Gesundheit Lexikon
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Verletzungen und Entzündungen des äußeren Ohrs

Bei Verletzungen und Entzündungen des äußeren Gehörgangs können die Ohrmuschel, der Gehörgang oder das Trommelfell betroffen sein.

Entzündungen und Verletzungen der Ohrmuschel
Entzündungen der Ohrmuschel können sehr schmerzhaft sein. Sie werden hervorgerufen durch Bakterien, Pilze oder Allergien. Aber auch ein Sonnenbrand (die empfindlichen Ohren beim Eincremen mit Sonnenschutzmittel nicht vergessen oder Mützchen aufsetzen!) kann die Ursache sein.

Ihr behandelnder Arzt wird - je nach Ursache - zunächst ein lokal wirksames Präparat verordnen, in schwereren Fällen ist die Einnahme von Antibiotika unerlässlich. Quetschungen oder ein Bluterguss der Ohrmuschel sollten immer ärztlich versorgt werden, da es zu einer Infektion des Ohrknorpels kommen kann, welche die Gefahr des Verlustes von Teilen der Ohrmuschel birgt.

Entzündungen und Verletzungen des äußeren Gehörgangs
Für eine Entzündung des äußeren Gehörgangs (Otitis externa) können entweder eine diffuse Entzündung der gesamten Gehörgangshaut oder eine örtlich begrenzte Entzündung, wie ein Abszess oder Furunkel, die Ursache sein. Die Erreger einer Otitis externa können Bakterien, Viren, Pilze oder in seltenen Fällen eine Allergie sein.

Der äußere Gehörgang reinigt sich normalerweise selbst durch Bewegungen der obersten Hautschicht, mit denen das Ohrenschmalz zusammen mit Hautschuppen und Haaren nach außen befördert wird. Der Selbstreinigungsmechanismus des Ohres wird durch die Verwendung von Wattestäbchen gestört. Ebenso kann die Haut im Gehörgang gegenüber Entzündungen empfindlicher werden, wenn der oberflächliche ph-Wert durch Haarshampoos beeinträchtigt wird.

Das Entzündungsrisiko steigt bei:
  • Feuchtigkeit im Ohr nach dem Baden, Schwimmen oder Tauchen,
  • häufigem Schwimmen in chloriertem Wasser, da das Chlor die Gehörgangshaut austrocknet,
  • Kindern mit Hauterkrankungen (Ekzem),
  • Verletzungen der äußeren Gehörgangshaut, die beispielsweise durch unsachgemäße Reinigung mit Wattestäbchen entstehen,
  • Fremdkörpern im Ohr, wie beispielsweise Plastilin, Erbsen oder Radiergummis.
Die Symptome bei der äußeren Gehörgangsentzündung sind folgende:
  • Juckreiz (die Kinder fassen sich ständig ans Ohr und kratzen),
  • Rötung,
  • starke Schmerzen,
  • Schmerz bei Druck auf den Tragus (knorpelige Erhebung vor dem Gehörgang) oder beim Ziehen an der Ohrmuschel,
  • bei einer schweren Infektion (eitriger) Ausfluss aus dem Ohr, das Hörvermögen ist dann auch eingeschränkt,
  • Schmerzen beim Kauen, bei einem Furunkel sogar beim Sprechen.
Suchen Sie ihren Arzt auf, sobald Sie den Verdacht haben, dass der äußere Gehörgang verschlossen ist oder sich entzündet hat.

Die Komplikationen bei einer unbehandelten Otitis externa dürfen nicht unterschätzt werden. Die Infektion kann auf den Knorpel und den umgebenden Knochen übergreifen oder zu einem Abszess der Ohrspeicheldrüse führen. Ebenso kann sich die Entzündung auf das Mittelohr ausweiten.

