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Moxibustion - Moxa

Die Moxibustion ist eine Form der Wärme- oder Brenntherapie und wird auch in Kombination mit der Akupunktur eingesetzt, um deren Wirkung zu verstärken. Es handelt sich um eine Therapiemethode der Traditionellen Chinesischen Medizin.

Der Begriff „mogusa“ leitet sich aus dem Japanischen ab und bedeutet „brennendes Heilkraut“. Das Moxakraut sind getrocknete oder pulverisierte Blätter des Beifußkrautes (Artemisia vulgaris).

Die Moxibustion beruht – ähnlich wie die Akupunktur – auf der Aktivierung von Akupunkturpunkten. Bei der Moxibustion geschieht dies jedoch durch Wärme.

Geschichtliches

Die Moxibustion ist eine der ältesten Therapieformen in der Chinesischen Medizin. Erste schriftliche Aufzeichnungen über diese Methode werden auf 770 und 476 vor Christus datiert.

Eine starke Wiederbelebung erfuhr diese Methode unter Mao Zedong (1893 -1976), unter dessen Regentschaft sich auch die Traditionelle Chinesische Medizin etablierte.

Nach Europa kam das Moxakraut bereits im 17. Jahrhundert. Hier beschäftigte sich der deutsche Arzt Engelbert Kaempfer (1651 – 1716) mit dieser Behandlungsform.

Einen wahren Boom im Westen erlebten die Akupunktur und die Moxibustion in 1970er Jahren.

Wirkungsweise

Der traditionelle Erklärungsansatz geht davon aus, dass die Hitze beim Moxen eine heilende und reizende Wirkung auf die Meridiane entfalten soll. Die Reizwirkung soll den Energiefluss anregen.

Eher wissenschaftlich betrachtet soll die Hitze die Nervenenden der Haut anregen. Es kommt zur Aktivierung der Hirnanhangdrüse und der Nebennieren. Sie setzten Hormone frei, die bestimmte Wirkungen erzielen.

Anwendungsgebiete

Die Moxibustion dient vor allem der Stärkung des Immunsystems und der Behandlung von chronischen Atemwegserkrankungen. Auch bei akuten Erkältungserscheinungen, wie Schnupfen, Husten oder Ohrenschmerzen soll Moxa helfen. Weitere Einsatzgebiete sind Kreislaufregulationsstörungen und Rheuma.

Die Moxibustion wird zudem von Hebammen angewendet, um Kinder von der Steißlage in die (richtige) Schädellage zu bringen. Dazu wird ein bestimmter Punkt am kleinen Zeh sehr stark mit der Moxazigarre erwärmt.

Durchführung

Es gibt mehrere Techniken der Moxibustion. Bei allen wird Beifußkraut abgebrannt und mit der entstehenden Wärme bestimmte Akupunkturpunkte thermisch gereizt. Wird das Hitzegefühl zu stark, so wird der nächste Punkt in dieser Weise behandelt. Die Prozedur wird sooft wiederholt, bis eine deutliche Rötung am Akupunkturpunkt auftritt.

Bei der direkten Moxibustion liegen kleine Moxakrautkegel (reiskorn- bis murmelgroß) direkt auf dem Akupunkturpunkt und werden abgebrannt. Meist kommen jedoch Ingwer- oder Knoblauchscheiben beziehungsweise eine Schicht Salz zwischen den Moxakegel und die Haut (indirekte Moxibustion).

Eine weitere Moxa-Technik stellt die so genannte „heiße Nadel“ dar. Bei dieser Methode wird an den Griff der Akupunkturnadel eine Moxakugel angebracht und abgebrannt. Die Nadel erwärmt sich und die Wärme dringt tief in den Akupunkturpunkt ein.

Bei uns am gebräuchlichsten sind die Moxazigarren. Sie bestehen aus Moxakraut, dass zu circa 20 Zentimeter langen Stangen gepresst wird und von brennbarem Papier umhüllt ist.

Bei der Behandlung wird die Zigarre vom Therapeuten entzündet und in die Nähe des Akupunkturpunktes gebracht, bis der Patient ein deutliches Hitzegefühl verspürt. Dann wird die Zigarre zurückgezogen und nach kurzer Zeit der betreffende Punkt erneut stimuliert. Dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis sich an der Haut eine deutliche Rötung zeigt. Pro Punkt wird circa zwei Minuten erwärmt.

Risiken

Es wird davon abgeraten, Moxibustion im Selbstversuch durchzuführen. Kontraindiziert ist diese Methode auch bei Fieber und akuten Entzündungen. Kleinkinder sollten damit nicht behandelt werden.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 19.05.2009


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