Gesundheit Lexikon
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Ökotest Matratzen

Öko-Test ist ein deutschsprachiges Verbraucher-Magazin, das es seit 1985 gibt und das monatlich erscheint. Die Zeitschrift nimmt vor allem Gegenstände des alltäglichen Lebens - also auch Matratzen - sowie Nahrungsmittel genauer unter die Lupe. Bei diesen Tests werden ökologische Aspekte eines Produkts, wie Recycling oder Verbrauch von wertvollen Ressourcen, ebenso besprochen wie umweltbelastende oder gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe.

Dabei sind für die Testergebnisse nicht nur die gesetzlich festgeschriebenen Mindestmengen ausschlaggebend, sondern auch Konzentrationen darunter. Außerdem eilt den Tests der Ruf voraus, dass auch Bestandteile angesprochen werden, die gesetzeskonform vorhanden sein dürfen, die man aber für sich selbst doch lieber nicht in einem Gebrauchsgegenstand haben möchte.

Neben dem monatlich erscheinenden Magazin gibt es auch noch Öko-Test-Jahrbücher, Öko-Test-Ratgeber usw. Außerdem sind die Testergebnisse auch online - kostenlos oder gegen einen Obolus - abrufbar.

Ökotest Matratzen – Testpunkte

Matratzen, die von Ökotest auf Herz und Nieren geprüft werden, sind beispielsweise Schaumstoffmatratzen, Latexmatratzen oder Federkernmatratzen. In einem solchen Test werden die Matratzen durch folgende Angaben charakterisiert:

  • Hersteller und Name der Matratze
  • Größe
  • Preis in Euro
  • Material des Matratzenbezugs
  • gesundheitlich bedenkliche Stoffe
  • umweltbelastende Inhaltsstoffe
  • Anmerkungen: Beispielsweise Produkt stammt laut Anbieter aus kontrolliert biologischem Anbau oder Produkt enthält Spuren von zinnorganischen Verbindungen usw.
  • Praxistests: Federelastizität, Punktelastizität, Stützkraftmessung, Biegeelastizität, mikroklimatische Untersuchungen (Wärme, Feuchtigkeit, thermische Isolation).

Anhand bestimmter Kriterien wird dann die Gesamtnote vergeben. Es wird auch erläutert, welche Faktoren zu einer Abwertung geführt haben.

Anschließend werden die Testergebnisse noch erläutert und es wird erläutert, was gute bzw. sehr gute Matratzen auszeichnet.

Außerdem werden Empfehlungen gegeben. Beispielsweise, welche mit „Sehr gut“ bewertete Matratze am günstigsten ist. Auch wird noch Wissenswertes aufgeführt, beispielsweise, dass der Begriff „Naturlatex“ nicht geschützt ist. Hier wird gleich auch noch ein Tipp gegeben: „Sicherheit vor falschen Angaben bietet das Siegel des Qualitätsverbandes umweltfreundliche Latexmatratzen (QUL).“ Dazu gibt es noch allgemeine Tipps, beispielsweise wie oft die Matratze gelüftet und gewendet werden sollte und wann man sie spätestens austauschen sollte.

Einige Matratzenhersteller verbesserten die Eigenschaften ihrer Matratzen aufgrund der Ergebnisse von Ökotest, vor allem wenn die Urteile negativ ausfielen.

Ökotest Matratzen – gesundheitlich bedenkliche und umweltbelastende Stoffe

Für die gesundheitlich bedenklichen und umweltbelastenden Stoffe wird immer auch die Analyse-Methode angegeben. Beispielsweise: Optische Aufheller durch qualitativen Nachweis (UV-Licht); Antimon (in Bezug und Füllung) durch Elution von Schwermetallen mittels saurer Schweißlösung, Elementbestimmung mittels ICP-MS.

Ökotest lässt bei seinen Matratzentests beispielsweise auf die unten aufgeführten Verbindungen testen. Anbei werden auch die (angenommenen) Wirkungen auf Mensch und Umwelt beschrieben.

  • Antimon: Der toxische (= giftige) Stoff wird als Flammhemmer und zur Produktion von Polyesterfasern verwendet. Im Blut wirkt er sehr giftig. Außerdem stehen Antimonverbindungen in Verdacht, die Haut und die Schleimhäute zu reizen und sich aus Kunststoff und Textilien herauszulösen. Zudem belasten sie die Abwässer.
  • Zinnorganische Verbindungen: Tributylzinn (TBT) und Dibutylzinn (DBT) sind sehr giftig und können meist nur schwer abgebaut werden. Das Immun- und Hormonsystem von Tieren wird bereits von kleinen Mengen dieser Substanzen beeinträchtigt; vermutlich verhält es sich beim Menschen genauso.
  • Phthalate (Weichmacher): Diese Substanzen stehen in Verdacht, die Leber und Nieren sowie die Fortpflanzungsorgane zu schädigen. Zudem wirken sie wie Hormone. Manche von ihnen – bsp. Dimethylphthalat – ist eine Substanz, die langsam ausgast. In der Umwelt werden Phthalate kaum abgebaut.
  • Flüchtige organische Verbindungen belasten die Raumluft. Sie können für Symptome wie Müdigkeit und Kopfschmerzen verantwortlich sein.
  • Phosphoorganische Verbindungen werden meist als Flammschutzmittel für Kunststoffe eingesetzt. Sie werden für gewöhnlich gut über die Haut aufgenommen, wirken sich giftig auf die Nerven aus und stehen in Verdacht Krebs erregend zu sein.
  • Triclosan: Diese Verbindung kann im menschlichen Körper die Leberfunktion beeinträchtigen. (Hersteller dieser Substanz sind nicht dieser Meinung.). Außerdem ist diese Substanz oft mit Dioxinen verunreinigt, die sich im Körper anreichern können.
  • PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Diese Substanzen bilden bei der Müllverbrennung Dioxine und belasten die Umwelt, sowohl bei der Herstellung, als auch bei der Entsorgung.

