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Urinzucker – Glukosurie

Eine Glukosurie bezeichnet eine vermehrte Ausscheidung von Glukose (Zucker) mit dem Urin. Bei einem gesunden Menschen ist Glukose im Urin mit Harnteststreifen nicht nachweisbar. Dies bedeutet nicht, das ein gesunder Mensch gar keine Glukose im Urin ausscheidet. 70 Milligramm in 24 Stunden gelten als normal. Erst bei ungewöhnlich hohen Glukose-Konzentrationen im Blut wird der Zucker über die Nieren in erhöhtem Maße mit dem Urin ausgeschieden.

Die Blutzuckerkonzentration, bei der die vermehrte Ausscheidung über die Nieren beginnt, wird als Nierenschwelle bezeichnet. Sie liegt für gewöhnlich bei 160 – 180 Milligramm/Deziliter (8,9 – 10.0 mmol/l). Die Nierenschwelle ist aber individuell sehr verschieden und von äußeren Faktoren (Medikamenten), dem Alter, einer Schwangerschaft (erniedrigt) oder bestimmten Nierenerkrankungen (erhöht bsp. bei diabetischer Nephropathie) abhängig.

Was kann der Anlass zur Untersuchung auf Zucker im Urin sein?

Der Urinzucker wird zur Erkennung einer Glukosurie untersucht. Diese bedarf dann immer einer genauen Abklärung, da sich dahinter ererbte Nierenleiden, ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), toxische Nierenschäden oder ein Schwangerschaftsdiabetes verbergen können.

Zur Therapiekontrolle der Zuckerkrankheit wird die Urinzuckerbestimmung nur noch bei Patienten eingesetzt, die selbst keine Blutzuckerkontrolle durchführen können. Die Messung des Blutzuckers ist wesentlich genauer und aussagekräftiger.

Wie erfolgt die Messung des Urinzuckers?

Der Urinzucker wird mithilfe von Teststreifen ermittelt. Die untere Nachweisbarkeitsgrenze der Teststreifenmethoden ist für gewöhnlich auf 30 – 50 Milligramm pro Deziliter (1,7 – 2,8 mmol/l) eingestellt. Physiologisch normale Werte werden somit nicht erfasst.
Diese Methode liefert eine grobe Orientierung, ob zu viel Urinzucker vorhanden ist oder nicht. Feinere Untersuchungsmethoden dienen der Differenzierung bei Nierenerkrankungen.

Folgende Werte werden als normal angesehen:

Erwachsenen (aus dem Spontanharn): < 165 mg/l (< 0,92 mmol/l).

Wann ist der Urinzucker zu hoch?

Eine Glukosurie tritt in folgenden Fällen auf:

  • bei einem schlecht eingestellten Diabetes mellitus;
  • bei Nierenerkrankungen: Dabei können die Nieren durch Entzündungen, Unfälle oder Gifte in Bezug auf ihre Filterfunktion geschädigt worden sein. Auch eine erblich bedingte erhöhte Ausscheidung von Glukose im Urin ist möglich (eine bestimmte Form der renalen Glukosurie).
  • Schwangerschaftsglukosurie: In der Schwangerschaft ist die Nierenschwelle für Glukose erniedrigt. Bei normalen Blutglukosewerten kann dann schon eine Glukosurie auftreten. Diese sollte immer zum Anlass genommen werden, um einen Diabetes mellitus oder einen Schwangerschaftsdiabetes auszuschließen.

Was kann die Werte beeinflussen?

Störfaktoren der Glukosebestimmung im Urin können ein stark erniedrigter pH-Wert (< 5) sowie die Einnahme von Vitamin C oder bestimmten Medikamenten (Salizylsäure) sein. Auch das Vorhandensein von Peroxiden, die in Reinigungsmitteln enthalten sind und in den Sammelgefäßen verbleiben, können falsche Werte vortäuschen. Zudem sollte die Urinuntersuchung schnell erfolgen, da eventuell vorhandene Bakterien im Urin die Glukose abbauen und zu „falsch“ verminderten Werten führen.

Quelle: Thomas, Labor und Diagnose
med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner

Aktualisierung 21.02.2009


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