Gesundheit Lexikon
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Sind die Gene für das Übergewicht verantwortlich?

Die Untersuchungen in den 50er Jahren haben die Meinung der Forscher über das Fett völlig verändert. Jules Hirsch, Wissenschaftler der Universität Rockefeller wollte herausfinden, was mit den Fettzellen passiert, wenn man viel abnimmt. Er hat acht Patienten getestet, alle acht waren schon als Kind extrem übergewichtig. Sie mussten eine strenge Diät einhalten. Der Forscher vermutete, wenn die Fettzellen auf eine normale Größe zusammenschrumpfen, können dann alle Patienten ihr Gewicht auf Dauer behalten.

Es ist aber leider nicht so passiert, sie haben alle ihr ursprüngliches Gewicht zurückbekommen. Dr. Rudolph Leiber, Wissenschaftler der Universität Columbia, hat das Experiment mit Hirsch zusammen mehrmals wiederholt. Sie haben den Stoffwechsel, psychischen Zustand, Puls und die Körpertemperatur der Patienten beobachtet. Es wurde überraschenderweise festgestellt, dass Übergewichtige, die viel abgenommen haben, von Außen genau so aussehen, wie andere Menschen, welche nie dick waren, aber sie "funktionieren" völlig anders. Ihr Stoffwechsel funktioniert so, als ob sie ständig hungern würden. Wenn Übergewichtige abnehmen, verbrennen sie 24% weniger Kalorien pro Quadratmeter der Körperoberfläche als Personen, die von Natur aus dünn sind. Es wurde auch festgestellt, dass Patienten, die an dem Experiment teilgenommen haben, litten an der sog. "Hungerneurose". Sie träumten über Essen, fantasierten, bekamen Depressionen, Ängste bis hin zu Selbstmordgedanken.

Ein Abnehmen führte nicht also zu einem Normalzustand, sondern ganz im Gegenteil, die Patienten kommen in einen Sonderzustand. Sie haben sich andauernd so gefüllt, wie die "normalgewichtige" Menschen, wenn sie Hunger haben. Dr. Ethan Sims unternahm eine andere Untersuchung, er wollte nämlich herausfinden, was passiert, wenn Menschen, die noch nie Gewichtsprobleme hatten, zunehmen. Sie haben Freiwillige aus einem nahe liegenden Gefängnis getestet. Die Probanden haben 20-25 % ihres Körpergewichtes zugenommen. Als Ergebnis kam heraus, dass der Stoffwechsel von Unter-/Normalgewichtigen, die jetzt zugenommen haben 50% schneller wird als sonst. Am Ende des Experiments haben es alle geschafft ihr Normalgewicht wieder zurückzubekommen.

Fazit: es muß ein bestimmter Grund dafür geben, warum die Übergewichtigen ihr erreichtes Gewicht nach dem Abnehmen nicht halten können und warum die Schlanken nach dem Zunehmen wieder dünn werden. Bei den Gewichtsveränderungen wird der Stoffwechsel entweder schneller oder langsamer um das gewünschte Gewicht halten zu können. Wenn jemand zunimmt, wird der Stoffwechsel doppelt so schnell wie sonst, wenn man abnimmt, wird er aber nur halb so schnell wie sonst.

Übergewicht und Gene

So haben die Forscher versucht eine breit gefächerte Untersuchung zu machen um herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen Gewicht und den Genen gibt. Es wurde festgestellt, dass zwischen dem Gewicht von biologischen Eltern und deren Kindern ein Zusammenhang besteht. Die Schlussfolgerung davon ist es dann, dass Übergewicht vererbt werden kann. Bei 70% der Menschen ist Übergewicht vererbbar, d.h. Adipositas hat eher genetische als psychische Ursachen. Es wurde damit bewiesen, dass jeder Mensch eine bestimmte Gewichtsklasse hat und der Organismus versucht diese zu behalten. 5-10 Kg Schwankungen sind noch kein Problem, aber größere Veränderungen bringen bedeutsame psychische Probleme mit sich.

Es bedeutet aber nicht, dass die Menschen tatenlos gegenüber Gewichtskontrolle sind. Es heißt nur, dass die Übergewichtigen einen andauernden Kampf auch gegen ihre Gene führen müssen, wenn sie abnehmen wollen.

The New York Times


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