Gesundheit Lexikon
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Medikamentöse Therapie

Für die medikamentöse Therapie gibt es heutzutage eine Reihe von effektiven und wirksamen Schmerzmitteln (Analgetika). Dabei gehören zu den Schmerzmitteln sowohl rezeptfreie Medikamente, beispielsweise mit den Inhaltsstoffen Acetylsalicylsäure oder Paracetamol, als auch schwache und starke Opioide, die nur auf Rezept erhältlich sind. Die Verschreibung starker Opioide, wie des Morphins und seiner chemischen Abkömmlinge, unterliegt sogar dem Betäubungsmittelgesetz. Ihre Verordnung erfolgt nur über spezielle Rezepte, so genannte BTM-Rezepte, bei denen der behandelnde Arzt bestimmte Regeln beachten muss.

Die einzelnen Medikamente unterscheiden sich hinsichtlich ihrer chemischen Zusammensetzung, ihrer Wirkungsweise, ihrem Wirkort, der Form der Verabreichung (Applikation) und in Bezug auf ihre Nebenwirkungen. Die Dosierung und das jeweilige Medikament müssen daher dem individuellen Schmerzgeschehen angepasst werden. Die Wahl des Wirkstoffs und die Darreichungsform (z.B. Tablette, Spritze, Zäpfchen, Pflaster, usw.) richten sich nach der Schmerzart und -intensität sowie nach dem Vorliegen von Risiken, die von bestimmten Begleiterkrankungen ausgehen können.

Die Therapieplanung mit Schmerzmitteln umfasst drei Phasen. Zunächst erfolgt schrittweise die Dosisfindung mit dem Ziel der Schmerzfreiheit. Die folgende, meist längste Phase der Schmerzbehandlung zielt darauf ab, die Schmerzfreiheit zu erhalten und das bei möglichst niedriger Dosis und bestmöglicher Verträglichkeit. Die letzte Phase der Behandlung sieht im Fall abnehmender Schmerzen vor, die Analgetika kontrolliert zu reduzieren. Bei der Therapieplanung sind vor allem im Stadium der Dosisfindung häufige ärztliche Kontrollen nötig. Gerade zu diesem Zeitpunkt treten auch die meisten Nebenwirkungen der Medikamente auf. Die richtige Dosierung muss mit jedem Patienten schrittweise ermittelt werden. Es gibt nämlich keine allgemein verbindliche analgetische Standarddosierung.

Die Therapie richtet sich auch nach der Dauer der Schmerzen. Die Behandlung akuter Schmerzen erfolgt nach Bedarf. Chronische Schmerzen werden nach Zeitplan therapiert. Der Patient bekommt die Schmerzmittel, auch wenn er noch gar keine Schmerzen verspürt. Wichtig für den Therapieerfolg bei chronischen Schmerzen ist, dass sowohl die verordneten Dosen, als auch der Verabreichungszeitpunkt genau eingehalten wird. Sowohl in der Akuttherapie, als auch bei der Behandlung von chronischen Schmerzen kann es nötig sein, verschiedene Schmerzmittel miteinander zu kombinieren.

Der behandelnde Arzt orientiert sich für gewöhnlich bei der Aufstellung des individuellen Therapieplans am Stufenschema der WHO (Weltgesundheitsorganisation), das ursprünglich für Tumorschmerzen entwickelt wurde. Auf die Wirkungsweise, Nebenwirkungen und Anwendungsgebiete der einzelnen Analgetika wird bei den einzelnen Wirkstoffen oder Wirkstoffgruppen eingegangen.

Neben den klassischen Analgetika werden bei speziellen Fragestellungen der Schmerztherapie auch ergänzende Medikamente, so genannte Co-Analgetika, mit unterschiedlicher Zielsetzung eingesetzt. Sie gehören nicht zur Gruppe der Analgetika, unterstützen aber deren Wirkung. Hier einige Beispiele:
  • Kortison (Wirkstoff Dexamethason) wird zur Abschwellung des Gewebes eingesetzt, kurzfristige angewendet wird es beispielsweise auch bei Knochen- und Hirnmetastasen.
  • Antidepressiva (Wirkstoff Amitriptylin) sind Stimmungsaufheller und helfen bei der Beseitigung chronischer Schmerzen.
  • Antikonvulsiva (Wirkstoff Carbamazepin) haben eine wichtige Bedeutung bei der Beseitigung von Nervenschmerzen.
  • Neuroleptika (Wirkstoff Haloperidol) helfen Angstzustände abzubauen und verstärken so die Wirkung der klassischen Schmerzmittel.
  • Tranquilizer und Bisphosphonate (Wirkstoffe Diazepam, Etidronsäure) finden Anwendung bei Schmerzen, die durch Knochenmetastasen hervorgerufen werden.
- Medikamentöse Schmerztherapie
- Knochenmetastasen
- WHO: Weltgesundheitsorganisation


Schmerzen Übersicht

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