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Bluteiweiße

Unter dem Begriff „Bluteiweiße“ oder „Plasmaproteine“ werden die Proteine des Blutplasmas und der Flüssigkeit um die Zellen (interstitielle Flüssigkeit) zusammengefasst. Nicht dazu zählen Enzyme, Hormone, Tumormarker oder Gerinnungsfaktoren.

Man kennt mehr als 100 verschiedene Eiweiße (Proteine) im Blutplasma, jedoch ist nur bei etwa 50 Pozent die genaue Funktion bekannt.

Zu den diagnostisch bedeutsamen Plasmaproteinen zählen unter anderem:

  • Albumin: Es ist das Bindungs- und Transportprotein für Hormone, Fettsäuren und Spurenelemente. Die Albuminbestimmung wird bei Leber-und Nierenerkrankungen sowie bei Wassereinlagerungen im Gewebe durchgeführt.
  • C-reaktives Protein (CRP): Seine Konzentration steigt bei entzündlichen Prozessen schnell an. Zudem stellt es einen lebensnotwendigen Abwehrstoff dar und zählt zu den sogenannten Akute-Phase-Proteinen. Es ist unter anderm für die Diagnose von akuten entzündlichen Prozessen wichtig.

  • Coeruloplasmin (Cp): Es wird auch als Plasma-Ferroxidase bezeichnet. Das Protein ist wichtig für den Transport und die Verfügbarkeit von Eisen in den Geweben. Neben der Bestimmung von Kupfer im Urin ist CRP ein Parameter zur Diagnostik der Wilsonschen Erkrankung.

  • Immunglobuline> (Ig): Diese Plasmaproteine sind Antikörper und stellen das Bollwerk der körpereigenen Abwehr dar. Sie binden an körperfremde Stoffe und bilden Immunkomplexe aus. Diese stoßen Abwehrmechanismen an, die zur Beseitigung des Eindringlings (bsp. Bakterien) führen. Die Bestimmung der einzelnen Ig Klassen dienen der Diagnostik von Immunmangelzuständen oder Allergien.

  • Transferrin (Tf): Der Bluteiweißstoff ist das Transportprotein für Eisen. Seine Bestimmung erfolgt bei einem Verdacht auf Eisenmangel oder Eisenüberladung.

Welche Funktionen haben die Plasmaproteine (Bluteiweiss)?

Die Bluteiweiße transportieren im Blutsystem eine Reihe von Substanzen. Dazu zählen Hormone, Fettsäuren, Phospholipide, Metallionen, Aminosäuren und Bilirubin. Zudem sind die Proteine für die Flüssigkeitsverteilung im Körper zuständig (kolloidosmotischer Druck) und haben wichtige Funktionen bei der Körperabwehr (Immunglobuline) und der Aufrechterhaltung des Blut-pH-Wertes.

Wie erfolgt die Analyse?

Neben der Bestimmung des Gesamteiweiß (Totalprotein) können mithilfe der Elektrophorese, einer Proteinbestimmungsmethode, die nach elektrischer Ladung trennt, einzelne Proteinfraktionen unterschieden werden. Dabei handelt es sich um die Albumine und die Alpha1-, Alpha-2-, Beta- und Gammaglobuline.

Globuline sind rundliche Eiweißmoleküle, die etwa 40 Prozent der Bluteiweiße ausmachen (Albumine circa 60 Prozent). Sie stellen eine heterogene Gruppe dar. Zu den Alpha-Globulinen zählt das Coeruloplasmin oder das alpha1-Glykoprotein. Ein Beta-Globulin ist beispielsweise das Transferrin (Eisentransportprotein). Die Gamma-Globuline sind Immunglobuline (Antikörper).

Welche Aussagen sind möglich?

Die Elektrophorese liefert Diagramme, auf denen die Konzentrationen von Albumin und den vier Globulinfraktionen ersichtlich sind.

Je nach Erkrankung ergeben sich verschiede Verteilungsmuster.

So sind bei einer akuten Entzündung die Albumine erniedrigt, Alpha1-, Alpha2- und Beta-Globuline jedoch erhöht. Auch finden sich charakteristische Veränderungen bei Erkrankungen, wie einer akuten viralen Hepatitis (Leberentzündung), einer Leberzirrhose oder dem nephrotischen Syndrom (Nierenerkrankung).

Quelle: Thomas, Labor und Diagnose
med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner

Aktualisierung 21.02.2009


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