Gesundheit Lexikon
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Magnesium (Mg²+)

Magnesium ist ein Mineralstoff. Der Gesamtkörperbestand beträgt circa 20 Gramm. Davon befinden sich etwa zwei Drittel im knöchernen Skelett und ein Drittel in der Muskulatur; im Blutplasma ist nur etwa ein Prozent enthalten.

Der Mineralstoff wird über die Nahrung zugeführt und im Dünndarm aufgenommen. Der Magnesiumstoffwechsel wird zum großen Teil über die Nieren reguliert. Die empfohlene Zufuhr an Magnesium pro Tag beträgt für Frauen 300 Milligramm und für Männer 350 Milligramm. Reich an Magnesium sind Gemüse, Hülsenfrüchte, Fisch und Geflügel.

Die Funktionen des Magnesiums im menschlichen Organismus sind vielfältig. So spielt der Mineralstoff bei der Aktivierung von über 300 Enzymen eine Rolle und beeinflusst die Kaliumverteilung. Auch ist Magnesium für den Energie- und Fettstoffwechsel von Bedeutung sowie für die neuromuskuläre Erregung und die Muskelkontraktion. Als Baustein von Knochen und Sehnen kommt ihm eine wichtige Funktion an der Stabilität des Skeletts zu.

Meist wird Magnesium zusammen mit Kalium und Kalzium (natürlicher Gegenspieler des Magnesiums) bestimmt.

Was kann Anlass der Untersuchung auf Magnesium sein?

Die Bestimmung der Magnesium-Werte wird in folgenden Fällen durchgeführt:

  • Zur Diagnose eines Magnesiummangels: Dieser äußert sich durch Muskelkrämpfe und –zuckungen, Herzrhythmusstörungen oder nervöse Störungen, wie Unruhe, Zittern, Schwindelgefühl, Reizbarkeit und Depressionen. Auch Störungen des vegetativen Nervensystems, wie Durchfälle, sind möglich. Außerdem scheint ein Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Magnesiummangel zu bestehen.
  • In Verbindung mit anderen Elektrolyten zur Kontrolle bei:
    verschiedenen Formen der Niereninsuffizienz, langfristiger künstlicher Ernährung, Alkoholentzug, schlecht eingestelltem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), der Behandlung mit harntreibenden Präparaten und Aufnahmestörungen im Darm.

Was sind die Referenz- Normalwerte von Magnesium?

Der Magnesiumwert kann aus dem Blutplasma oder –serum bestimmt werden sowie aus dem 24-h-Urin unter Angabe des Sammelvolumens.

Folgende Werte werden als normal angesehen:

Schulkinder (Blut):                0,62 – 0,95 mmol/l  oder 1,5 – 2,3 mg/dl;
Erwachsene (Blut):               0,75 – 1,10 mmol/l  oder 1,8 – 2,7 mg/dl;
Erwachsene (Urin):              4 – 5 mmol/24h        oder 9,7 – 12,2 mg/24h.

Was kann ein erhöhter Wert bedeuten?

Bei Magnesiumwerten von mehr als 6,08 mg/dl (oder 2,5 mmol/l) im Blut treten Symptome wie Muskelschwäche oder Lähmungen (Verschwinden der Sehnenreflexe als erstes Symptom) auf. Zudem kommt es zu einer Erweiterung der Gefäße, die sich durch Wärmegefühl und Erröten äußern. Ab Werten von mehr als 12,2 mg/dl (5 mmol/l) im Blut tritt Atemlähmung, Herzstillstand und Koma auf. Erhöhte Magnesiumkonzentrationen im Blut werden als Hypermagnesiämie bezeichnet.

Erhöhte Werte im Blut können folgende Ursachen haben:

  • akutes oder chronisches Nierenversagen;
  • diabetisches Koma;
  • Missbrauch von magnesiumhaltigen Abführmitteln (Bittersalzeinläufe);
  • übermäßige Einnahme von Antazida (Mittel zur Bindung überschüssiger Magensäure).

Gesteigerte Magnesiumwerte im Urin treten aus folgenden Gründen auf:

  • Hyperaldosteronismus (Funktionsstörung der Nebennieren);
  • Hyperparathyreoidismus (Überfunktion der Nebenschilddrüsen);
  • Diabetes insipidus (hormonell bedingte Störung des Wasserhaushaltes mit ungewöhnlich hoher Ausscheidung von Urin);
  • Arzneimittel (bsp. entwässernde Medikamente).

Was können erniedrigte Magnesiumwerte bedeuten?

Ein Magnesiummangel im Blut wird als Hypomagnesiämie bezeichnet (Symptome siehe oben unter Anlass der Untersuchung).

Die Gründe für diesen Mangel können vielfältig sein. Dazu zählen:

  • vermehrte Verluste über die Nieren: Diese können durch bestimmte Medikamente (Aminoglykoside, Ciclosporin A, Cis-Platin, Furosemid usw.) ausgelöst werden. Ursächlich können auch ein Diabetes mellitus oder seltene angeborene Erkrankungen mit erhöhtem Magnesiumverlust sein.
  • chronische Verluste über den Magen-Darm-Trakt, wie bei Missbrauch von Abführmitteln oder chronischem Erbrechen.
  • mangelnde Zufuhr: Ursächlich kann eine einseitige Ernährung, zum Beispiel bei Alkoholmissbrauch, sein. Auch Verdauungsstörungen mit einer verminderten Aufnahme des Magnesiums (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Zöliakie, Kurzdarmsyndrom) führen zu Mangelerscheinungen.
  • hormonell bedingte Störungen: Hierzu zählen die Zuckerkrankheit sowie Störungen der Nebenschilddrüse und der Nebennieren.

Erniedrigte Magnesiumwerte im Urin treten bei vielen Erkrankungen auf, die durch verminderte Konzentrationen im Blut charakterisiert sind, aber nicht auf einer erhöhten Ausscheidung über die Nieren beruhen.

Quelle: Thomas, Labor und Diagnose
med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner

Aktualisierung 21.02.2009


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