Weitere Stoffe, auf die getestet wird, sind Nitrosamine (kann bei der Vulkanisierung von Latex entstehen) oder optische Aufheller in den Stoffbezügen

Ökotest Matratzen – Weitere Tests

Natürlich werden die Matratzen nicht nur auf schädliche Inhaltsstoffe getestet, sondern auch auf Eigenschaften, die mit dem Liegekomfort oder dem Mikroklima einer Matratze zu tun haben. Diese Tests verlaufen unter standardisierten Verfahren, die man unter „Testmethoden“ nachlesen kann.

Ökotest testet beispielsweise die Federelastizität, die aber nicht in die Bewertung eingeht. Es handelt sich nämlich um ein beschreibendes Merkmal und nicht um ein Qualitätsmerkmal. Die Federelastizität gibt Auskunft über die Härte einer Matratze. Sie beschreibt die Fähigkeit einer Matratze, sich größeren Flächen des menschlichen Körpers anzupassen und zu stützen. Wie hart oder weich jemand gerne liegt, ist jedoch eine Frage des Geschmacks.

Ein weiteres Testkriterium ist die Biegeelastizität. Damit beschreibt man die Verformbarkeit einer Matratze. Sie ist wichtig für verstellbare Lattenroste. Prinzipiell kann gesagt werden, dass dieses Elastizitätskriterium vor allem eine Domäne der Schaumstoff- und Latexmatratzen ist. Federkernmatratzen schneiden hier in der Regel schwächer ab.

Auch die Punktelastizität wird bei den getesteten Matratzen geprüft. Je größer die Punktelastizität einer Matratze ist, desto geringer ist der Druck auf das Körpergewebe. Der Körper wird besser durchblutet. Eine sehr gute Punktelastizität weisen bsp. Latexmatratzen auf.

Getestet werden auch die Schulterzonenentlastung und die Körperzonenunterstützung, die wichtig für die Liegequalität einer Matratze sind. Die Schulter sollte in der Seitenlage gut einsinken können, weswegen die Matratze in diesem Bereich weicher sein sollte. Allerdings muss die Matratze für eine gute Bewertung auch in der Lage sein, in Rückenlage die Schulter zu stützen.

Bei der sogenannten mikroklimatischen Untersuchung wird der Feuchtigkeitstransport der Matratze gemessen, also die feuchtigkeitsableitende Wirkung der Matratze. Dazu misst man die Feuchtigkeit in den Kontaktflächen Mensch (bzw. Dummy)/Matratze. Je niedriger die Kontaktflächenfeuchten, desto besser kann die Matratze die Feuchtigkeit (immerhin bis zu einem halben Liter Schweiß pro Nacht) ableiten. Allerdings ist das Schwitzen für jeden Menschen unabhängig von der Matratze ein individuelles Kriterium und auch vom Bettzeug abhängig. In die Beurteilungskriterien geht dieser Wert nicht ein.

Zu den mikroklimatischen Tests gehört auch die thermische Isolationswirkung der Matratze. Hierbei werden die Kontaktflächentemperaturen bestimmt. Je höher hierbei die Temperatur, umso besser ist die Wärmeisolation. Umschrieben wird dieser Wert mit niedrig, mittel, hoch. Das mittlere Wärmeisolationsvermögen liegt im Bereich von 35,8 bis 36,2 Grad Celsius.

Ökotest Matratzen – Wie findet man sie?

Die Tests von Ökotest sind sehr umfassend. Gut ist es natürlich, wenn die auserkorene Matratze sich bereits diesem Testverfahren unterzogen hat und man somit auch noch andere Informationen über diesen Gebrauchsgegenstand einholen kann, als sie die Matratzenverkäufer bzw. –hersteller preisgeben.

Meist werben die Hersteller bei einem guten Testergebnis mit dem Testlogo von Ökotest.

Kostenlos kann man sich auch im Internetauftritt von Ökotest ansehen, welche Matratzen getestet wurden (steht bei den einzelnen Artikeln). Bei neueren Tests muss man allerdings für das detaillierte Testergebnis einen Obolus zahlen.

Manche Anbieter von Matratzen im Internet bieten „Ökotest-zertifiziert“ auch als Suchkriterium für Matratzen an.

Ökotest Matratzen – Beispiele

Als für „gut“ befunden, wurde die Taschenfederkernmatratze Etera Portland (Röwa) (Ökotest 12/2007), die Latexmatratze Classico PiuMa Solo (Baumberger) (5/2005) und die Kaltschaummatratze f.a.n. Frankenstolz Orthomed (5/2003) und die viskoelastische Matratze Tempur Kombimatratze von Tempur (12/2002).

Natürlich gibt es auch weitere Matratzentests von Ökotest, die online abrufbar sind.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner
Aktualisierung 26.09.2011


Matratzenberatung

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