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Oraler Glukosetoleranztest (OGGT)

Unter Glukosetoleranz wird die Fähigkeit des Körpers verstanden, den Blutzuckerspiegel nach Aufnahme von Glukose im normalen Bereich zu halten. Der orale Glukosetoleranztest ist ein zeitlich etwas aufwendigeres Untersuchungsverfahren, um eine gestörte Glukosetoleranz zu erkennen oder um die Diagnose eines Diabetes mellitus in unklaren Fällen zu sichern. Er ist ein wertvolles Mittel in der Frühdiagnostik. In den meisten Fällen reichen jedoch zur Diagnose eines manifesten Diabetes mellitus mehrmalige Bestimmungen des Nüchternblutzuckers aus.

Um aussagekräftige Ergebnisse aus dem Test zu erhalten, sollte er unter bestimmten Voraussetzungen stattfinden:
  • Vor dem Test sollte sich der Patient mindestens drei Tage lang normal ernähren und mindestens 150 Gramm Kohlenhydrate pro Tag zu sich nehmen.
  • Auch sollte der Patient vor dem Test zehn Stunden nüchtern bleiben und kein Fieber haben.
  • Bei Frauen ist von einer Durchführung des oralen Glukosetoleranztests zum Zeitpunkt ihrer Menstruation abzusehen.
  • Zu berücksichtigen ist auch, dass bestimmte Medikamente, wie Kortisonpräparate, Diuretika (entwässernde Präparate) und Östrogene die Testergebnisse verfälschen können, da sie den Blutzuckerspiegel erhöhen können.
  • Der Test sollte auch nicht bei Patienten, denen ein Teil des Magens oder des oberen Dünndarms entfernt wurde, durchgeführt werden. Abzuraten ist auch bei schweren Verdauungsstörungen. Hier kann alternativ ein ähnlicher Test angewendet werden, bei dem die Glukoselösung nicht oral (= über den Mund) verabreicht wird, sondern in eine Vene injiziert wird.
Durchführung

Nach zehnstündigen Fasten begibt sich der Patient frühmorgens in die ärztliche Praxis. Für die Untersuchung wird zunächst der Nüchternblutzucker bestimmt. Anschließend bekommt der Patient eine bestimmte Menge einer hochprozentigen Zuckerlösung zu Trinken (Standardgemisch). Zwei Stunden später wird der Blutzucker noch einmal gemessen, um zu sehen, wie der Körper auf die Zuckerlösung reagiert hat.

Interpretation der Ergebnisse

Als normal gelten Nüchternglukosewerte von unter 110 mg/dl (< 6,1 mmol/l) bzw. unter 140 mg/dl (< 7,8 mmol/l) (2-Stunden-Wert). Die Fähigkeit des Organismus, Glukose angemessen zu verarbeiten (Glukosetoleranz), ist bei folgenden Werten deutlich gestört: Nüchternblutzucker zwischen 110 und 126 mg/dl (> 6,1 und < 7,0 mmol/l) bzw. der 2-Stunden-Wert liegt zwischen 140 und 200 mg/dl (> 7,8 und < 11 mmol/l). Letzteres ist ein eindeutiges Indiz für eine vorliegende Insulinresistenz und einen sich anbahnenden Diabetes mellitus. Von einem manifesten Diabetes mellitus wird bei Nüchternzuckerwerten über 126 mg/dl (> 7,0 mmol/l) bzw. 2-Stunden-Werten über 200 mg/dl (> 11,1 mmol/l) ausgegangen.


Diabetes Übersicht

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