erkrankungen nicht, so wird das Augenmerk auf die individuelle Lebenssituation (Wohnverhältnisse -> Umweltgifte, Arbeitsplatz -> Hantieren mit giftigen Substanzen, Mobbing, Dauerstress) gelegt. Die Ernährungsgewohnheiten des Patienten werden analysiert.

Wie wird das chronische Erschöpfungssyndrom behandelt?

Eine genau festgelegte Therapie gibt es nicht. Die vorderdringlichsten Begleitsymptome des Patienten werden zunächst behandelt. Stehen Depressionen im Vordergrund, so können Erfolge mit modernen Antidepressiva erzielt werden. Chronischen Infekten kann häufig mit Medikamenten (beispielsweise Antibiotika) begegnet werden. Für Umweltgifte gibt es aus dem Körper ausleitende Methoden. Bei Ernährungsdefiziten ist auf ausreichende Mineralstoff- und Vitaminzufuhr zu achten (eventuell mit Vitaminpräparaten). Der konstruktive Umgang mit Stresssituationen am Arbeitsplatz kann unter fachgerechter Anleitung gelernt werden. Psychische Probleme und Dauerbelastungen können in einer Psychotherapie analysiert und geklärt werden.

Welche Prognose hat das chronische Erschöpfungssyndrom?

Eine vollständige Heilung ist möglich. Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Jazzpianist Keith Jarrett. Viele Patienten müssen oft jahrelang mit der Erkrankung leben, nehmen dann jedoch eine allmähliche Besserung des Leidens wahr. Rückfälle sind beim Genesungsprozess möglich.


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