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Phantomschmerzen und Stumpfschmerzen

Phantomerlebnisse können grundsätzlich in jedem amputierten Körperteil auftreten. Meist wird dieses Empfinden jedoch in den Beinen und Armen geschildert. Es können aber auch Zunge, Brust, Zähne, Nase, Augen, Penis, Hoden, Blase und Enddarm betroffen sein. Die bisweilen als sehr unangenehm empfundenen Erscheinungen treten dann beispielsweise nach einer Enddarm-Operation, der Entfernung einer Brust oder nach dem Ziehen eines Zahnes auf.

Wichtig zu wissen ist, dass es mehrere Phänomene gibt, die nach Amputationen auftreten. Phantomsensationen oder Phantomerlebnisse sind nicht schmerzhafte Empfindungen, die vom nicht mehr vorhandenen Körperteil ausgehen. So berichten die Patienten beispielsweise von Hitze- oder Kälteempfindungen oder Berührungen. Bisweilen verspüren sie auch Juckreiz oder Druck und nehmen Bewegungen des abgetrennten Köpergliedes wahr, die teilweise sogar beeinflussbar scheinen. Davon abzugrenzen ist der so genannte Phantomschmerz, der eine schmerzhafte Empfindung darstellt, die von einem nicht mehr vorhandenen Körperteil ausgeht. Phantomschmerzen werden als äußerst real empfunden. Es können sich Schmerzen einstellen, die schon vor der Abtrennung des Körpergliedes bestanden haben. Muskelverspannungen, Entzündungen oder Durchblutungsstörungen lösen bisweilen direkt am Stumpf Beschwerden aus. In diesem Fall spricht man dann von Stumpfschmerzen. Von all diesen Schmerzformen wird der so genannte Deafferenzierungsschmerz unterschieden. Hier kommt es nach Schädigung und Ausfall von bestimmten Nerven zu Schmerzen im Versorgungsgebiet des entsprechenden Nervs. Dabei können die Nervenschäden sowohl traumatisch (bsp. Unfall oder Gewalteinwirkung) als auch durch einen medizinischen Eingriff (Neurolyse = Auflösen von Nervensubstanz) entstehen. Die Anzahl der Neuerkrankungen liegt bei 5 - 15%. Der Unterschied zwischen einem Deafferenzierungsschmerz und Phantomschmerz liegt darin, dass beim Deafferenzierungsschmerz der schmerzende Körperteil noch vorhanden ist, aber nicht mehr von den entsprechenden Nerven versorgt wird.

Die beschriebenen Phänomene treten häufig nach Amputationen auf. So wird angenommen, dass Phantomschmerzen bei bis zu 75% der Betroffenen vorkommen. Idealerweise sollten die Patienten schon vor einer entsprechenden Operation darauf vorbereitet werden. Viele Patienten ertragen über Jahre Phantomerlebnisse oder Phantomschmerzen und offenbaren sich nicht einmal engsten Angehörigen, aus der Befürchtung heraus, an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Dabei können die Schmerzen so einschneidend sein, dass sie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 12.07.2007


- Was sind Phantomschmerzen und wie entstehen diese?
- Stumpf- und Phantomschmerz
- Schmerzen bei Durchblutungsstörungen

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