Gesundheit Lexikon
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Wachstumshormon (hGH)

Das Wachstumshormon (hGH = engl. human growth hormone) wird im Vorderlappen der Hirnanhangdrüse (= Hypophyse) gebildet. In der Kindheit und Jugend erfolgt eine vermehrte Ausschüttung, die das normale Körperwachstum bewirkt. Ein Mangel an Wachstumshormon in dieser Lebensphase führt zu Minder- oder Zwergenwuchs, eine Überproduktion zu Riesenwuchs. Aber auch Erwachsene bilden dieses Hormon weiterhin, wobei die wachstumsfördernde Wirkung nach Schließen der Wachstumsfugen nicht mehr vorhanden ist. Jedoch weist das Wachstumshormon noch eine Reihe von metabolischen Wirkungen auf: Es begünstigt die Muskelbildung und wirkt stärkend auf Muskeln und Sehnen. Seine Einflüsse auf den Stoffwechsel sind ein erhöhter Fettumsatz, eine Stimulation der Proteinbildung und eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Zudem fördert es die Mineralisation der Knochen.

Was kann Anlass der Bestimmung sein?

Das Hormon wird bei einem Verdacht auf Mangel, Überproduktion oder missbräuchlicher Einnahme bei Sportlern bestimmt.

Ein Mangel an Wachstumshormon macht sich in verschiedenen Lebensphasen unterschiedlich bemerkbar:

Ein Kleinkind zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr kann eine Hypoglykämie (Unterzucker), einen kleinen Kopf und motorische Entwicklungsverzögerungen aufweisen.

Bei Kindern im Alter von bis zu 10 Jahren ist das Längenwachstum verzögert.

Bei Erwachsenen zeigen sich eine reduzierte Muskelkraft und Knochenmasse sowie Stammfettsucht. Auch treten erhöhte Cholesterin- und HDL-Cholesterin-Werte auf.

Ein Verdacht auf eine erhöhte Hormonkonzentration ergibt sich bei einem Kind aus dem Auftreten von Riesenwuchs, bei einem Erwachsenen aus den sogenannten akromegalen Merkmalen. Dazu gehören ein übermäßiges Wachstum der Finger und Hände, Füße und Zehen, der Nase, des Kinns sowie der Jochbeinbögen. Diese Veränderungen vollziehen sich langsam.

Was sind die Referenz- und Normalwerte von Wachstumshormon?

HGH kann aus dem Blutserum, dem Spontanharn und dem 24h-Harn bestimmt werden. Die Werte variieren je nach Lebensphase und sind auch geschlechtsspezifisch sowie abhängig von der Tageszeit. Die Bestimmung sollte daher am Morgen erfolgen.

Folgende Werte liegen im Normbereich (Blutserum):

Männer basal (Bestimmung mit AutoDelfia-IMA): 0,06 (0,02 – 3,43) µg/l;
Frauen basal (Bestimmung mit AutoDelfia-IMA): 0,99 (0,05 – 15,15) µg/l;

Kinder bis zur Pubertät: 3 -5 µg/l

Die Aussagekraft der Basalwerte ist meist nicht ausreichend. Es werden daher oft weitere Funktionstests angeordnet.

Was kann ein erniedrigter Wert bedeuten?

Erniedrigte Werte finden sich bei Erkrankungen, die zu einem Funktionsverlust der Hirnanhangdrüse (Tumoren, Blutgerinnsel usw.) führen.

Auswirkungen der verminderten Hypophysenfunktion können im Kindesalter Wachstumsstörungen, Minderwuchs bzw. Zwergenwuchs sein.

Bei Erwachsenen zeigen sich die oben genannten Merkmale (Fettsucht, Knochen- und Muskelschwund).

Bei umfangreichen Schädigungen des Hypophysenvorderlappens tritt auch das Simmonds-Syndrom auf. Merkmale dieser Erkrankung sind vorzeitiges Altern, Haar- und Zahnausfall sowie Anämie und Abmagerung.

Was können erhöhte Werte bedeuten?

Erhöhte Werte weisen auf Erkrankungen der Hypophyse hin, die zu einer unkontrollierten vermehrten Ausschüttung des Hormons führen. Ursache dafür kann ein Tumor im Bereich des Hypophysenvorderlappens sein. Im Kindesalter führt dies zu Riesenwuchs bei Erwachsenen zur Akromegalie. Dabei handelt es sich um eine chronisch fortschreitende Erkrankung, bei der sich bestimmte Körperteile anormal vergrößern.


Laborwerte

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