Gesundheit Lexikon
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Pneumonieprophylaxe - einer Lungenentzündung vorbeugen

In Deutschland werden pro Jahr etwa 200.000 Menschen wegen einer Lungenentzündung (Pneumonie) in die Klinik eingewiesen. Sie ist die häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit in Westeuropa. Vor allem Senioren haben ein deutlich erhöhtes Risiko, daran zu erkranken.

Verursacht wird die Pneumonie (Lungenentzündung) in der Regel durch die Bakterienart Streptococcus pneumoniae. Aber auch andere Bakterienstämme, Viren oder Pilze können die gefährliche Entzündung der Atmungsorgane hervorrufen.

Ein erhöhtes Risiko an einer Lungenentzündung zu erkranken, haben folgende Bevölkerungsgruppen:

  • Bettlägerige;
  • Personen mit einer schmerzbedingten Schonatmung, die bsp. die Folge einer Operation oder eines Rippenbruchs sein kann;
  • Menschen mit Atemstörungen, Herzerkrankungen oder Erkrankungen der Atemwege, die auch chronischer Natur sein können (Asthma bronchiale, chronischer Bronchitis);
  • Raucher;
  • Menschen mit starkem Übergewicht;
  • beatmete Patienten;
  • Patienten mit Schluckbeschwerden: Schluckbeschwerden können bsp. nach einem Schlaganfall oder in Folge einer Bewusstseinsstörung auftreten. Beim Essen und Trinken kann Nahrung in die Bronchien gelangen, was eine Pneumonie begünstigt.
  • Abwehrgeschwächte Menschen.

Entstehung (vorwiegend bei älteren Menschen)

Bei längerer Bettlägrigkeit kann die Atmung oberflächlich werden und damit werden die tieferen Lungenbezirke ungenügend durchlüftet. Als Folge einer ungenügenden Atmung sammelt sich Sekret (Schleim) in den Atemwegen. Dieser beeinträchtigt die Atmung und ist eine gute Siedlungsgrundlage für Krankheitserreger. Ist das Immunsystem des Betreffenden zusätzlich nicht mehr so leistungsfähig – was im Alter häufig der Fall ist -, steht einer Lungenentzündung nichts mehr im Wege.

Wie erkennt man eine Lungenentzündung?

Die Anzeichen einer Lungenentzündung sollten jedem, der pflegt, geläufig sein. Die Erkrankung kann sich durch folgende Symptome ankündigen oder zeigen:

  • Appetitlosigkeit,
  • Mattheit, Benommenheit,
  • flache, beschleunigte Atmung,
  • stechende Schmerzen in der Brust, Atemnot,
  • trockener Husten,
  • Verschleimung und Auswurf,
  • ansteigendes Fieber und Pulsanstieg,
  • Schüttelfrost und Schwitzen.

Welche vorbeugenden (prophylaktischen) Maßnahmen gibt es, der Lungenentzündung vorzubeugen?

Mit gezielten Maßnahmen kann einer Lungenentzündung wirksam vorgebeugt werden. Als Prophylaxe wird empfohlen:

  • Den Betroffenen mehrmals täglich zum Aufstehen bzw. zum Hin- und Hergehen zu ermuntern;
  • Menschen, die nicht aufstehen können, mehrmals täglich dazu motivieren, bewusst und tief durchzuatmen;
  • Aufrechtes Sitzen – auch im Bett – verbessert die Atmung. Ein Heben und Strecken der Arme intensiviert sie.
  • Für ausreichend frische Luft im Zimmer sorgen: Die Austrocknung der Schleimhäute und damit die Infektionsanfälligkeit wird somit vermindert. Das Zimmer des Betroffenen sollte daher mehrmals täglich gelüftet werden; jedoch darf keine Zugluft entstehen.
  • Wird vermehrt Schleim produziert, so muss man auf ein Abhusten des Sekrets achten. Die Hochlagerung des Oberkörpers erleichtert dies. Auch eine leichte Vibrationsmassage ist hier zielführend. Dazu wird der Rücken unterhalb der Schulterblätter aufwärts bis zu den Schultern mit der hohlen Hand abgeklopft. Die Anwendung dieser Prophylaxe muss mit dem behandelnden Mediziner jedoch vorher besprochen werden.
  • Atemübungen mehrmals täglich wiederholen (siehe dazu unten).

Atemübungen

Atemübungen können im Sitzen und Liegen durchgeführt werden. Hier einige Anregungen:

1. Variante: Der Patient sitzt entspannt mit angelehntem Rücken. Er hebt den rechten Arm so weit wie möglich und atmet dabei tief ein. Beim Absenken des Arms atmet er tief aus. Auf die gleiche Weise verfährt man mit dem linken Arm. Zum Schluss wird das Atmen durch das Heben und Senken beider Arme begleitet.

2. Variante: Der Betroffene sitzt entspannt mit angelehntem Rücken. Er legt beide Hände an den Brustkorb (die Fingerspitzen auf den Rippenbogen) und atmet aus. Der Patient drückt dann die Hände gegen den Brustkorb und spürt beim Einatmen den Widerstand. Anschließend atmet der Patient aus und entspannt sich.

3. Varianten: Es gibt auch spielerische Atemübungen, welche die Einatmung verstärken und die Ausatmung intensivieren. Das kann „Watte wegblasen“, das „Anblasen eines Mobiles“ oder das „Pusten von Seifenblasen“ sein.

Welche Pflegemaßnahmen ergeben sich, wenn der Arzt eine Lungenentzündung festgestellt hat?

  • Körperliche Belastungen sollten vermieden werden;
  • Der Kranke sollte reichlich trinken, im Idealfall vitaminreiche Frucht- und Gemüsesäfte;
  • Appetitanregende Speisen anbieten;
  • Den Oberkörper höher lagern;
  • Den Schleim abhusten lassen;
  • Die verordneten Medikamente müssen gewissenhaft verabreicht werden; Verordnungen, wie Einreibungen oder Inhalationen, müssen ebenso gewissenhaft durchgeführt werden.Man muss darauf achten, dass Patienten mit einer Lungenentzündung oft vermehrt schwitzen. Ein wiederholter Wäschewechsel muss daher durchgeführt werden. Die Wäsche sollte dabei leicht angewärmt sein.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 09.05.2011


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