Gesundheit Lexikon
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Schlafstörung

Leiden Sie an Schlafstörungen? Schauen Sie jetzt gerade ins Internet, weil Sie nicht schlafen können? - Etwas Tröstliches: Sie sind nicht allein! Es wird angenommen, dass etwa 30 bis 40 Prozent aller Menschen mindestens ein Mal im Leben an Schlafstörungen leiden. Dagegen ist die Zahl der Menschen, die an chronischen Schlafstörungen leiden geringer und wird auf zehn Prozent beziffert.

Gerade in den Industrienationen sind Schlafstörungen ein Problem, da das Risiko für ihre Entstehung durch eine veränderte Lebensweise erhöht ist. Man denke dabei an unregelmäßige Bettzeiten, Schichtarbeit und Zeitzonenreisen. Weitere Schlafstörungen begünstigende Faktoren sind Genussmittelmissbrauch und Übergewicht. Nicht unterschätzt werden dürfen Angst, Ärger, Schuldgefühle, Streit, finanzielle Probleme, Krankheiten von Angehörigen und Freunden, drohende Arbeitslosigkeit und Prüfungsangst - eben alle Stressfaktoren unserer Zeit.

Doch Schlafstörungen sind nicht nur häufig, sondern auch vielgestaltig. Die Schlafmedizin kennt heute 85 verschiedene Schlafstörungen, die unterschiedliche Symptome und Ursachen aufweisen.

Am häufigsten sind Ein- und Durchschlafstörungen. Die Zeitdauer bis zum Einsetzen des Schlafes kann bei der Einschlafstörung mehrere Stunden betragen. Bei der Durchschlafstörung wacht der Betreffende aus verschiedensten Gründen immer wieder auf. Vor allem bei älteren Menschen findet sich das frühzeitige Erwachen. Die Betroffenen haben eine verkürzte Schlafdauer, wachen früh auf und bleiben bis zum Morgen wach.

Eine mögliche Unterteilung bei Schlafstörungen, die Ärzte vornehmen, ist die Unterscheidung in funktionelle (= ohne erkennbare organische Ursachen) und organisch bedingte, also durch Krankheiten ausgelöste Schlafstörungen, sowie Schlafstörungen bei endogenen Psychosen.

Auch die organischen Ursachen für eine Schlafstörung sind sehr verschieden. Der Grund beispielsweise für eine sogenannte schlafbezogene Atmungsstörung kann eine übermäßige Erschlaffung der Rachenmuskulatur sein oder diese Schlafstörung wird durch eine Herzschwäche hervorgerufen. Daneben gibt es auch nächtliche Bewegungsstörungen, die ebenfalls weit verbreitet sind. Ein charakteristischer Vertreter dieser Form der Schlafstörung ist das Syndrom der unruhigen Beine, welches auch Restless Leg Syndrom genannt wird.

Schön wäre es ja, wenn die Schlafstörung nur nachts Probleme bereiten würde. Doch sie wirkt sich auch auf den Tag aus. Nicht selten geht die Schlafstörung mit reduzierter Leistungsfähigkeit, Gedächtnisstörungen und verminderter Freude an gesellschaftlichen Kontakten einher. Auch steigt beispielsweise die Gefahr, wegen Übermüdung einen Autounfall zu verursachen. All dies sind Argumente, damit Sie aktiv werden, das Problem der Schlaflosigkeit in den Griff zu bekommen.

Wann sollten Sie sich auf jeden Fall professionelle Hilfe holen? Dies ist der Fall, wenn sie mindestens dreimal pro Woche schlecht ein und/oder durchschlafen können, sich tagsüber nicht wohl fühlen, ihre Leistungsfähigkeit beeinträchtigt wird und diese Störung länger als vier Wochen anhält.

Die individuelle Ursache der zugrunde liegenden Störung sollte als Maßstab für Ihre Behandlung gelten. Eine akute Ein- und Durchschlafstörung wird für gewöhnlich mit Medikamenten und unterstützender psychotherapeutischer Versorgung therapiert. Die psychotherapeutische Unterstützung dient der Verarbeitung der ursächlichen Probleme. Die Medikamente dienen dazu, den Teufelskreis der Schlaflosigkeit zu unterbrechen.

Ihre Verordnung/Verschreibung gehört aber auf jeden Fall in die Hände eines erfahrenen Mediziners, da bestimmte Mittel (bsp. Benzodiazepine) einen Gewöhnungseffekt besitzen und evtl. die Schlafqualität schlechter ist, als ohne sie. Außerdem müssen manche dieser Medikamente langsam in immer geringerer Dosis ausgeschlichen werden, damit es nicht zu einer "Absetz-Schlaflosigkeit" (Rebound-Insomie) kommt. Kurzfristig leisten sie oft gute Dienste, jedoch sind sie oft nicht zum Dauergebrauch bestimmt.

Bedenkt man die Vielzahl der unterschiedlichen Schlafstörungen, so kann es für eine erfolgreiche Behandlung aber auch nötig sein, sich in die Hände eines erfahrenen Schlafmediziners zu begeben. Hier kann dann eine genaue Diagnose erfolgen.

Doch bevor Sie diesen Schritt gehen, helfen vielleicht noch folgende Tipps:

Ist die Schlafstörung nicht durch eine Krankheit bedingt und nehmen Sie auch nicht ihre Sorgen mit ins Bett, so können auch folgende Umstände den Schlaf beeinträchtigen:

  • Das Bett und Bettzeug sowie das Raumklima können als Verursacher von Schlafstörungen eine Rolle spielen. Als Schlafstörer kommen trockene, schlechte Luft, übermäßige Wärme, weiche Betten und Bettbezüge aus Kunstfasern in Betracht. Gutes Lüften und eine gemäßigte Raumtemperatur wirken sich günstig auf den Schlaf aus. Das richtige Bettzeug tut sein Übriges.
  • Auch bestimmte Medikamente oder Inhaltsstoffe von Speisen und Getränken können wach halten. Es sind dies Koffein (bsp. Getränke, manche Grippemittel, Tee - auch Eistee), Antibiotika, Migränemittel, Appetitzügler, Mittel gegen Bluthochdruck, Schlafmittel, Hormonpräparate, Psychopharmaka und Antiparkinsonmittel. Können Sie nicht schlafen, schauen Sie sich den Beipackzettel genau an und überlegen Sie, was sie gegessen und getrunken haben.
  • Auch Wohn- und Umweltgifte sowie Wasseradern und elektromagnetische Felder sollen sich negativ auf den Schlaf auswirken. So manchem hat es schon geholfen, einfach sein Bett an eine andere Stelle zu schieben.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 26.09.2011


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