Gesundheit Lexikon
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Nährstoffbedarf

Verminderter Energiebedarf mit zunehmendem Alter

Wie im Kapitel „Besonderheiten bei der Ernährung im Alter“ erwähnt, ändert sich der Energie- bzw. Kalorienbedarf mit zunehmendem Alter.

Folgende Tabelle gibt darüber Auskunft:

Alter

Kalorienbedarf

bis 33 Jahre

100 Prozent

33 bis 55 Jahre

- 10 Prozent

55 bis 75 Jahre

- 15 Prozent

Ab 75 Jahre

- 10 Prozent

Beispiel:

Herr Huber ist Büroangestellter, 30 Jahre alt und wiegt circa 70 kg. Er hat einen täglichen Energiebedarf von 2.500 kcal. Dieser Energiebedarf sinkt im Laufe seines Lebens folgendermaßen:

33 – 55 Jahre: 2.500 kcal – 10% = 2.250 kcal

55 – 75 Jahre: 2.250 kcal – 15% = 1.912 kcal

Ab 75 Jahre: 1.912 kcal – 10% = 1.721 kcal

Der Energiebedarf von Herrn Huber hat im Laufe seines Lebens um circa 770 Kalorien abgenommen. Passt Herr Huber seinen Kalorienbedarf an, so kann er bei gleicher körperlicher Betätigung sein Gewicht halten.

Die Nährstoffe im Einzelnen

Um einen Überblick über den Energiegehalt der Nährstoffe und über die Nährstoffe selbst zu erhalten, werden sie im Folgenden genauer erläutert.

Die verwertbaren Bestandteile der Nahrung unterteilt man in Energie liefernde und nicht Energie liefernde Nährstoffe.

Zu den Energie liefernden Nährstoffen zählen die Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette. Der menschliche Organismus benötigt sie zur Deckung des Energiebedarfs, um beispielsweise den Stoffwechsel und die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten.

Nicht Energie liefernde Nährstoffe sind Wasser, Mineralien, Vitamine, Ballaststoffe und Geschmackstoffe. Sie haben unterschiedlichste Funktionen (siehe unten).

Für die Ernährung im Alter – genauso wie für jüngere Menschen – gilt: ausreichend Eiweiß und Kohlenhydrate zu sich nehmen, möglichst sparsam mit Fett umgehen.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate werden auch als Saccharide oder Zucker bezeichnet. Dabei darf man aber nicht ausschließlich an den Haushaltszucker (Saccharose) denken, sondern auch an die vielfältigen höherkettigen Zuckerverbindungen, wie Stärke oder Cellulose, die wir zu uns nehmen.

Kohlenhydrate sind in Kartoffeln, Brot, Teigwaren, Reis, Hülsenfrüchten, Mehl, Zucker, Honig, Trockenobst, Bananen und Schokolade enthalten.

Je nach Arbeitsleistung benötigt der Körper zwischen 250 bis 400 g Kohlenhydrate pro Tag. Dabei entspricht 1 Gramm Kohlenhydrat = 4,1 kcal.

Als besonders wertvoll werden Vollkornprodukte angesehen, da sie zusätzlich reich an Ballaststoffen, Mineralstoffen und Vitaminen sind.

Eine leicht bekömmliche Frühstücks- oder Abendmahlzeit kann aus Vollkornflocken mit Milch und Joghurt sowie Früchten bestehen. Eine solche Mahlzeit enthält alle wertvollen Nährstoffe.

Zuckerhaltige Nahrungsmittel, Speisen und Getränke sollten sparsam verzehrt werden. Bei Appetit auf Kuchen sollte man Hefegebäck sowie Quark- und Obstkuchen bevorzugen.

Einen Heißhunger auf Süßes kann man auch gut durch Trockenfrüchte oder Bananen stillen. Aber auch dies in Maßen.

Wichtig:

  • Bei Erkrankungen und Infektionen steigt der Energiebedarf und damit auch der Bedarf an Kohlenhydraten.
  • Je höher der Anteil an Lebensmitteln pflanzlicher Herkunft auf dem täglichen Speiseplan ist, desto besser ist die Kohlenhydratversorgung.

Eiweiß (Proteine)

Die Eiweißstoffe sind die Bauelemente des Körpers. Die in ihnen enthaltenen essenziellen Aminosäuren werden zum Aufbau des Gewebes benötigt. Außerdem sind die Proteine an vielfältigsten Stoffwechselvorgängen beteiligt. Unsere Muskulatur, die Sehnen, Knorpel und Bänder, das Bindegewebe, Haut, Haare und Fingernägel sowie die inneren Organe benötigen ein Leben lang eine ausreichende Proteinzufuhr. Sinkt diese Zufuhr, so wirkt sich dies auf viele Funktionen des menschlichen Organismus aus:

  • Schwächung des Immunsystems und damit Anfälligkeit für Krankheiten,
  • schlechte Wundheilung und damit verzögerte Genesung.

