Gesundheit Lexikon
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Calcitonin – hCT (humanes Calcitonin)

Calcitonin ist ein Peptidhormon, das in bestimmten Zellen (C-Zellen) der Schilddrüse gebildet wird. Es sorgt mit seinem hormonellen Gegenspieler – dem Parathormon – für normal hohe Kalziumspiegel im Blut. Die Calcitonin - Ausschüttung wird stimuliert durch einen zu hohen Calcium-Spiegel (ionisiertes Serum-Ca2+) im Blut und durch die (Verdauungs-) Hormone Gastrin, Glukagon und Cholezystokinin.

Calcitonin bewirkt ein Absenken des Calciumspiegels, in dem es die Knochen abbauenden Zellen – die Osteoklasten – hemmt. Dabei darf man sich das menschliche Knochengerüst nicht als starres Gebilde vorstellen. Vielmehr ist es ständigen Aufbau- und Abbauprozessen unterworfen und dient unter anderem als Calciumspeicher. Indirekt trägt es zur Erhaltung eines normalen Kalziumspiegels bei.

Weiterhin fördert Calcitonin die Aufnahme von Calcium in das Knochengerüst und stimuliert die Ausscheidung des Mineralstoffes über die Nieren.

Der Calcitonin-Laborwert (hCT) dient als spezifischer und sensitiver Tumormarker eines speziellen Schilddrüsenkrebses (medulläres Schilddrüsenkarzinom) oder anderer Calcitonin-bildender Tumoren. Der Laborwert wird bei Verdacht oder zur Verlaufskontrolle der Krebserkrankungen herangezogen.

Was kann der Anlass der Untersuchung auf Calcitonin sein?

Der Calcitonin-Wert wird bestimmt:

  • bei Verdacht oder Verlaufskontrolle eines medullären Schilddrüsenkarzinoms;
  • bei nicht behandelbaren Durchfällen, da 10 – 20% der Patienten mit einem fortgeschrittenen medullären Schilddrüsenkarzinom unter diesen Durchfällen leiden;
  • bei unklarer CEA-Erhöhung (= carcinoembryonales Antigen): Dieses sogenannte carcinoembryonale Antigen ist ein normaler Bestandteil der Dick- und Mastdarmschleimhaut. Klinisch manifeste medulläre Schilddrüsenkarzinome können zu einer Erhöhung dieses Laborwertes und gleichzeitig des Calcitonins führen;
  • zum Screening bei erblichem medullären Schilddrüsenkarzinom;
  • zur Kontrolle des Verlaufs anderer bösartiger Tumoren, wenn sie Calcitonin bilden. Dazu zählen beispielsweise kleinzelliger Lungenkrebs, Insulinome oder Karzinoide.

Was sind die Referenz-/Normalwerte von Calcitonin?

Die Bestimmung der Calcitonin-Werte kann aus dem Serum oder Plasma erfolgen. Je nach Messmethode können folgende Werte bestimmt werden:

 
hCT basal

Maximal nach Pentagastrin-Stimulation*

Frauen
<2 – 10 ng/l
bis 50 ng/l
Männer
<10 – 48 ng/l
bis 79 ng/l

Pentagastrin ist ein synthetischer Stoff, der dem Hormon Gastrin sehr ähnlich ist. Patienten mit medullärem Schilddrüsenkarzinom zeigen nach der Gabe von Pentagastrin einen deutlich stärkeren hCT-Anstieg als Gesunde.

Was kann ein erhöhter Calcitonin - Wert bedeuten?

Die Ursache des erhöhten Wertes kann das medulläre Schilddrüsenkarzinom sein, welches 10 Prozent aller Krebserkrankungen der Schilddrüse ausmacht. Die Werte sinken nach der Entfernung des Karzinoms schnell ab. Bleiben sie weiterhin erhöht, so befinden sich wahrscheinlich noch Krebszellen im Körper oder der Tumor hat Metastasen gebildet.

Erhöhte Werte treten auch bei bestimmten Krebsarten der Lunge oder der Bauchspeicheldrüse auf.

Auch Patienten mit Niereninsuffizienz (Nierenversagen) haben höhere basale Calcitonin-Werte.

Quelle: Thomas, Labor und Diagnose
med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner

Aktualisierung 02.01.2009


Laborwerte

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