Gesundheit Lexikon
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Der Blutegel

In der Medizin kommen die Blutegelarten Hirudo medicinalis und Hirudo verbana zum Einsatz, die aus Zuchtbeständen stammen. Natürlicher Lebensraum des Parasiten sind Süßgewässer.

Der empfindliche Sauger wird zu therapeutischen Zwecken nur einmal verwendet, um die Übertragung von Infektionen auszuschließen.

Die Tiere besitzen an beiden Körperenden einen Saugnapf, sind dunkel gefärbt und etwa zwei bis vier Zentimeter lang.

Die Schmerzhaftigkeit ihres Bisses kann mit „einem leichten Ziehen“, einem Mückenstich oder maximal dem Einstich einer Injektionsnadel verglichen werden.

Nach dem Ansetzen verbleiben die Tiere solange auf der Haut, bis sie von alleine wieder loslassen. Die sternförmige Wunde blutet noch zwei bis zwanzig Stunden nach.

Wirkungsweise

Während des Saugens sondert der Blutegel Stoffe in die Wunde ab, die über den Blutkreislauf verteilt werden.

Am bekanntesten ist das Hirudin, welches die Blutgerinnung hemmt.

Der Blutegelspeichel wirkt zudem:

  • entzündungshemmend,
  • antithrombotisch (= verhindert Thrombosen),
  • krampflösend,
  • gefäßerweiternd und gefäßstützend.

Die ableitende Wirkung der Blutegelbehandlung gründet sich in folgenden Tatsachen: Der Egel selbst saugt circa 5 bis 15 Milliliter Blut; durch die Nachblutung werden noch einmal bis zu 40 Milliliter abgeleitet.

Diese Eigenschaft macht man sich besonders in der rekonstruierenden Chirurgie zunutze, zum Beispiel nach der Abtrennung von Gliedmaßen oder Hautverletzungen. Dabei kann man die arteriellen Gefäße sehr gut rekonstruieren, aber der venöse Abfluss bereitet zumeist Probleme. Es dauert oft einige Zeit, bis dieses Blut wieder seinen Weg findet. Eine Folge können Blutstauungen sein, die zum Untergang des umgebenden Gewebes führen. In diesem Fall kann die Stauung mithilfe eines Blutegels beseitigt werden.

Anwendungsgebiete

Blutegel werden vor allem bei Gefäßerkrankungen zu therapeutischen Zwecken verwendet. Dazu zählen Blutergüsse, Krampfadern, Venenentzündungen, Thrombosen, Hämorrhoiden und Besenreiser.

Die Therapie soll auch bei Gelenkentzündungen, Arthrosen und Gicht helfen. Weitere Einsatzgebiete sind Mittelohrentzündungen, Tinnitus (= Ohrgeräusche), Nasennebenhöhlenentzündungen und Migräne.

Durchführung

Die Behandlung mit den Blutegeln dauert circa eine Stunde.

Der Patient liegt während der Behandlung. Seine Haut sollte sauber und frei von Kosmetika sein.

Man setzt bis zu 10 Blutegel an, denen man so lange eine Mahlzeit gewährt, bis sie von selbst loslassen. Eine Unterbrechung des Saugvorganges erfolgt nicht.

Danach werden die sternförmigen Wunden gereinigt und leicht abgedeckt; die Nachblutung nicht unterbunden.

Anschließend wird ein Nachruhen empfohlen. Im Abstand von ein bis zwei Wochen kann die nächste Blutegelbehandlung erfolgen.

Für wen ist die Therapie nicht geeignet?

Schwangere und Kleinkinder sollten von dieser Therapie Abstand nehmen. Ebenso dürfen Personen, die unter Gerinnungsstörungen (bsp. Bluter) oder Diabetes (= Zuckerkrankheit) leiden, nicht an der Behandlung teilnehmen. Ausgeschlossen sind auch Menschen, die blutverdünnende Medikamente nehmen oder unter bestimmten Allergien leiden.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 19.05.2009


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