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Eosinophile Granulozyten - Eosinophile

Eosinophile Granulozyten, die auch Eosinophile genannt werden, gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie sind durch den Farbstoff Eosin (Name!) anfärbbar und ihr Zellkern weist eine „brillenförmige“ Struktur auf. Ihr Anteil an allen weißen Blutkörperchen beträgt nur zwei bis vier Prozent.

Gebildet werden die Eosinophilen im Knochenmark. Dort gehen sie aus einer sogenannten pluripotenten Stammzelle, also einer Stammzelle, die sich in viele Richtungen entwickeln kann, hervor. Die Differenzierung in Eosinophile erfolgt anhand bestimmter Wachstumsfaktoren. Die reifen Eosinophilen wandern in das Blut, bleiben dort jedoch nur 6 – 18 Stunden, um dann in die Schleimhäute des Atem- und Magen-Darm-Traktes sowie in die Haut abzuwandern. Hier halten sich die Zellen zwei bis fünf Tage auf, bevor sie zugrunde gehen.

Da die Eosinophilen vor allem in den peripheren Geweben residieren, ist verständlich, das eine Eosinophilie (zu viele Eosinophile) im Blut eine um das 100fache stärkere Eosinophilie in den Geweben nach sich zieht. Außerdem kann die Gewebekonzentration hoch sein, auch wenn die Eosinophilen im Blut nicht übermäßig vertreten sind. Zudem schwankt die Zahl der Eosinophilen im Tagesverlauf. Der höchste Wert wird abends, der niedrigste morgens gemessen.

Die Eosinophilen spielen vor allem bei der Parasitenabwehr, Entzündungsreaktionen und Allergien eine Rolle. An ihrer Oberfläche besitzen sie Rezeptoren für Immunglobuline (IgE – allergische Spätreaktion), Komplementfaktoren (Abwehrsystem fremder Körperzellen), Zytokine und andere Botenstoffe. Eine Bindung aktiviert diese Blutzellen und sie werden in Richtung eines Entzündungsherdes oder Parasiten gelockt. Hier können sie bsp. an den Parasiten andocken und dann ihre Wirkung entfalten. Dazu enthalten sie in ihrem Inneren granulierte Substanzen, wie das Eosinophile Kationische Protein (CRP) oder reaktive Sauerstoffradikale, die Gewebe zersetzten können. Diese Stoffe geben sie bei entsprechender Stimulation nach außen ab. Zudem haben diese Blutzellen auch die Fähigkeit der Phagozytose, können also fremde Zellen „fressen“.

Was sind die Referenz-/Normalwerte für eosinophile Granulozyten?

Ein Erwachsener hat weniger als 0,45 x 109 Eosinophile /l (2 – 4 Prozent der Leukos).

Was können zu hohe Werte der eosinophilen Granulozyten bedeuten?

Erhöhte Werte deuten auf folgende Erkrankungen hin:

  • Parasitenbefall (Spulwürmer, Trichinen, Pärchenegel, Bandwürmer u. a. );
  • allergische Erkrankungen (Asthma, Neurodermitis, allergischer Schnupfen);
  • Heilphase akuter bakterieller Infektionen (lymphozytär-eosinophile Heilphase);
  • Krebs (myeloische Leukämie, Morbus Hodgkin, andere Krebsarten (Lungen-, Brust-, Eierstock-, Leber- und Schilddrüsenkrebs));

Was können erniedrigte Werte der eosinophilen Granulozyten bedeuten?

Erniedrigte Werte finden sich in folgenden Fällen:

  • akute Infektionen, wie Masern oder Typhus;
  • Stress;
  • Cushing-Syndrom;
  • Behandlung mit Kortisonpräparaten;
  • Erkrankungen, die zu einem Versagen des Knochenmarks führen.

Quelle: Thomas, Labor und Diagnose
med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner

Aktualisierung 02.01.2009


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