Gesundheit Lexikon
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Filzläuse

Die Filzläuse oder Schamläuse (Phthirus pubis) gehören zwar nicht unmittelbar zu den Geschlechtskrankheiten, können aber auch durch sexuelle Kontakte übertragen werden.

Der menschliche Körper kann von Kopf-, Kleider- und Filzläusen befallen werden. Die Kopfläuse im Kopfhaar fangen sich Kinder häufig im Kindergarten oder in der Schule ein. Kleiderläuse kommen bei obdachlosen Menschen in Sammellagern vor und nisten sich in die Falten und Nähte der Kleider ein.

Filzläuse halten sich in Körperregionen mit vielen Schweißdrüsen auf. Daher sind sie hauptsächlich im Schamhaar im Genital- und Afterbereich zu finden. Sie können sich aber auch in der Bauchbehaarung, im Oberschenkelbereich, im Bart, an den Augenbrauen oder in den Achselhöhlen einnisten, jedoch nicht im Kopfhaar. Mit den starken Klauen an ihren hinteren Beinen kann sich die Laus an den Haaren festklammern. Filzläuse können durch engen Körperkontakt, wie z.B. beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Seltener erfolgt die Übertragung der Filzläuse über die Bettwäsche, Decken oder Matratzen. Im Gegensatz zu den anderen Menschenläusen sind die Filzläuse keine Krankheitsüberträger.

Die Filzläuse sind flach und rundlich, ca. 0,5 bis 1,5 mm groß und sie ernähren sich vom menschlichen Blut. Sie sind grauweiß, aber nach einer "Mahlzeit“ nehmen sie eine rostrote Farbe an, wodurch sie besser zu erkennen sind. Sie haben keine Flügel und sind relativ unbeweglich, was ihre Erkennung erschwert.

Die Läuse leben etwa drei Wochen lang und während dieser Zeit legen die Weibchen ihre Eier ab. Die Eier, die Nissen, werden mit einem speziellen Sekret am Haarschaft befestigt und schlüpfen nach etwa sieben Tagen aus. Filzläuse müssen noch häufiger Blut saugen als die anderen Lausarten und können nur bis zu 24 Stunden ohne einen Wirt überleben.

Symptome

Ein paar Tagen nach der Ansteckung machen sich die Läuse mit einem ungewöhnlichen Juckreiz, welcher in der Regel in der Nacht stärker ist, auf sich aufmerksam. Manchmal bemerkt man in der Unterwäsche winzige, dunkelbraune Tüpfelchen, den Läusekot. Außerdem hinterlassen die Bissspuren der Läuse kleine blaue Flecken und ekzemartige Veränderungen an der Haut. Nissen am Haarschaft verkleben die Haare.

Diagnose

Die Filzläuse und ihre Eier sind mit bloßem Auge oder mit einer Lupe zu erkennen.

Behandlung

Die von den Filzläusen befallenen Hautstellen können mit verschiedenen speziellen Shampoos und Cremes behandelt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht jedes Mittel für Schwangere geeignet ist. Die Substanzen werden in die Haare einmassiert und sollen mehreren Stunden einwirken. Schleimhäute sollten mit den Mitteln nicht in Berührung kommen. Wer keine chemischen Mittel benutzen möchte, kann die lästigen Tierchen schnell mit einer radikalen Rasur an den befallenen Körperteilen loswerden. Bei stark behaarten Personen sollte auch der Oberschenkel- und Bauchbereich mitbehandelt werden. Im Augenbrauen und Wimperbereich können die Läuse samt Nissen vorsichtig mit einer Pinzette entfernt werden. Da die Läuse bei 60°C abgetötet werden, müssen Kleidung, Bettwäsche und Handtücher bei mindestens 60°C gewaschen werden. Kleider, die nicht bei dieser Temperatur gewaschen werden können, muss man zwei Wochen in einer gut verschlossenen Plastiktüte oder drei Tage im Gefrierfach aufbewahren.

Um gegenseitige Neuansteckung zu vermeiden müssen die Partner gemeinsam behandelt werden.


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