Proteine sind enthalten in pflanzlichen Erzeugnissen, wie Getreide, Hülsenfrüchten, Kartoffeln und Pilzen oder Sojaprodukten. In tierischen Nahrungsmitteln finden sie sich in Fleisch, Fisch, Ei, Milch, Käse, Quark oder Joghurt. Der Mindestbedarf liegt bei 20 Gramm pro Tag. Die Empfehlung liegt bei ca 1 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Normalgewicht. Bei einem (Normal-) Körpergewicht von 70 Kilogramm werden 70 Gramm empfohlen. Ein Gramm Eiweiß entspricht 4,1 kcal.

Wertvolle Eiweißträger sind – wie aus obiger Liste ersichtlich – nicht nur Fleisch und Wurst. Gut verträglich und verwertbar sind folgende Kombinationen aus pflanzlichen und tierischen Eiweißträgern.

  • Kartoffeln und Milchprodukte: selbst zubereitetes Kartoffelpüree, Pellkartoffeln mit Quark, Kartoffelauflauf mit Gemüse und Käse überbacken.
  • Ei und Kartoffeln: Bauernomlett, Kartoffeln mit Rührei und Spinat.
  • Milchprodukte mit Getreide: Käsebrot, Hirseauflauf, Müsli, Haferflockenbrei, Milchreis.

Fette

Fette sind chemisch betrachtet bsp. Triglyceride, Cholesterin und Fettsäuren. Die Fettsäuren werden in essenzielle und nicht essenzielle Fettsäuren unterschieden. Essenzielle Fettsäuren müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, da der menschliche Organismus sie nicht selbst bilden kann. Bei einem Mangel an essenziellen Fettsäuren kommt der aktive Stoffwechsel zum Erliegen. Mangelerscheinungen äußern sich beispielsweise in Hautveränderungen (übermäßiger Verhornung) und Haarausfall sowie in Infektanfälligkeit.

Fette finden sich in Pflanzenölen, Margarine und Nüssen; in tierischer Nahrung sind sie beispielsweise in Butter, Sahne, Schmalz oder Speck enthalten. Der Körper benötigt 40 bis 70 Gramm pro Tag. Ein Gramm Fett entsprechen 9,3 kcal.

Ältere Menschen vertragen von Haus aus fette Nahrungsmittel meist nicht mehr so gut.

Hier noch einige Tipps zum Umgang mit Speisefetten:

  • Verwenden Sie – wenn möglich – kalt gepresste Öle, wie Olivenöl, Distelöl oder Sonnenblumenöl, um damit Salat anzurichten oder Gemüse zu dünsten.
  • Als Streichfett oder zum Zubereiten von Speisen ist es gut, Butter oder nicht gehärtete Pflanzenmargarine zu verwenden.
  • Achten Sie auf versteckte Fette in Speisen oder Süßwaren.

Wasser

Wasser ist ein wichtiger Baustoff und zudem ein Lösungs- und Transportmittel im menschlichen Körper. Über den Schweiß dient es der Wärmeregulation. Es ist unverzichtbar für den menschlichen Körper, der je nach Alter, Geschlecht und Körperfettanteil zu circa 36 bis 75 Prozent aus Wasser besteht.

Vitamine

Sie sind Wirk-, Schutz- und Reglerstoffe. Sie müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, da sie vom menschlichen Organismus selbst nicht gebildet werden können. Ihr gänzliches Fehlen über einen bestimmten Zeitraum kann zu lebensbedrohlichen Krankheiten führen, ein Mangel zu Infektanfälligkeit, Antriebslosigkeit und Müdigkeit. Vitamine werden mit Buchstaben des Alphabets bezeichnet.

Vitamine, die im Alter häufig nicht in ausreichendem Maße aufgenommen werden, sind in nachfolgender Tabelle aufgeführt.

Vitamine

Bedeutung

Lebensmittel

Verzehrempfehlung

A

Funktion von Haut und Schleimhaut, Knochenaufbau

Leber, Eigelb, Milch, Spinat, Karotten

Möhrensalat gegart mit Öl (72 g); Aprikose frisch (270 Gramm), Camembert (220 g)

B1/B2/B6

Abbau von Kohlenhydraten, Alkohol, Fett und Eiweiß

Fleisch, Fisch, Getreide, Milch, Bananen, Hefe- und Haferflocken, Walnüsse, Gemüse

3 mittelgroße Kartoffeln, 4- 5 Scheiben Vollkornbrot, 75 Gramm Nudeln oder Reis (Rohgewicht)

