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Aktinomykose (engl. actinomycosis)

Die Aktinomykose ist eine seltene, chronisch-fortschreitende Infektionskrankheit. Die deutsche Bezeichnung „Strahlenpilzkrankheit“ lässt vermuten, dass der Erreger ein Pilz ist. Dies ist jedoch nicht der Fall. Für die Erkrankung ist hauptsächlich das Bakterium Actinomyces israelii verantwortlich. Wegen der Bildung langer verzweigter Fäden wurden die Bakterien der Gattung Actinomyces lange als Pilze angesehen.

Wie erfolgt die Infektion?

Die Erreger der Aktinomykose kommen natürlicherweise im Mund-Nasen-Rachenraum, sowie im Dickdarm des Menschen vor. Für eine Infektion müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein:
  • Durch Verletzungen müssen die Keime tief ins Gewebe eindringen können, um anaerobe (=nahezu sauerstofflose) Wachstumsverhältnisse vorfinden zu können. Ursachen können eine Zahnextraktion, Quetschungen, Fremdkörpereinwirkungen oder chronische Entzündungsherde der Zähne und Rachenmandeln sein.
  • Entscheidend begünstigt wird die Infektion durch Begleitkeime, die das Gewebe weiter auflockern. Dazu zählen unter anderem Staphylokokken, Fusobakterium und Actinobacillus.
Eine Infektion erfolgt normalerweise nur, wenn das Immunsystem zusätzlich durch andere Erkrankungen geschwächt ist. Sehr häufig sind AIDS-Kranke betroffen.

Wo tritt die Aktinomykose bevorzugt auf?

Etwa 90% aller Infektionen betreffen den Mund-Hals-Bereich. Die Ansteckung erfolgt in der Mundhöhle und weitet sich über den Lymphweg in die Haut der Wangen und des Halses aus. Kommt Speichel in die Lunge, so kann sich der Keim dort festsetzen und es entwickelt sich eine Lungenentzündung. Selten sind auch andere Organe (beispielsweise der Darm) betroffen.

Wie sieht das Krankheitsbild aus?

Die Strahlenpilzkrankheit beginnt häufig mit einer chronischen Entzündung in den Weichteilen des Unter- oder Oberkiefers. Typisch sind brettharte Knoten unter einer geröteten Haut, die sich langsam tumorartig ausdehnen. Aus den Knoten werden nach einiger Zeit eitrige Abszesse, die nach außen brechen. Es können sich auch zahlreiche Fisteln (= unnatürliche Gänge im Gewebe, die von der Abszesshöhle ausgehen) bilden. Der ursprüngliche Infektionsherd verfärbt sich blaurot. Gelegentlich kann der Erreger über das Blut streuen. Sind Organe wie die Lunge oder der Darm befallen treten Fieber, Schüttelfrost und Gewichtsverlust auf.

Wie erfolgt die Diagnose?

Der Erreger muss genau bestimmt werden. Aus einem Wundabstrich oder Auswurf (Sputum) kann der „Strahlenpilz“ nachgewiesen werden. Unter dem Mikroskop ergibt sich ein charakteristisches Bild. So genannte Drusen sind zu sehen. Dabei handelt es sich um gelblich-rötliche, stecknadelkopfgroße Gebilde. Sie bestehen aus Mikrokolonien von Actinomyces, die von Leukozyten umgeben sind. Für weitere Differenzierungen kann von dem Erreger eine Kultur angelegt werden.

Wie erfolgt die Behandlung?

Der eitrige Entzündungsherd wird chirurgisch saniert. Die Abszesse werden eröffnet, der Eiter und abgestorbenes Gewebe entfernt. Die Wunde wird gesäubert. Danach erfolgt eine antibiotische Therapie, die sich über Wochen oder Monate hinziehen kann. Zum Einsatz kommen beispielsweise Penicilline. Die Behandlung kann sehr langwierig sein, weil die Entzündung dazu neigt chronisch zu werden und immer wieder zu kehren.


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