Gesundheit Lexikon
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Harnsäure

Harnsäure entsteht beim Abbau von Purinen. Purine sind Komponenten der Nukleinsäuren, also der DNS (Desoxyribonukleinsäure) und RNS (Ribonukleinsäure), den Trägern der genetischen Information.

Die vorhandene Harnsäure im Körper hat zwei Quellen: Zum einen nehmen wir Purine über die Nahrung auf. Besonders purinreich ist Fleisch, vor allem Innereien. Des Weiteren kann der Körper dieses Stoffwechselprodukt selbst bilden.

Ausgeschieden wird Harnsäure zu 80 Prozent über die Nieren und zu etwa 20 Prozent über den Darm. Im Blut ist sie nur in sehr geringem Maße löslich.

Eine erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut, eine Hyperurikämie, kann zur Ausfällung von Harnsäurekristallen (vor allem in den Gelenken) und damit zur Gicht führen. Zudem kann es zur Bildung von Harnsteinen kommen. Auch Patienten mit einem erhöhten Risiko bei einer bestehenden koronaren Herzkrankheit (KHK) sollten die Harnsäurewerte überprüfen lassen.

Die Ursachen für erhöhte Harnsäurewerte im Blut können Folgende sein:

  • Störungen des Purinstoffwechsels,
  • eine verstärkte Zufuhr von Purinen über die Nahrung,
  • eine eingeschränkte Funktion der Nieren oder des Darms.

Was kann Anlass der Untersuchung auf Harnsäure sein?

Der Harnsäure-Wert wird bei Blutuntersuchungen oft routinemäßig bestimmt. Eine gezielte Analyse wird bsp. in folgenden Fällen veranlasst:

  • zur Abklärung von akuten Gelenkschmerzen (Großzehengrundgelenk!);
  • zur Diagnose und Verlaufskontrolle der Gicht;
  • bei der Neigung zu Harnsteinen;
  • zur Kontrolle bei Nierenversagen;
  • bei Erkrankungen und Situationen, bei denen vermehrt Harnsäure anfällt, wie Fastenkuren, Alkoholismus oder Polyzythämie (gestörte Blutbildung);
  • zur Kontrolle einer medikamentösen Tumor- oder Bestrahlungstherapie.

Was sind die Referenz- Normalwerte von Harnsäure?

Die Harnsäure kann aus dem Blutserum und –plasma sowie dem Urin (24-h-Sammelharn) bestimmt werden.

Folgende Werte liegen im Referenzbereich:

Frauen:                      Blut     2,3 – 6,1 mg/dl (137 – 363 µmol/l)
Männer:                      Blut     3,6 – 8,2 mg/dl (214 – 488 µmol/l)

Erwachsene:             Urin     bis 800 mg (4,76 mmol) / 24 Stunden (normale Kost)

Erwachsene:             Urin     bis 600 mg (3,57 mmol) / 24 Stunden (purinarme Kost).

Von einer Hyperurikämie spricht man, wenn die Harnsäurekonzentration im Blutplasma den Wert von 6,4 mg/dl (381 µmol/l) überschreitet. Das Plasma ist dann übersättigt, die Harnsäure kann ausfallen.

Eine Hypourikämie liegt vor, wenn der Harnsäure-Wert im Blutserum ≤ 2 mg/dl (119 µmol/l) beträgt.

Was können erhöhte Harnsäure - Werte bedeuten?

Eine Hyperurikämie kommt in folgenden Fällen vor:

  • Gicht;
  • verringerte Harnsäureausscheidung durch Nierenerkrankungen,
  • Knochenmarkerkrankungen, Leukämien, Tumoren (besonders während einer Strahlen- und Chemotherapie),
  • Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenüberfunktion,
  • Schwangerschaftsgestose (Schwangerschaftsvergiftung),
  • Glykogenspeicherkrankheit,
  • Akromegalie (seltene Erkrankung mit Größenwuchs),
  • Vergiftungen mit Blei, Cadmium, Beryllium,
  • Lesch-Nyhan-Syndrom (seltene Erkrankung mit Überproduktion von Harnsäure bereits im Kindesalter).

Was kann ein erniedrigter Harnsäure - Wert bedeuten?

Meistens findet man die erniedrigten Harnsäure-Werte bei einer Überdosierung von Allopurinol, einem Medikament zur Behandlung der Hyperurikämie. Auch Arzneimittel, wie Kortisonpräparate, gerinnungshemmende Mittel und Schmerzmittel in hohen Dosierungen erniedrigen die Harnsäure-Werte. Weiterhin können schwere Lebererkrankungen oder eine seltene vererbte Stoffwechselerkrankung die Ursache sein (Xanthinoxidasemangel).

Erniedrigte Werte im Blut, aber erhöhte Werte im Urin können auf das Fanconi-Syndrom (Erbkrankheit mit Nierenbeteiligung) oder die Wilson-Krankheit hindeuten.

Was beeinflusst die Harnsäure -  Werte?

Zu einer Erhöhung der Werte kann Folgendes beitragen:

  • Alkoholgenuss (Bier),
  • Arzneimittel (harntreibende Mittel, Zytostatika, L-Dopa, Schmerzmittel in niedriger Dosierung),
  • Bluthochdruck,
  • Ernährung (purin- und fettreich, fasten),
  • Geschlecht (männlich), Alter,
  • Übergewicht,
  • Diabetes mellitus Typ 2.

Quelle: Thomas, Labor und Diagnose
med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner

Aktualisierung 07.02.2009


Laborwerte

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