C

Aufbau von Bindegewebe, Immunabwehr

Paprika, Kiwi, Zitrusfrüchte, Kartoffeln, Kohl, Petersilie, schwarze Johannisbeeren

150 Gramm Obst und 200 Gramm Gemüse, Salate

D

Knochenaufbau

Milch, Käse, Fisch, Eigelb, Pilze, Leber

¼ l Milch und zwei dünne Scheiben Käse

E

Zellschutz

Nüsse, Sonnenblumenöl, Eier, Weizenkeime

Haselnuss frisch (46 g), Sonnenblumenöl (19 g)

K

Blutgerinnung

grünes Blattgemüse, Kohlarten, Spinat, Getreide, Milch, mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Mineralien und Spurenelemente

Mineralien und Spurenelemente wirken vornehmlich als Stoffe zur Regelung von Körpervorgängen.

So ist Kalium für die Muskeltätigkeit wichtig. Es findet sich in Obst und Gemüse, vor allem in Bananen, Kartoffeln, Hülsen- und Trockenfrüchten. Etwa 200 Gramm Gemüse und 150 Gramm Obst decken den Tagesbedarf.

Der Mineralstoff Kalzium ist für die Knochen und Zähne sowie für die Nerven- und Muskelfunktion wichtig. Kalzium findet sich vor allem in Milch und Milchprodukten, Brokkoli und Sesam. Der Tagesbedarf kann mit einem ¼ Liter Milch oder Joghurt und zwei dünnen Scheiben Käse gedeckt werden.

Das essenzielle Spurenelement Eisen wird vornehmlich für die Blutbildung und damit für den Sauerstofftransport im menschlichen Organismus benötigt. Eisen findet sich in Fleisch, Fisch, Geflügel und Milchprodukten sowie in Gemüse, Obst und Vollkorngetreideprodukten. Vier Scheiben Vollkornbrot bzw. zwei Scheiben gekochter Schinken oder Putenbrust decken den täglichen Bedarf.

Das Spurenelement Jod ist bedeutsam für die Bildung der Schilddrüsenhormone, die wiederum an vielfältigsten Stellen im menschlichen Organismus in den Stoffwechsel eingreifen. Jod findet sich in Milch- und Milchprodukten sowie in Seefisch und Jodsalz. In Jodmangelgebieten sollte die Verwendung von Jodsalz obligat sein. Der Verzehr von Seefisch einmal wöchentlich ergänzt die Jodversorgung.

Ballaststoffe

Dabei handelt es sich um die unverdaulichen Bestandteile der Nahrung. Die Stoffe finden sich vornehmlich in pflanzlichen Lebensmitteln. Sie regen unter anderem die Darmtätigkeit an und helfen einer Stuhlverstopfung vorzubeugen. Außerdem haben sie einen sättigenden Effekt, indem sie die den Magen füllen und seine Entleerung verzögern. Der Blutzucker steigt langsam an.

Ballaststoffe haben zudem einen großen Effekt auf die Bioverfügbarkeit verschiedener Nährstoffe. Als Bioverfügbarkeit versteht man die Menge eines Nährstoffes, die tatsächlich aus dem Lebensmittel in den Körper aufgenommen und für diesen verfügbar gemacht wird.

Farb- und Geschmacksstoffe

Diese Begleitstoffe in der Nahrung können appetitanregend wirken. Vor allem Kräuter können die Verdauung anregen und den Appetit fördern. Sie können auch hilfreich sein, um Kochsalz zu ersetzen, welches - vor allem bei hohem Blutdruck - gemieden werden soll.

Beachtenswert

Im Alter kann sich der Bedarf an B-Vitaminen (Folsäure (B9), B6, B12) sowie an Vitamin D und Zink erhöhen.

Man muss auch daran denken, dass viele ältere Menschen oft mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen (= multipler Medikamentenkonsum). Ist dies der Fall, so kann die Bioverfügbarkeit der Nährstoffe beeinträchtigt sein. Es kann zu möglichen Nährstoffverlusten kommen. Hier einige Beispiele:

Sogenannte Antazida (= Mittel gegen Magenübersäuerung und Sodbrennen) können zu einem Nährstoffverlust an Kalzium, Eisen und Vitamin B führen. Diuretika (= Mittel zur Wasserausscheidung) bedingen einen Verlust an Vitamin B und C, Kalzium, Magnesium und Zink.

Abführmittel (Laxanzien) sind in der Lage, einen Mangel an Kalium und Kalzium herbeizuführen.

Quellen:

Der große TRIAS-Ratgeber Hauskrankenpflege, Altenbetreuung und Altenpflege, J.R. Möse, Kneipp-Verlag, 2007

Angehörige pflegen – Ein Ratgeber für die Hauskrankenpflege, Döbele Martina, 2008

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 09.05.2011


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