Folgende Maßnahmen wird der behandelnde Mediziner ergreifen:
  • Der Gehörgang wird gereinigt (Spülung, Absaugen von Sekret und Hautschuppen).
  • Bei Fremdkörpern wird der Arzt versuchen ihn zu entfernen oder gegebenenfalls zum HNO-Arzt überweisen.
  • Eventuell wird er Antibiotika zur oralen Einnahme und/oder als Ohrentropfen verschreiben.
  • Gegen starke Schmerzen wird meist ein paracetamolhaltiges Präparat verordnet.
  • Ist die Ursache der Entzündung und der Schmerzen ein Abszess, so wird dieser unter örtlicher Betäubung aufgeschnitten, damit der Eiter abfließen kann. Das lindert die Schmerzen meist sofort.
Folgendes können Sie zusätzlich tun:
  • Verhindern Sie, dass Ihr Kind beim Baden Wasser in die Ohren bekommt, bis die Infektion abgeklungen ist.
  • Machen Sie nichts am Gehörgang. Waschen Sie nur um die Ohrmuschel herum. Mit Wattestäbchen wird das Ohrenschmalz nur unnötig weit in den Gehörgang hineingedrückt.
  • Verwenden Sie Ohrentropfen nur auf ausdrückliche Anordnung ihres Kinderarztes.
Verletzungen des Trommelfells

Das Trommelfell kann direkt mit spitzen Gegenständen, wie beispielsweise Bleistiften, Ästchen, Stricknadeln, Haarklammern oder Wattestäben, verletzt werden. Indirekte Verletzungen kommen durch abrupte Luftdruckveränderungen zustande. Das können zum Beispiel ein Schlag auf das Ohr, Explosionen oder Tauchunfälle sein.

Charakteristische Symptome für eine Trommelfellverletzung sind starke, plötzlich auftretende Ohrenschmerzen. Blut oder Flüssigkeit kann austreten. Weitere Krankheitszeichen können Schwindel, Hörverlust oder Ohrgeräusche sein. Bei starkem Schwindel oder Hörverlust sind eventuell die Gehörknöchelchen oder das Innenohr mit betroffen.

Eine Trommelfellverletzung heilt meist innerhalb von 14 Tagen selbst aus. Heilt die Verletzung nicht ab, so kann das Trommelfell operativ geschlossen werden.

Gehörgangsverschluss durch Fremdkörper oder Ohrenschmalz

Kinder oder ihre Spielkameraden stecken sich manchmal kleine Gegenstände (Plastilin, Erbsen, Radiergummikrümmel, kleines Spielzeug) in die Ohren. Ihr Kind wird in diesem Fall eventuell über Schmerzen klagen. Das Ohr ist druckempfindlich. Gehen Sie in diesem Fall sofort zu einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Er hat die Instrumente, um die Gegenstände gefahrlos zu entfernen.

Eine sehr harmlose Ursache für Hörprobleme bei Ihrem Kind können Ohrenschmalzpfropfen (Cerumen) sein. Ein bisschen Ohrenschmalz im äußeren Gehörgang ist völlig normal. Manche Kinder produzieren - erblich bedingt - aber sehr viel davon. Bei einer Ansammlung von sehr viel Ohrenschmalz kann sich ein Pfropfen bilden, der vor allem beim Duschen oder Baden aufquillt, den Gehörgang verstopft und gegen die Gehörgangswand drücken kann. Hörminderung, Druckgefühl oder summende Geräusche können die Folge sein. Ihr Arzt kann diese Schmalzpfropfen herausspülen oder mit Hilfe von Instrumenten (Sauger, Zängelchen) entfernen. Verwenden Sie selbst keine Wattestäbchen, da sie das Ohrenschmalz oft nur noch weiter in das Ohr hineindrücken und das Trommelfell beschädigen können. Achten Sie zukünftig auf mögliche Verstopfungen. Nach der nächsten Erkältung können Sie wieder auftreten.


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Diese Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für ärztliche Beratung angesehen werden. Der Inhalt von medhost.de kann und darf auf keinen Fall verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Selbstbehandlung durchzuführen.

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